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Türkische Riviera, Kap Gelidonya und eine Ottomane

Blick auf das Taurusgebirge
 
Haus in Karaöz

Eine Wanderung auf dem lykischen Weg zum Leuchtturm  Kap Gelidonya

Wir stehen Anfang Januar 2012 mit unserem Wohnmobil in der Türkei auf einem schönen Picknickplatz zwischen Mavikent und Karaöz, direkt am Meer. Der Platz bietet unter Kiefern Schatten, herrliche Aussicht auf das Meer, einen Brunnen und nicht gerade komfortable Toiletten. Er ist aber sehr beliebt bei der einheimischen Bevölkerung, die an den Wochenenden hier zum Grillen und Picknicken kommen.

Die Nacht war vom Wind her etwas stürmisch und hat eine starke Brandung gehabt. Doch jetzt um 07:45 Uhr ist es ruhig, fast windstill, klarer Himmel und die Sonne will gleich hinter den Bergen hervorkommen.

Es verspricht ein schöner Tag zu werden.

Also, die Zeit und das Wetter nutzen und die geplante Wanderung zum Leuchtturm unternehmen. In dem Roth-Wanderführer „Türkische Riviera“ ist diese Wanderung von Karaöz zum Kap Gelidonya aufgeführt und als sehr reizvoll beschrieben. Sie soll ab Karaöz ungefähr 4,5 Stunden dauern, wobei wir selbstverständlich erst noch nach Karaöz gehen müssen (3km eine Richtung). So gehen wir auf der D400 von unserem Stellplatz nach Karaöz und finden auch am Ortsausgang den Einstieg zu der ausgeschriebenen Wanderung. Hier ist sogar der Weg zum Leuchtturm ausgeschildert. Auf einem breiten Forstweg kommen wir sehr gut voran. Ein zusätzliches Hinweisschild zeigt uns, dass wir auf dem lykischen Weg nach Adrasan sind. Dieses ist aber für uns nur die grobe Richtung. Soweit wollen wir wirklich nicht gehen. Der Weg gibt an einigen Stellen immer wieder den Blick über die große Bucht frei. Herrlich!

Wir sehen im Hintergrund schneebedeckte Berggipfel und müssen uns damit vergegenwärtigen, dass wir, trotz Küstennähe, immer am Fuße des Taurusgebirges sind. Auch hier blühen jetzt die Anemonen in den Farben weiß, blau und rot. Nochmals herrlich!

Auch hier, doch eigentlich in der Wildnis, gibt es am Wegesrand Trinkwasserbrunnen in Form von Wasserhähnen. Nach einer Rast nehmen wir das letzte Wegstück in Angriff. Nach der Tourenbeschreibung in dem Wanderführer müsste jetzt der Abzweig zum Leuchtturm kommen. Doch leider sind nur Zeitangaben für den Weg angegeben und so „tappen wir im Dunkeln“. Denn die Zeitangaben stimmen mit der Wirklichkeit nicht so ganz überein. Vielleicht hat der Autor der Wanderbeschreibung einen schnellen Schritt gehabt.

Erst viel später erreichen wir den Abzweig mit dem großen Hinweisschild zum Leuchtturm. Der Aufstieg ist in der Hitze sehr anstrengend und wir sind froh, als wir endlich nach gut 45 Minuten den Leuchtturm erreichen. Die Aussicht von hier oben entschädigt uns aber für die Strapazen.
Das weit ins Meer geschobene Kap Gelidonya, an der südlichen Spitze einer gebirgigen Halbinsel, steht seit Menschengedenken im Ruf, eine der gefährlichsten Ecken an der lykischen Küste zu sein. Bei dem Versuch, das Kap zu umfahren, sind im Laufe der Geschichte etliche Schiffe gesunken. Eines davon stammt aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. und gilt seit seiner Entdeckung 1982 als einer der ältesten Wrackfunde weltweit. Seit 1936 weist ein Leuchtturm den Schiffen den Weg, für Wanderer ein wunderbarer Aussichtsplatz auf die vorgelagerten fünf Felseninselchen Bes Adalar. Der Leuchtturm wurde von einem Franzosen 1936 erbaut und bietet gleich nebenan eine Ottomane unter Olivenbäumen zum Verweilen an.
Nach einer ausgiebigen Rast mit beyaz ekmek (türkische Weißbrot) und kasar peyniri (türkischer Schnittkäse), treten wir au gleicher Strecke den Rückweg an und sind um 16.00 Uhr wieder an unserem Stellplatz. Das mitgeführte Navigationsgerät zeigt am Ende 22,03 km Wegstrecke an.
Der Wanderführer hat Recht, es ist wirklich eine schöne und reizvolle Wanderung gewesen.
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Romi Romberg aus Berlin | 04.05.2018 | 11:38  
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