Viel Made in Germany bei Olympia 2016 in Rio

Das Olympische Feuer vor dem Windspektakel aus Mittelfranken
Deutsches Knowhow ist auch bei den Spielen in Brasilien wieder viel gefragt. Neben Großkonzernen wie Adidas, Puma und Siemens sind vor allem auch viele andere Groß- und Mittelständische Unternehmen aus Deutschland zu nennen, die zum gelingen der Olympischen Spiele in Brasilien beitragen. Ich habe in meinem Bericht einmal ein paar dieser Betriebe, die teilweise schon sehr lange in diesem Geschäft tätig sind zusammen getragen.

Das Olympische Feuer kommt zum Beispiel von einer Firma aus Mittelfranken. Die Skulptur des Künstlers Anthony Howe, die während der Olympischen Sommerspiele in Rio das Olympische Feuer trägt, wurde von der Firma Hüttinger Interactive Exhibitions in Schwaig bei Nürnberg gefertigt.
Alleine durch die Windkraft betrieben, setzen sich die Arme der Skulptur in Bewegung und bilden so ein wunderschönes Spektakel aus Lichtreflektion und kinetischer Energie. Mit einer Höhe von 7,6 Metern steht die Skulptur auf dem Olympischen Boulevard in Rio de Janeiro und ist ein echter Besuchermagnet während der Spiele.


Die Herrenknecht AG etwa lieferte eine Tunnelbohrmaschine für den Bau der neuen U-Bahn-Linie 4 in Rio de Janeiro. Zum ersten Mal kommt in Brasilien ein solches Gerät zum Einsatz. Um die unterschiedlichen Böden zu bewältigen, konstruierten die Herrenknecht-Ingenieure die Maschine so, dass sie im Tunnel umgebaut werden kann.

Alleine der Siemens-Konzern hat Aufträge von über einer Milliarde Euro an Land gezogen. Er beliefert Brasilien mit Infrastrukturlösungen für die Bereiche Transport, Energieversorgung, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. Für die Spiele hat sie u.a. bei einer neuen U-Bahnlinie und einer Station die gesamte Versorgung mit Strom und Energie gebaut. In dem Manè Garrincha National-Stadion wurden über 10.000 Photovoltaikzellen auf dem Dach installiert. Damit kann das Stadion bis zu 50 Prozent seines Energiebedarfs decken.

Für die Logistik von Rio zeichnet die Schenker Deutschland AG verantwortlich. Die Spezialisten übernehmen Logistik für die Deutsche Olympiamannschaft und weitere Teams, die Paralympischen Spiele und das „Deutsche Haus“. Bevor die Teilnehmer der Olympischen und Paralympischen Spiele 2016 ab dem 5. August in Rio de Janeiro um die Medaillen zu kämpften begannen, hatten die Logistikexperten von DB Schenker einen Großteil ihrer Arbeit bereits getan. Die Schenker Deutschland AG war erneut als „Offizieller Co-Partner der Deutschen Olympiamannschaft“ sowie exklusiver Logistikpartner für das Deutsche Haus Rio 2016 im Einsatz.
Und auch die weiteren offiziellen Logistikpartner der Schenker-Landesgesellschaften aus Österreich, Norwegen, Portugal und der Schweiz sorgten dafür, dass die Ausstattung ihrer jeweiligen Nationalmannschaften pünktlich nach Rio geliefert wurden. DB Schenker in China, Japan und Südkorea kümmert sich um den Transport von TV-Gerät. Die Niederlassungen in Singapur liefern Boote und Ausrüstung für ihr Segelteam. Bis Juni verschiffte DB Schenker rund 940 Container (TEU) mit Mobiliar für das Olympische Dorf, vorrangig aus Asien. Für die Eröffnungs- und Abschluss-zeremonie wurde Material aus Italien, Deutschland, Kanada und Australien ins Maracana-Stadion geliefert.

Das Unternehmen Peden Bloodstock mit Sitz in Mühlheim (NRW), zeichnet für den Transport von rund 230 Pferden aus 49 Nationen Weltweit verantwortlich, die bei den Olympischen Spielen in Rio starten. Als Spezialist für fliegende Pferde ist sie verantwortlich für die teuersten Sportgeräte der Olympischen Spiele. Die Europäischen Pferde werden in Lüttich bzw. dem britischen Stanstead in Boeing 777- Spezial-Maschinen verladen.

In Rio angekommen, hilft erneut deutsches Knowhow. Hier übernimmt der Steinhagener Pferdespediteur Johannsmann die wertvolle Ladung mit den Edel-Pferden. Die neun Flüge aus Europa sind so geplant, dass sie abends ankommen. Das bedeutet freie Straßen für den weiteren Transport, sagt der Spediteur. Die Vier Spezial-Transporter wurden schon im März nach Rio verschifft. Der gesamte Transfer von Europa aus ist nicht billig. Mehr als 20 000 Euro pro Tier werden hierfür veranschlagt. Die Transportkosten tragen die Rio-Organisatoren.



Die Losberger GmbH aus Bad Rappenau lieferte Zelte, Hallen und Container für viele Veranstaltungsorte und für einige internationale Fernsehanstalten.

Das Unternehmen Hightex aus Bernau in Oberbayern, wurde auch für die Konzeption und Installation der Membrandachkonstruktionen für die Olympiastadien des Maracana-Stadions in Rio de Janeiro, sowie des Beira-Rio-Stadions in Porto, Beira Rio-Stadion in Porto Alegre und beim Stadion Arena das Dunas in Natal bauftragt.

Die Messe Düsseldorf fand eine Immobilie im Stadtteil Barra da Tijuca. Sie plante und baute dort das „Deutsche Haus“, die Begegnungsstätte für die deutschen Olympiateilnehmer.

Das Catering-Unternehmen Kofler & Kompanie aus Berlin, ist mit ihrer Filiale in Sao Paulo für das Catering während der Olympischen Spiele zuständig.

Die BHS Tabletop AG aus Weiden in der Oberpfalz zeichnet verantwortlich für die Geschirr-Ausstattung des Maracanã-Stadions

Der Hersteller für Stahlrohrmöbel Stechert aus dem Mittelfränkischen Wilhermsdorf lieferte rund 200.000 Stühle an vier Stadien und an ein Trainingscenter

Die Radsport-Wettkämpfe in Rio de Janeiro werden auf einer westfälischen Radrennbahn ausgefahren. Das Architektenbüro Schürmann aus Münster ist seit mehr als 90 Jahren auf den Bau solcher Bahnen spezialisiert.

Für die Sicherheit bei den ersten Olympischen Spielen in Südamerika sorgt auch eine kleine Technologiefirma aus Mecklenburg. Airsense Analytics lieferte „elektronische Nasen“ zur Terrorabwehr nach Brasilien.

Die Hockeyteams treten in Rio auf Kunstrasen der Firma Sport Group aus Burgheim in Bayern an.

AMF Knauf mit Sitz im bayrischen Grafenau bzw. Iphofen in Unterfranken zeichnet verantwortlich für den Einsatz von Spann- und Deckensystemen in den Stadien in Belo Horizonte und Brasília

Die Firma Osram stellte die gesamte Beleuchtungstechnik für das Stadion São Paulo

Auch das Erfolgsunternehmen Satis & Fy ist in Brasilien vertreten. Olympia Made in Karben aus Hessen ist dort verantwortlich für die Veranstaltungstechnik.

Die Firma Bauerfeind ein kleines Familienunternehmen aus dem thüringischen Zeulenroda, versorgt bei den Olympischen Spielen in Rio die Sportler mit Bandagen und Kompressionsprodukten. Insgesamt wurden circa 9000 Produkte und 15 Mitarbeiter von Zeulenroda nach Rio geschickt, um alle nötigen Produkte für die 10.500 Sportler in verschiedenen Größen vorrätig zu haben.

Die Firma Technogym mit Sitz u. a. in Neu Isenburg, hat einen Vertrag unterzeichnet, der das Unternehmen zum exklusiven Lieferanten von Fitnessausrüstung für alle Trainingszentren der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio macht. Technogym stellt hierfür 1.000 Geräte bereit und auch die digitale Cloud-Plattform Mywellness, die es Athleten ermöglicht, sich direkt an den Fitnessgeräten oder von ihren mobilen Geräten aus mit ihren persönlichen Trainingsprogrammen zu verbinden.

Die STI Group - Gustav Stabernack GmbH aus Lauterbach/Hessen gehört zu Europas führenden Anbietern für verkaufsfördernde Displays und intelligente Verpackungen. Sie beauftragte über 40 Designer aus neun Ländern sich bei einem internationalen Designer-Meeting mit Ideen für Olympia-2016 in Rio auszutauschen. Teams aus Brasilien, Australien, den USA, Ungarn, Deutschland, Russland, UK, Spanien und Israel entwickelten über 130 Konzepte für unterschiedliche Warengruppen und Ladenformate. Unter anderem stand dieser Wettbewerb auch unter dem Leitthema der Spiele, der Nachhaltigkeit. Vor allem bei zeitlich begrenzten Themen wie Sportevents sind daher neue Konzepte gefragt, die entweder nach Ablauf der Kampagne einen Mehrwert bieten oder bei deren Produktion der Nachhaltigkeits-gedanke bereits im Fokus steht. Eines der Beispiele hierfür ist ein Langzeitdisplay, das nach Abverkauf der Produkte zum Beispiel als Fahrradständer umfunktioniert wird.

Auch für die Gesundheit der Sportler ist eine Deutsche Firma bei den Olympischen Spielen maßgeblich Verantwortlich. Seit 32 Jahren rüstet die Firma Pharma Liebermann aus Gundelfingen Spitzensportler mit Balsam, Ölen und Salben jeder Art und für alle Beschwerden aus.

Die Firma Spieth aus dem schwäbischen Maselheim/ Sulmingen ist einer der größten Hersteller von Turngeräten. Sie ist ein führender Hersteller im Bereich von Wettkampfturngeräte, die sich durch ein Höchstmaß an Sicherheit und herausragende Qualität auszeichnen. Sie ist einer der Ausrüster für viele Turngeräte während der olympischen Spiele in Rio. Und sie war es auch, die Fabian Hambüchen nach seinem Gewinn der Goldmedaille, das Turngerät schenkte. Es soll nun in seiner Trainingshalle in Wetzlar aufgestellt werden.

Das Unternehmen SonoVTS mit Hauptsitz in Feldkirchen bei München ist auch bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro Technikpartner des ORF. Am Ipanema Beach installiert wurde die Technik für das gläserne Studio des Senders in einem temporär errichteten Holzbau verbaut. Auch die ORF-Technik im International Broadcast Center (IBC) stammt großteils von SonoVTS. Auch dem NDR wurden kleine Regien mit jeweils drei Kameras für die Disziplinen Reiten, Schwimmen und Rudern geliefert. Sie wurden in Deutschland komplett vorkonfiguriert und dem NDR in Rio so übergeben.

Und ich bin der Meinung, dass ich noch eine ganze Menge an weiteren Firmen vergessen habe, die bei der Austragung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro beteiligt waren. Aber es zeigt doch ganz deutlich, wie hoch Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland im Kurs stehen.
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