Paul Simon & Sting in der Lanxess Arena in Köln

Der Film "Die Reifeprüfung" mit Dustin Hoffmann verhalf dem Folk-Rock-Duo Simon & Garfunkel zu einer großen Karriere.
Köln: Lanxess Arena | Wer erinnert sich nicht gern an seine Jugendzeit? An die Musik, die er damals gehört und an die Filme, die er damals gesehen hat. Viele der Songs und so mancher Film haben sich uns dabei unauslöschlich ins Gehirn eingebrannt. In erster Linie sind es die Kultfilme, die wir immer wieder gesehen haben, und das natürlich nur allzu gern. Wer aus meiner Generation erinnert sich nicht an Psycho von Alfred Hitchcock mit Anthony Perkins, an Tanz der Vampire von und mit Roman Polanski und an die Reifeprüfung mit Dustin Hoffmann. Und manchmal, wie in der Reifeprüfung, ergänzen sich Film und Musik auf wunderbare Weise. Was wäre dieser Film ohne die Musik von Simon & Garfunkel? Und was wäre deren Titel Mrs. Robinson ohne die Bilder von Dustin Hoffman, wie dieser als junger Abiturient in einem Hotelzimmer von der reifen Mrs. Robinson verführt wird? Die Songs Mrs. Robinson und auch Sounds Of Silence haben diesen Film zum Kultfilm werden lassen.
Und natürlich ist das Folk-Rock-Duo Simon & Gurfunkel auch dadurch weltweit so richtig populär geworden. Wie gern haben wir doch in den sechziger und siebziger Jahren deren Musik gehört. Wir konnten nicht genug davon bekommen und haben die großen schwarzen Acrylscheiben immer wieder aufgelegt. Allen voran das Album Bridge Over Troubled Water. Besonders dieser Titel, ebenso The Boxer und Sounds Of Silence waren es, die uns in den Ohren klangen. Aber auch viele andere.
Und dann natürlich 1981 das legendäre Konzert des Duos im Central Park von New York vor einer halben Million Fans, das wir zumindest vor dem Fernsehschirm miterlebt haben. Ein Jahr später traten die beiden im alten Westfalenstadion in Dortmund auf. Leider habe ich das Konzert irgendwie verpasst, und das hat mich später immer geärgert. Doch manches lässt sich nachholen.
Am Mittwochabend waren es zwar nicht Simon & Garfunkel, die in der Lanxess Arena in Köln auftraten, aber Paul Simon & Sting. Und es war zumindest teilweise nicht viel anders als bei Simon & Garfunkel auch.
Nun fragt man sich natürlich, wie die beiden doch so unterschiedlichen Musiker überhaupt zusammengefunden haben und ob das überhaupt passt? Aber es passt – und wie es passt. Seit 25 Jahren leben die beiden in ein und demselben Apartmentblock in New York, nicht weit auseinander. Dadurch kennen sie sich sehr gut. Und nachdem sie einmal bei einem Benefizkonzert gemeinsam aufgetreten waren und zusammen gesungen haben, haben sie festgestellt, dass das funktioniert. So ist nun eine gemeinsame Tournee zustande gekommen. In Deutschland tritt das so ungleiche Duo neben Köln in Berlin und München auf. Und dieses Mal war ich zur Stelle, und es sollte tatsächlich der erwartet große Abend werden.
Dabei hatte ich vorher etwas Bedenken, ob die Stimme des inzwischen 73jährigen Paul Simon auf Grund seines Alters nicht etwas schwächeln würde, wie bei so manchen Musikveteranen. Doch dem war nicht so. Auch wenn er fülliger und im Gesicht faltiger geworden ist, so klingt die Stimme doch so wie vor Jahrzehnten. Kräftig und glockenklar. Und der zehn Jahre jüngere Sting ist sowieso noch richtig fit.
Mit Mrs. Robinson eröffneten die beiden den langen, fast dreistündigen Abend (ohne Pause). Und was ich kaum für möglich gehalten hätte, die doch so unterschiedlichen Stimmen harmonierten tatsächlich. Wenn sie gemeinsam sangen, was an diesem Abend nicht selten der Fall war, klang es nicht viel anders als bei Simon & Garfunkel auch. Und sofort sprang der Funke auf das Publikum über, und die 15.000 Fans in der Arena waren von Beginn an begeistert.
Mal sangen die beiden zusammen. Mal trug Sting einige seiner Songs einzeln vor, dann Paul Simon die seinen, die er sämtlich selber (nicht Art Garfunkel) komponiert hat. Dann traten sie wieder zusammen auf. Mal sang der eine die Strophe eines Songs, die nächste der andere, dann wieder gemeinsam. Spannend war es, wenn der eine einen Song des anderen sang. So wurde alles bunt durcheinander gemixt, und einer der zahlreichen Hits reihte sich an den anderen. Und man merkte den beiden an, dass sie ihren Spaß daran hatten. Das Geld ist es nicht, was die beiden zusammen auftreten lässt. Es ist die reine Freude an der Musik. Und da sich die Soundtechnik in den letzten Jahrzehnten um etliches verbessert hat, klang alles noch besser, wie wir es von den schwarzen Acrylscheiben kennen.
Nach den Zugaben Field Of Gold, Bridge Over Troubled Water und einem Song der Everly Brothers war dieser wunderbare Abend dann beendet. Denjenigen, die dabei waren, werden die Songs noch lange in den Ohren klingen. Für mich und viele andere des mitgealterten Publikums war es eine Zeitreise in die eigene Jugendzeit, und das ist immer ein Erlebnis. Und die wunderbare Musik hat auch heute noch nichts von ihrer Faszination verloren.
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1 Kommentar
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Elfie Haupt aus Einbeck | 28.03.2015 | 18:48  
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