WELTREISE 2013 – TEIL 40: SAKURA IN YOKOHAMA UND TOKYO

SAKURA, KIRSCHBLÜTE IN YOKOHAMA
 
EINFAHRT IN DEN HAFEN VON YOKOHAMA
Am achten Tag nach Abfahrt von der Insel Kauai’i fährt unser Schiff am Nachmittag in die große Bucht von Yokohama ein. Zwischen den Halbinseln Tateyama (Steuerbord) und Miura (Backbord) tuckern wir langsam unter der Hafenbrücke hindurch und machen an dem im Stadtteil Kanagawa gelegenen Cruise Ship Terminal am Osanbashi Pier fest. Von der Stadt her blinkt unser erstes japanisches Riesenrad herüber. Es gibt wohl keine japanische Stadt, die nicht über ein solches Rad verfügt – wie wir noch lernen sollen.

Unser Schiff MS „Amadea“ wurde seinerzeit von Japan erworben, wo es den Namen „Asuka“ trug und der Stolz aller Japaner war. Entsprechend herzlich ist jetzt der Empfang im Hafen von Yokohama. Donnernde Trommelwirbel begrüßen uns lautstark, denn auf dem Terminal hat sich ein Ensemble mit seinen Taiko-Trommeln aufgebaut. Alle Passagiere stürzen auf ihre Balkons oder an die Reling, um die Attraktion zu genießen. Unglaublich präzise und synchron werden die unterschiedlich großen Trommeln geschlagen und dabei sogar lockere Tanzschritte hinzugefügt. Wir sind begeistert von der Professionalität der Trommler-Truppe und bedanken uns mit heftigem Applaus. Von der gegenüber liegenden Saite des Piers grüsst uns das neue japanische Kreuzfahrtschiff „Asuka II“. Mit anderen Worten, Japan macht für uns einen richtig „Grossen Bahnhof“.

Nach dem Abendessen verlassen wir das Schiff durch das moderne, mit Rasen bedeckte und holzgetäfelte Terminal. In der Empfangshalle werden wir von einer virtuosen „Shamisen“ Spielerin (dreisaitiges Lauteninstrument) begrüßt. Ja, wir sind in Asien angekommen. Zum ersten Male auf dieser Reise befinden wir uns in einem Land, dessen Sprache wir nicht verstehen.

Unser erster Abendspaziergang auf japanischem Boden führt uns durch die gepflegten Hafenanlagen bis zum Riesenrad und dem Landmark Tower. Uns fällt auf: kein Müll in den Strassen, keine Graffiti an den Wänden, keine Papierkörbe oder Abfalleimer, alle Fußwege und Uferpromenaden sind perfekt ausgeleuchtet. Wir haben sofort ein Gefühl der Sicherheit, obwohl es schon spät am Abend ist.

Da wir Japanisch weder sprechen noch lesen können, trauen wir uns nicht, am nächsten Morgen per Mietwagen oder Taxi loszulegen, denn kaum ein Taxifahrer spricht Englisch. Also haben wir einen halbtägigen, organisierten Ausflug per Bus nach Tokyo gebucht. Über die Hafenbrücke und die berühmte Regenbogenbrücke werden wir direkt ins Chuó-Viertel von Tokyo gekarrt, ohne dass wir unterwegs eine Stadtgrenze wahrnehmen können. Ganz Japan scheint eine unendliche Stadt mit einem Labyrinth von ineinander verschlungenen Schienensträngen, Autobahnen, Strassen, Brücken und Unterführungen zu sein.

Unsere Busbegleiterin, deren Deutsch leider kaum zu verstehen ist, schwärmt während des gesamten Ausfluges von der bereits beginnenden Kirschblüte. Wir lernen, dass diese kurze Periode des japanischen Frühlings wie eine Droge auf Japaner wirkt. Alle Menschen sind glücklich und völlig „aus dem Häuschen“. Wir merken es.

Im Stadtteil Chuó, besser bekannt als „Ginza“, sehen wir den klassischen Bau des Kabukiza Theaters, das weltbekannte zylinderförmige San’ai-Gebäude und die Edelkaufhäuser Wako und Mitsukoshi.

Vorbei am alten Bahnhofsgebäude, dem Tokyo-Tower (1958) und dem neuen „Tokyo-Sky Tree“ (TV-Turm, 2012) fahren wir zum großen Vorfeld am Haupteingang des Kaiserpalastes (Kókyo). Der riesige Park, der nur über eine Steinbrücke (von rechts nach links) und eine sich anschließende eiserne Brücke (von links nach rechts) erreichbar ist, ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Also bewundern wir stattdessen die Kirschblüte und sind glücklich und zufrieden wie alle Japaner im Frühling: Sakura.

Nachmittags, zurück in Yokohama, bummeln wir durch die quirlige „China-Town“ mit ihren bunten Geschäften und überschwänglich dekorierten Tempeln. Auffallend sind immer wieder die kurzen krummen Beine vieler Japanerinnen. Zahlreiche Passanten tragen Gesichtsmasken und wir sehen niemanden, der sich die Nase putzt. Wir fragen uns, ob es da wohl einen Zusammenhang gibt. Schließlich schlendern wir über die schön angelegten Hafenpromenaden, vorbei an Strassenkünstlern, zurück zum eleganten Terminal und unserem Schiff, das gegen Abend ablegt.

Fortsetzung folgt.

Siehe auch: http://www.myheimat.de/marburg/freizeit/weltreise-...
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14 Kommentare
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Shima Mahi aus Langenhagen | 10.02.2014 | 16:23  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 10.02.2014 | 17:24  
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Silvia B. aus Neusäß | 11.02.2014 | 11:35  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 11.02.2014 | 12:23  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 11.02.2014 | 17:24  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 11.02.2014 | 17:55  
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 11.02.2014 | 23:36  
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Bernd Sperlich aus Hannover-Bothfeld | 12.02.2014 | 09:53  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 12.02.2014 | 11:16  
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Bernd Sperlich aus Hannover-Bothfeld | 13.02.2014 | 08:59  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 13.02.2014 | 16:01  
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