An den Bahnbaustellen der Main-Weser-Bahn vom 1.5 - 3.5. 2015

Der Ersatzzug von Kassel nach Neustadt in Treysa. Normalerweise halten keine Mittelhessen-Expresse auf Gleis 1.
    Marburg: Hauptbahnhof |

Der erste Mai fiel 2015 auf einen Freitag, was zu einem langen Wochenende führte. Das nutzte die Deutsche Bahn, um zahlreiche Arbeiten an der Main-Weser-Bahn auszuführen, die im normalen Bahnbetrieb nicht möglich sind.

Kassel

Die Baustelle hatte Auswirkungen auf den Bahnverkehr bis Kassel:
* Es gab leicht veränderte Abfahrtszeiten bei den RegioTrams (Kassel - Treysa).
* Laut Plan sollten die RegionalExpress-Züge mit leicht modifizierten Abfahrtszeiten zwischen Kassel und Neustadt verkehren. Um eine Stunde versetzt sollten zusätzliche Züge fahren, so dass sich etwa ein Stundentakt ergibt. Die RE-Züge in normaler Fahrplanlage sind jedoch wahrscheinlich alle ausgefallen, so dass Neustadt - Kassel nur zweistündlich bedient wurde. In der Fahrplanauskunft waren Informationen eingetragen wie "Zug fällt aus" oder "Neustadt(Kr Marburg) - Kassel Hbf: Bauarbeiten. Der Zug fällt aus und verkehrt unter einer anderen Zugnummer ca. 1 Stunde früher." Diesen Hinweis bekam man aber je nach Art der Fahrplanabfrage nicht zu sehen (z.B. bei den Fahrplanauskünften vom RMV und NVV oder im persönlichen Fahrplan). Für das Zugpersonal bedeutete das zusätzliche Mühe, da zahlreiche Reisende nach den in ihren ausgedruckten Verbindungen erscheinenden Zügen fragten.
* Die sonst über die Main-Weser-Bahn fahrenden IC-Züge fuhren über Fulda.

Treysa

Treysa war Endpunkt des Schienenersatzverkehrs. Der Busverkehr bis Treysa war als Ersatz für den Mittelhessen-Express nötig, zumal die bis Neustadt fahrenden Züge nicht in Wiera hielten.

Neustadt

* In Neustadt hielten alle Züge auf Gleis 3. Abwechselnd fuhren ein Mittelhessen-Express aus zwei Teilen und ein Doppelstockzug, der komplett aus modernen bzw. modernisierten Wagen bestand. Die Züge hatten etwa 90 Minuten Aufenthalt in Neustadt.
* Beim Schienenersatzverkehr endete ein Teil der Busse in Neustadt.
* Auf den Gleisen für den Güterverkehr wurde Schotter verladen und nach Stadtallendorf gefahren.
* Die zwei Bahnübergänge zwischen Neustadt und Stadtallendorf waren gesperrt.

Stadtallendorf

* Beim Stellwerk nahe der Südschule wurde ein Durchlass unter der Bahn erneuert. Dafür mussten die Gleise entfernt werden, und der Durchlass wurde komplett ausgegraben. Weichen beim Durchlass und ein Stück weiter östlich wurden ausgetauscht.
* Material wurde von Neustadt und aus dem Bahnhofsbereich angeliefert.
* Der Verkehr auf der Werksbahn zur Eisengießerei Fritz Winter ruhte. Eine Diesellok war direkt hinter dem Tor am Werksgelände abgestellt. Die Werksbahn wurde bei der Südschule auch zur Materialverladung benutzt.
* Am zweiten Mai kippte ein Schotterwagen beim Entladen auf einer Seite aus dem Gleis. Deswegen musste der Rettungszug aus Kassel mit Material zur Bergung angefordert werden. Gegen 16:50 Uhr wurde ein roter Wagen mit Notfalltechnik von einer Baustellenlok gebracht. Der entgleiste Wagen wurde mit zwei Baggerschaufeln wieder ins Gleis gedrückt, wozu die Kupplung zum nächsten Wagen mit einem Schweißgerät durchtrennt werden musste. Nach dem Unfall wurden die Güterwagen vor dem Entladen ans Gleis gekettet, um ein Umkippen zu verhinern.
* Der Schienenersatzverkehr sollte gemäß Plan am Rathaus halten. Zahlreiche Busse sind jedoch auch zum Busbahnhof gefahren, wo mancher Fahrgast wartete. Am Bahnhof gab es zwar einen Abfahrtsplan und eine Liste der angefahrenen Haltestellen, aber an den Bushaltestellen waren keine Hinweise zum Schienenersatzverkehr angebracht worden.

Langenstein

Ein Stück östlich der Straßenbrücke wurde ein Bachdurchlass erneuert. Wie in Stadtallendorf wurde der Bahndamm an der entsprechenden Stelle komplett abgegraben.
Die Versorgung mit Schotter erfolgte per LKW. Neben der Straßenbrücke wurde der Schotter auf einen kleinen Wagen umgeladen, den ein an den Bauarbeiten beteiligter Bagger zur Baustelle zog.

Anzefahr

In Anzefahr wurde mit den Sanierungsarbeiten an der Straßenbrücke begonnen. Dazu wurde von dem Betonbauwerk die oberste Schicht abgetragen. Die Bauarbeiter hatten die Gleise mit einer Plane abgedeckt und ein Gerüst darauf aufgebaut.

Cölbe

In Cölbe wurden Weichen am Bahnhof Richtung Kirchhain ausgetauscht. Der in der Nähe befindliche Bahnübergang war geöffnet.
Der Bahnsteig für die Züge von und nach Kirchhain wurde zum Abstellen von Schotterwagen benutzt. Am Bahnsteig für die von der Kurhessenbahn betriebenen Nebenbahnen herrschte der übliche Bahnbetrieb. Ein Teil der Züge Richtung Frankenberg fuhr aber etwas später ab als sonst.

Marburg

Marburg war Ausgangspunkt des Schienenersatzverkehrs Richtung Neustadt und Treysa. Die Busse hielten in der Straße vorm Bahnhof. Zwischen Ankunft und Abfahrt in Marburg warteten sie auf dem neben McDonalds gelegenen großen Parkplatz.
Auf dem Bahnhofsgelände fanden verschiedene Gleisbauarbeiten statt.
Züge nach Frankfurt hielten auf Gleis 2. Ein Netz am Bahnsteig blockierte den Zuggang zu Gleis 4, das nicht genutzt wurde.
Bei den Doppelstockzügen war eine zehn Minuten spätere Ankunft in Marburg eingeplant, wodurch keine Anschlüsse Richtung Erndtebrück möglich waren.

Niederwalgern

In Niederwalgern wurden Weichen ausgetauscht. Deswegen stand nur ein Gleis für den Bahnverkehr zur Verfügung.

Lollar

Wegen der Bauarbeiten in Niederwalgern verkehrten die Züge der HLB und etwa die Hälfte der Mittelhessen-Expresse nur zwischen Frankfurt und Lollar. Zwischen Lollar und Marburg gab es Schienenersatzverkehr für die ausgefallenen Züge.

Wegen der Bauarbeiten gab es noch Fahrplanänderungen am frühen Montagmorgen und dazu reichlich ungeplante Verspätungen. Selbst am Nachmittag hatten manche Nacharbeiten Auswirkungen auf den Bahnbetrieb - so konnte die HLB nicht alle Fahrten nach Stadtallendorf durchführen, weil die Gleise belegt waren.


Bilder
Die Bilder zeigen Aufnahmen von den Bauarbeiten und ihren Auswirkungen. Die Arbeiten in Stadtallendorf sind umfangreicher dokumentiert.
Die Bilder entstanden entlang der Strecke Treysa - Lollar und sind nach Ort sortiert. Die Aufnahmen von Niederwalgern und Lollar entstanden erst eine Woche später, als der Weichenaustausch in Niederwalgern fortgesetzt wurde. Ein Teil der Aufnahmen aus Stadtallendorf stammt von Leif-Erik Zaschke.
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