Ausstellung VHS-Ölmaler in der Donauwörther Stadtbibliothek: “Wir treiben's bunt!” - Bilder im Stil des Kubismus

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Ausstellung VHS-Ölmaler in der Donauwörther Stadtbibliothek:
“Wir treiben's bunt!” - Bilder im Stil des Kubismus

Wollen Sie Motive aus dem Landkreis, etwa das Marienmünster in Donauwörth oder Ort und Burgruine Graisbach, einmal mit ganz anderen Augen ansehen? Etwa aus der Sichtweise des Kubismus? Noch nie probiert? Dann wäre die VHS-Ausstellung in der Donauwörther Stadtbibliothek, die noch bis Ende Mai zu sehen ist, genau richtig.

Ein ästhetisch fulminantes, stilistisch und formal kohärentes Arrangement beeindruckender Ölgemälde der VHS-Gruppe unter Leitung des engagierten Dozenten Johann Obermaier “Wir treiben's bunt - Bilder im Stil des Kubismus” erwartet noch bis zum 30. Mai alle Besucher der Stadtbücherei.

Kubismus? Hm. Pablo Picasso? Ja, ist das denn nicht z u anspruchsvoll für nichtprofessionelle Maler? Könnte man meinen. Widerlegt werden jene Skeptiker durch ein in jeder Hinsicht originelles Ensemble ausdrucksstarker Gemälde.

“Die Bilder des deutsch-amerikanischen Malers Lyonel Feininger (1871 bis 1956) dienten uns als Vorlage. Alle sollten sich ein Motiv aus ihrer Heimat suchen,” erläuterte der agile Stadtrat, der seit vielen Jahren ebenso engagiert als Dozent in der VHS Donauwörth arbeitet.

“Das war eine völlig neue Erfahrung für uns!” berichtete eine Kursteilnehmerin, die ebenso wie alle auf der Vernissage glücklich und fast ausgelassen das überzeugende Resultat ihrer dreijährigen Arbeiten präsentierte.

Vertraute Motive einmal ganz anders anschauen, das ist eine ebenso anregende wie vielversprechende Aufgabe, denn der Betrachter muss sich aus alten, eingewöhnten Sicht- und Deutungsweisen lösen, sich neu auf das altvertraute Motiv einlassen - und entdeckt dabei, was sonst wohl verborgen geblieben wäre.

Der Kubismus, der bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs seine Triumphe eben durch Pablo Picasso oder Feininger z. B. erlebte, führt weg von einer realistisch-konkreten Sicht der Wirklichkeit, abstrahiert die Räumlichkeit (cubus = Würfel) und eröffnet gerade dadurch Bedeutungsmomente, die in der klassischen Malerei so nicht zum Ausdruck kommen können.

Die tagtäglich erlebte Weltwirklichkeit, auch und insbesondere unseres Alltags, neu erleben, um sie in einem tieferen Sinn als wahr und wirklich wahrnehmen zu können - dieses dynamische Moment steckt im Kubismus, der sowohl an den Künstler wie auch an den Betrachter anspruchsvoll und auffordernd herantritt; die Gemälde laden uns ein, uns aus eingefahrenen Sicht- und Anschauungsweisen zu lösen, um kreativ und tiefer eingehen zu können auf das, was wir erleben, auf unsere Heimat, unseren Alltag, nicht nur den Raum, auch unsere altgewohnte soziale Umwelt, ihre Menschen, Aufgaben und Ziele.

Kreativität sprudelt, strahlt und spricht uns an aus den Arbeiten der VHS und öffnet uns Tore zu neuen Perspektiven - innerhalb der immer nur scheinbar gleichen, einen Wirklichkeit, in der wir leben.

Foto: Auf der Vernissage in Donauwörths Stadtbibliothek angetreten (von rechts nach links): Johann Obermaier, VHS-Kursleiter, Evelyn Leippert-Kutzner, Leiterin der Bücherei, Konrad Böswald, VHS-Leiter, mit der Künstlergruppe.

Bürgerreporter:in:

Wolfgang Leitner aus Donauwörth

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