Augsburg schon 2017 Weltkulturerbe?

Augsburg möchte Weltkulturerbe werden und rechnet sich gute Chancen aus. Das Thema der Fuggerstadt: "Wasser und Wasserversorgung". Im August soll die Bewerbung bei der Kultusministerkonferenz in Berlin eingereicht werden.

UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, vergibt den Titel "Weltkulturerbe" an einzigartige und authentische Stätten - doch zuvor müssen sie vom jeweiligen Staat vorgeschlagen werden. Augsburg könnte ein deutscher Kandidat für den Titel sein. Bei erfolgreicher Bewerbung in Berlin könnte Augsburg in fünf Jahren auf der Liste des Welterbes stehen. Mit dem Thema macht die Universitäts- und Hauptstadt des schwäbischen Regierungsbezirks in Bayern auf seine Wasserbaukunst, sein Trinkwasser und seine Wasserkraft aufmerksam. Wasser, so Kulturbürgermeister Peter Grab und Autor Martin Kluger gegenüber der Augsburger Allgemeinen, spielte eine große Rolle für die Entwicklung Augsburgs. Architektonische Werke wie zahlreiche Brunnen, Kanäle und Wassertürme prägen das Stadtbild und erzählen einen Teil der Augsburger Geschichte. Lech und Wertach lieferten vor und während der Zeit der Industrialisierung somit des Booms der Textilindustrie in Augsburg Wasserkraft. Augsburgs hervorragendes Grundwasser und historische Techniken dieses an die Oberfläche zu pumpen seien sehr bekannt.

Ein ungewöhnliches Thema als Erfolgsgarant?

Bauten, die für den Titel des Weltkulturerbes in Frage kommen, müssen im Original erhalten sein. Aus diesem Grund könne sich Augsburg zum Beispiel nicht mit der Fuggerei oder anderen Gebäuden, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, bewerben. Welterbe-Experten, so Grab, signalisierten, dass die Chancen mit einem ungewöhnlichen Thema wie Wasser besser seien.
Das zeigen auch letzte Aufnahmen in die UNESCO-Liste des Welterbes: Das historische Hydraulik-System von Shushtar im Iran (2009) und die Oberharzer Wasserwirtschaft (2010). Diese beiden Titelträger sind bisher die Einzigen mit Süßwasserthema und auf einen Schwerpunkt fokussiert. Augsburgs Thema ist allgemeiner. Die Augsburger Allgemeine schreibt, dass sich die Stadt große Chancen auf den Titel aus ausrechnet, "weil die Wasserthematik hier sehr umfassend ist und bis in die Zukunft hineinreicht. Entsprechende Signale gab es offenbar auch von Welterbe-Experten." Die 48.000 Euro für die Bewerbung werden von Sponsoren (40.000 Euro) und dem Erlös auf dem Verkauf eines Buches (8.000 Euro) getragen.

Was denken Sie? Hat Augsburg es verdient, 2017 Weltkulturerbe zu sein?

Drei Brunnen in Augsburg:

Bürgerreporter:in:

Sandra Ebert aus Augsburg

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