Buchplauderei vom April 2014

1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum WELTTAG DES BUCHES!
Eine regionale Tradition ist zu einem internationalen Ereignis geworden.
Nach einem katalanischen Brauch war es üblich, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Heute ist es das Anliegen des Welttages, auch Nichtleser ans Lesen heranzuführen.

Wie sagte schon W. Somerset Maugham:
Sich das Lesen zur Gewohnheit machen heißt, sich einen Ort zu schaffen, in den man sich vor fast allem Elend des Lebens zurückziehen kann.

Auch wenn in Büchern oft über das Elend des Lebens geschrieben wird. In „Der Rache kaltes Schwert“ von Deborah Crombie ist es ein bestialischer Mord an einer jungen Frau. Die Ermittler Kincaid und James, die Crombie-Lesern wohlbekannt sind, müssen sich diesmal mit einem Fall auseinandersetzen, der sie in die tiefen Abgründe der Menschen blicken lässt.
Von der ersten bis zur letzten Seite schafft es die Autorin einen zu fesseln. Sie legt ständig falsche Fährte und als Leser geht man oft in die Irre, so ist das Ende dann auch umso überraschender.

Überraschende Wendungen nimmt auch das Leben von Johanna Thurau, deren Schicksal in Lübeck zu Beginn des 19. Jahrhunderts an den geheimnisvollen Bernsteinanhänger gebunden ist, den ihre Mutter ihr hinterlassen hat. Im historischen Roman „Die Bernsteinheilerin“ von Lena Johannson soll Johanna eine handwerkliche Lehre zur Bernsteinschnitzerin machen, obwohl ihr dazu jegliches Talent fehlt. Ihre wahre Bestimmung, die sie oft in Gefahr bringt, liegt auf einem ganz anderen Gebiet. Auf der Suche nach ihren Wurzeln findet Johanna schließlich nicht nur ihre Berufung, sondern auch ihre große Liebe.
Alle, die gerne gefühlvolle historische Romane mit starken weiblichen Protagonistinnen bevorzugen und sich an gut recherchierten Beschreibungen historischer Schauplätze und Lebensumstände erfreuen, wird dieses Buch in seinen Bann ziehen.

Andrea Schacht, dieser Name ist den Liebhabern historischer Romane ebenfalls ein Begriff. In ihrem Roman „Goldbrokat“ gibt die Autorin Einblicke in die Geschichte der Seidenzucht und des Seidenhandel im 19. Jahrhunderts in China und Süd-Frankreich.
Ihre Protagonistin Ariane ist, wie so viele von Andrea Schacht erschaffene Frauenfiguren, eine intelligente und nach Unabhängigkeit strebende junge Frau. Sie missachtet so manches Mal die steife Etikette des Bürgertums, schafft es aber trotz aller Hindernisse sich auf eigene Füße zu stellen.
Die Autorin hat wieder einen vielschichtigen, unterhaltsamen und spannenden Roman geschaffen, der einen von den ersten Seiten an fesselt. Es gelingt ihr mühelos, ihre Charaktere interessant und facettenreich zu beschreiben, dass sie einem schnell ans Herz wachsen.

Ich wünsche Euch allen einen Ort, an den Ihr Euch für Mußestunden zurückziehen könnt!

Sabine
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2 Kommentare
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 06.05.2014 | 22:56  
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Ingrid Wittich aus Mücke | 10.05.2014 | 15:53  
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