Sneakers und anderes im NRW Forum

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Im NRW Forum in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf zeigt derzeit 2 Ausstellungen.

Zuerst geht es in die Sneakers-Ausstellung. 

Warum und durch wen wurden die Schuhe zu Legenden? Zu Beginn der Präsentation werden die Ursprünge in Sport und Musik beleuchtet und anhand von Originalen wie dem Air Jordan 1 oder dem Adidas Superstar deren Erfolgsgeschichten erzählt.

"Der Sneaker, ursprünglich reiner Sportschuh, hat seit den 1980er Jahren bis heute einen erstaunlichen Aufstieg erfahren. Durch Einflüsse aus der Basketball- und Hip-Hop-Kultur kam er zunächst auf die Straße, in den Mainstream und die Massenkultur und schließlich auf den Laufsteg großer Luxuslabels. Heute ist ein regelrechter Hype rund um Sneaker zu beobachten, der im Hauptteil der Ausstellung fokussiert wird. Es gibt Kollaborationen mit Stars und Künstler*innen, internationalen Brands, oder auch Designer*innen wie Salehe Bembury, Ruohan Wang oder Virgil Abloh. Sneaker werden weltweit gesammelt, können mitunter tausende Euro kosten und nach wenigen Sekunden ausverkauft sein. Neben futuristischen Designs werden im letzten Kapitel der Ausstellung Sneaker mit innovativen Technologien wie Auto-Lacing, Augmented Reality oder 3D-Druck gezeigt. Mit Blick auf die Zukunft der Sneaker-Kultur werden außerdem konsumkritische und ressourcenschonende Ansätze vorgestellt," stellt das Museum die Ausstellung auf seiner Weltnetz-Präsenz vor.

Dies ist eine "Ausstellung" für junge Museumsbesucher. Die Anführungszeichen sind hier bewußt gesetzt. Diese Ausstellung wirkt auf mich persönlich wie eine Schauwerbeveranstaltung für Schuhe. Dafür werden schrille Exemplar der Sportschuhe gezeigt. Klassische Sportschuhe, beispielsweise aus Leder, sind hier nicht zu sehen. Die ausgestellten Sneaker sind in Schuhkartons aus Glas präsentiert.

Die Ausstellung "Tim Berresheim Neue alte Welt" ist da schon wesentlich sehenswerter. Berresheim ist Jahrgang 1975; er lebt und arbeitet als zeitgenössischer Künstler in Aachen. Berresheim studierte bei Albert Oehlen an der Kunstakademie Düsseldorf und an der HBK Braunschweig bei Johannes Brus.

Seine Arbeiten befinden sich in den Sammlungen des Museum of Modern Art (New York), Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland (Bonn) und Kunstpalast (Düsseldorf). "Monumentale Wandarbeiten ergänzt durch Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Alltagsgegenstände zeigen die beeindruckende Produktivität des Künstlers und werden durch Replikate von naturkundlichen Artefakten, wie zum Beispiel ersten Musikinstrumenten, Kleinskulpturen oder Ritualgegenständen, erweitert," berichtet das Museum.

"Das kenne ich doch alles," mag der unbefangene und kunst- und kulturbeflissene Besucher nun sagen. "Das ist surreale Kunst, wie wir sie beispielsweise von Salvatore Dali kennen." - "Nein, ist es nicht," muß man dem entgegenhalten. Hier wird digitale Kunst gezeigt, bei der Menschen und Landschaft eine wesentliche Rolle spielen. Berresheim gilt dabei als Autodidakt - als er um die 2000er Jahre an der Kunsthochschule war, konnte er sich "Nur wenig Bildung abholen, die mit Digitalität zu tun hatte. Es galt noch der recht analoge Gedanke, die Welt durch Bildebarbeitungsprogramme zu verändern," heißt es dazu in einer Werbeschrift für Kinder und Jugendliche. "2002 hat Tim deshalb einfach angefangen, sich alles selbst beizubringen."

Früher wurde die Natur beispielsweise in Kupferstichen, Gemälden und Zeichnungen abgebildet. Heute übernimmt das der Laserscan. Man braucht als Fotograph (ggfs. künstliches) Licht, um ein Foto knipsen zu können. Heute schickt der Laserscanner selbst gebündeltes Licht in die Welt, um sie abzubilden. Er ist selbst ein aktives Element des schöpferischen Aktes.

Was ist eigentlich die Aufgabe der Kunst im digitalen Zeitalter? Nach Museumsangaben bewegt Berresheim diese Frage. "Die Kybernetik entwickelte sich in den 1940er Jahren und damit Konzepte über Maschinen, die wie Individuen selbständig lernen können. Die Hippie-Bewegung experimentierte mit bewußtseinserweiternden Dromen und träumte vom Ausbau menschlicher Möglichkeiten," berichtet das Museum und beantwortet damit - zusammenfassend - die Eingangsfrage: "Diese Ideen verbindet Berresheim als kybernetischer Hippie."

Diese Ausstellung ist durchaus sehenswert.

Bürgerreporter:in:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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