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Es ist offiziell!

    Mal wieder darf das Tagebuch mit dieser Überschrift anfangen! Ja, es ist jetzt in der Tat vollkommen und hochoffiziell - Gipsy ist ausgezogen! Der Urlaub ist vorbei für die kleine Maus und das perfekte Hundeleben kann beginnen. Ich wünsche Dir das aller Beste, die große andauernde Liebe und mögen all Deine Träume, die Du so lange alleine und verzweifelt geträumt haben magst nun endlich in Erfüllung gehen. Du bist der Beweis, dass nichts unmöglich ist und langes Warten am Ende doch diesen weit entfernten Traum von dem viel gerühmten perfekten Leben bei dem einen Menschen, bei der einen Familie wahr werden lassen kann. Ich sage im Namen aller Bewohner hier im Tierheim Danke, dass Du uns Hoffnung und Zuversicht schenkst. Auf Wiedersehen kleine Freundin.
Ich gebe auch zu, ich hatte mich schon damit befasst, dass ich das Tagebuch übernehmen darf. Ich glaube, wenn unsere Menschen einem Urlaubsantrag von uns stattgeben, dann hat das schon Hand und Fuß. Unsere Menschen achten sehr auf uns und das nicht nur wenn wir hier wohnen. Auch viele Ehemalige werden immer mal wieder besucht oder es gibt regelmäßige neue Bilder und Geschichte. So etwas ist wichtig! Unsere Menschen geben all ihre Liebe, Zeit und Nerven und oft genug gibt es dafür keine Belohnung, sondern blaue Flecken und Kratzer…es ist kein leichter Job einer unserer Menschen zu sein. Aber wir alle hier spüren, dass unsere Menschen diese Arbeit gern tun, mit ganzer Seele und viel Leidenschaft. Ja, auch ich bin einer der Tagebuchschreiberlinge, der unsere Menschen über alles liebt und vergöttert – sie haben mir ein Leben geschenkt. Ich hatte kein gutes Hundeleben und hier habe ich gelernt, dass ich ein liebenswertes Geschöpf bin, das geachtet und respektiert werden sollte und nicht nur zum Wachen und Hüten geboren wurde. Hier darf ich ein Hund sein, der auch mal ein dummer Hund ist, aber nie Angst haben muss, verstoßen zu werden. Das hier, was so viele als schlimme Endstation sehen, ist für mich mein Zuhause geworden – ein Platz an dem ich einfach Sammy sein kann. Und jetzt lassen Sie uns anfangen!
Willkommen meine lieben Leserinnen und Leser, bei Sammys Tagebuch.
Ich hatte Ihnen bereits erzählt, dass ich mich auch schon nach einem Informanten im Katzenhaus umgesehen habe und an sich sofort an Baron gedacht hatte, weil der Kater auch sehr mitteilsam ist. Aber und da kommen wir schon irgendwie zu einer guten Nachricht, Baron ist auf eine Pflegestelle gezogen.
Ihm hat das Leben hier im Tierheim doch mehr zugesetzt als er zu Beginn zugeben wollte. Keiner von uns Jungs will als Weichei dastehen, wenn die Mädels alles so scheinbar locker wegstecken können. Da saß Baron mit Bonny in einer WG zusammen und Bonny scheint sich nicht unwohl zu fühlen. Die beiden schienen gut miteinander klar zu kommen und unsere Menschen haben sich gefreut, dass Baron Gesellschaft hat. Die Bereiche im ehemaligen kleinen Hundehaus sind für die Katzen ja auch nicht gerade schlecht. Innenbereich mit Heizung und Außenbereich mit vielen Möglichkeiten, um den perfekten Überblick zu behalten und sich die Pfoten zu vertreten. Doch irgendwie ist das Leben im Tierheim nichts für unseren Roten Baron und unsere Menschen haben für ihn eine wundervolle Pflegestelle gefunden, wo er all die Kuscheleinheiten und Pflege bekommen wird, die er sich wünscht. Es freut mich für ihn und ich denke mir, dass das eine gute Entscheidung war.
Nur damit musste ich meinen so schön aufgestellten Plan über den Haufen werfen.
Wenn nicht Baron wer dann?
Keine Angst, ich habe schon einen Ersatz im Kopf, muss aber erst noch mit ihr reden, ob sie es sich denn auch vorstellen könnte. Einfach so kann ich für die anderen Bewohner nicht entscheiden und vielleicht hat nicht jeder Lust, sich die Zeit mit dem Tagebuch zu vertreiben.
Eine Bewohnerin hat sich aber schon zu Wort gemeldet und so durfte ich schon ein Versprechen geben, denn unsere Bella möchte so unbedingt als Gastschreiberin im Tagebuch auftreten und darauf freue ich mich jetzt schon.
Wissen Sie, Bella und ich habe doch einiges gemeinsam. Unsere Rassen sind beide geboren um zu wachen und zu hüten und nicht gerade selten leben wir nicht wirklich mit Menschen. Hier habe ich gelernt, dass ich nicht nur ein Ding mit einem Zweck bin, sondern, dass ich auch manchmal faul in der Sonne liegen kann, ohne, dass jemand sauer auf mich ist. Ich bin gespannt, ob es Bella ähnlich geht. Zumindest wird sie es auch so empfinden wie ich, dass es so schön ist, morgens mit einem freundlichen Wort begrüßt zu werden!
Wenn ich mich hier umsehe, dann sehe ich auf den ersten Blick viele so genannte gescheiterte Existenzen, die Hilfe brauchen, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Klingt seltsam, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir an unserer Situation nicht schuld sind. Dennoch können wir ohne die Hilfe unserer Menschen nicht das erreichen, was als erstrebenswert angesehen wird: ein Zuhause! Das mag vielleicht nicht berauschend klingen, aber wir als Hunde oder auch Katzen sind auf Sie Menschen angewiesen – gut, ich weiß, alle miauenden Bewohner widersprechen mir hier sofort. Ist in Ordnung! Ich weiß, dass Katzen viel selbstständiger sind als wir Hund. Ich weiß, dass es für Katzen auch kein Problem ist, den Mensch zu unterwerfen. Ja, das weiß ich alles. Aber nichts desto trotz brauchen wir alle den Menschen und seinen Einsatz, denn ohne diesen wären wir schon erst einmal nicht hier angekommen und würden sehr wahrscheinlich ein recht schreckliches Leben führen ohne Aussicht auf Besserung. Ich für meinen Teil, sehe mein Tierheim als Zuhause an. Manchmal kommt mir so der Gedanken, ob ich es denn irgendwann schlimm finden könnte, wenn ich hier einfach bleiben würde. Und wissen Sie was, ich habe Keks dabei ertappt, wie er sich genau den gleichen Gedanken gemacht hat. Aber letztlich das Ziel ist es nicht!
Ich weiß auch, dass gerade Bella und Pino nur allzu gern eine eigene Familie ohne Keks und mich hätten. Ich kann es ja auch irgendwie verstehen. Pino findet das Leben hier nach wie vor nicht super. Er ist so lebensfroh und aufgeweckt und will springen und rennen und spielen – das ist hier halt nicht 24 Stunden am Tag möglich. Aber immerhin jammert er nicht mehr so viel. Ist ja auch schlimm, wenn man einfach so aus der gewohnten Umgebung gerissen wird und keiner einen wiederhaben will. Das ist nicht schön! Aber Pino ist halt auch kein Sofa-Sitzen Hund. Da muss schon Bewegung und Aktion her und das dann gepaart mit ordentlich viel Kuscheleinheiten und Schmusestunden. Aber ich bin mir sicher, dass da noch die richtigen Menschen kommen werden. Unsere Menschen haben so viele gute Zuhause gefunden für so viele Bewohner, deren Aussichten angeblich ganz schlecht waren – da wird doch auch ein gutes Zuhause für Pino zu finden sein. Ja und für Bella und Keks und und und und und und vielleicht auch für mich.
Falls Ihnen auffällt, dass ich ein paar Hundedamennamen nicht erwähne…Sie dürfen vermuten und hoffen und ich erzähle Ihnen dann das nächste Mal mehr dazu!
Und wir bleiben noch ein bisschen beim richtigen Thema: Zuhause!
Zwar gab es leider keine Auszüge aus dem Hundehaus, aber das Katzenhaus hat Auszüge zu vermelden. Sally, Samuel und die kleine Nala haben ihre Familien gefunden und sind ausgezogen.
Na dann viel Spaß und viele schöne Stunden mit Euren Menschen!
Hoffentlich geht das so weiter mit dem Tagebuch und mir, dass ich bei jedem Eintrag auch ein paar Auszüge vermelden kann. Natürlich wird es auch während meiner Zeit Einzüge geben – da gebe ich mich keiner Illusion hin - und Umzüge, wobei vielleicht neue Traumpaare entstehen werden - aber Auszüge sind einfach toll. Und wer verteilt nicht gern gute Nachrichten!
So und damit entlasse ich Sie in ein hoffentlich schönes und ereignisreiches Wochenende und wie hat Gipsy so schön gesagt: Vergessen Sie uns nicht.
Ihr
Sammy

http://www.tierheim-hoechstaedt.de
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1 Kommentar
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 01.04.2017 | 18:08  
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