Bildungsland Bayern verschläft den Ausbau seiner Ganztagsschulen.

Schulzentrum Landsberg, wie verschlafen in den Osterferien.
Dr. Herbert Kränzlein kritisiert den schleppenden Ausbau der Ganztagsangebote an bayerischen Schulen scharf. Nur knapp fünf Prozent aller Schüler besuchen Ganztagsschulen mit Nachmittagsunterricht. Die SPD fordert ein Ganztagsangebot für alle Schülerinnen und Schüler.

Wie das Kultusministerium auf Anfrage zugibt, sind die Ausbauquoten verheerend. Nur 4,3 Prozent der Grundschüler und knapp über fünf Prozent aller Schüler besuchen eine echte Ganztagsschule - das ist ein Armutszeugnis für das selbsternannte Bildungsland Bayern. Ganz besonders kritisch ist die Lage an weiterführenden Schulen. In den Landkreisen Landsberg am Lech und Fürstenfeldbruck gibt es keine Realschule und kein Gymnasium, das eine Ganztagsklasse der offenen oder gebundenen Art anbietet. Einer Definition der Kultusministerkonferenz der Länder zufolge werden Schulen mit Angeboten der ganztägigen Förderung und Betreuung im Anschluss an den Vormittagsunterricht als „Offene Ganztagsschulen" und Schulen, an denen ein Ganztagszug mit häufig rhythmisiertem Unterricht eingerichtet ist, als „Gebundene Ganztagsschulen“ bezeichnet. Im Gegensatz dazu ist das Ganztagsangebot an bayerischen Schulen insgesamt ein reparaturbedürftiges Flickwerk aus Nachmittagsbetreuung, verlängerter Mittagsbetreuung und Kinderhorten, beklagt Dr. Kränzlein. Immerhin knapp zehn Prozent der Schüler werden am Nachmittag von Eltern oder ehrenamtlichen Helfern betreut. Das ist definitiv nicht die Art von Ganztagsschule, die wir wollen, so der SPD-Politiker.

Bildungsexperten empfehlen, dass jede Schülerin und jeder Schüler in Bayern eine der Kultusministerkonferenz entsprechende Ganztagsschule besuchen kann, wenn er oder sie es möchte. Um diese Ziele schnell zu erreichen, fordert die SPD-Landtagsfraktion weitere Planstellen für Lehrer und die Bildung von multiprofessionellen Teams. Im Klartext heißt das, dass zusätzliche pädagogische Fachkräfte sowie Sozial- und Heilpädagogen und auch Förderschulpädagogen eingestellt werden müssen, um Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichten zu können. Wichtig ist auch ein kommunales Förderprogramm zur Umgestaltung der Schulhäuser und Konzepte für die Ferien- und Randzeiten. Hier muss die Staatsregierung zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen. Die SPD-Landtagsfraktion wird dieses Dilemma nicht aus den Augen verlieren und wird bei der Staatsregierung die erforderlichen Aktivitäten anmahnen.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.04.2014 | 17:28  
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