Kindheitslexikon: Essen und Trinken

Viel sieht man leider nicht auf diesem Bild von der Schillerstraße von einem trüben Novembertag Anfang 1992: Die Milchhalle ist das kleine, rote Backsteingebäude auf der rechten Seite neben dem grauen Mietshaus.
 
Ein Bild von der alten Molkerei der Stadt aus dem Jahr 2010. (© 2010 by Edelgard Koch, Kölleda. Bild wurde im Auftrag des Autors erstellt.) Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich in dem Gebäude das gleichnamige Hotel "Alte Molkerei". Die Straße davor führt übrigens in der Richtung, wo das halb vom Baum verdeckte, weiße Haus steht, in den Nachbarort Battgendorf. Und da wo das rote Auto steht, führt die Landstraße nach Backleben, ein weiteres Nachbardorf.
 
Familienrezept
 
Familienrezept
 
Familienrezept
 
Familienrezept
 
Waffeleisen für die Storchennester

Ananas


Unsere Westverwandtschaft schickte uns in den Paketen unter anderem auch immer Ananaskonserven. Die vom Paket vor Weihnachten wurden natürlich immer für Weihnachten aufgehoben. Bei Großmutter oben in der Stube gab es zuerst das Festessen, und dann als Nachtisch mit selbergemachter Schlagsahne die Ananasringe. Ich bekam natürlich immer ungefähr zwei Stück mehr. Weihnachten 1989 war wohl die letzte Ration aus einem Westpaket gewesen. Bald darauf konnten wir diese Konserven selbst im Laden kaufen.

Bier


DDR-Biersorten, an die ich mich noch erinnern kann:
- Alpoldaer Glockenhell.
- Berliner Kindl.
- Berliner Weiße.
- Ehringsdorfer Trumpf.
- Wernesgrüner.

Abschließend noch die Firmengeschichte der Einsiedler Brauhaus GmbH, welche ich mal irgendwo entdeckt habe, weiß nicht mehr wo:
1962:
+ Das Alkoholausschankverbot für Betriebskantinen tritt in Kraft. In der Bilanz 1962 fehlen dadurch 6.000 Hektoliter.
+ Der Flaschenbieranteil entwickelt sich auf 25 Prozent bei einem Jahresausstoß von 106.670 Hektolitern. Die restlichen 75 Prozent werden per Tank oder Fass, sowohl an Verleger zur Flaschenabfüllung als auch an die Gastronomie vertrieben.
1968:
+ Der erste IFA H6 wird in Dienst gestellt.
+ Alle Brauereien des Bezirkes Karl-Marx-Stadt werden im neu gegründeten
Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt zusammengefasst.
+ Das Einsiedler Brauhaus als Betriebsteil der Vereinigten Brauereien Karl-Marx-Stadt produziert 115.043 Hektoliter.
1985:
+ 100 Jahre Einsiedler Brauhaus. Kraft des Jubiläums darf das Einsiedler Brauhaus wieder eigene Etiketten verwenden.
+ Der Fuhrpark besteht nun überwiegend aus IFA W50 Lkw.
+ Mit 274.591 Hektolitern Ausstoß produziert man weit über den technischen
Möglichkeiten.

Im Verlauf der Firmengeschichte eingesetzte Transportfahrzeuge:
- UM 1909: Dürrkopp-Subventionslastzug.
- UM 1917: Magirus Deutz.
- UM 1949: Büssing Holzgaser.
- UM 1959: Büssing.
- UM 1962: Krupp Silozug.
- UM 1968: IFA H6.
- UM 1972: G5.
- UM 1985: IFA W50.
- UM 1992: MAN.
- UM 2002: MAN TGA.

Adresse:
- Einsiedler Brauhaus GmbH
Privatbrauerei
Einsiedler Hauptstraße 144
D-09123 Chemnitz/OT Einsiedel.
(Stand 2007.)

Brötchen


Im Nachhinein betrachtet habe ich an die Qualität der Brötchen während meiner Kindheit nur positive Erinnerungen. Egal, ob vom Bäcker oder aus dem "Konsum" – sie waren alle auf ihre Art gut.
Die Plastikbox für die "Konsum"-Brötchen in unserem "Konsum" in der Bahnhofstraße 44 stand gleich, wenn man zur Tür reinkam, rechts an der Wand. Irgendwann zu Beginn der Achtziger Jahre befanden sich in einer der zwei Kammern dieser Box Hörnchen (Bezeichnung in anderen Teilen des deutschen Sprachraumes: Kipferl.)

Meine Großmutter sagte zu geriebenem Semmelmehl "Semmelgrumen". (Bezeichnung in anderen Teilen des deutschen Sprachraumes: Semmelbrösel.)
Ich kann mich erinnern, wir hatten ziemlich viel in der Küche damit gemacht. In der historischen Küchenanrichte meiner Großmutter gab es sogar eine extra Porzellanschublade mit der (fabrikmäßig hergestellten) Aufschrift für Semmelmehl. Diese war stets gut gefüllt.

Als ich klein war, war es so üblich, dass kleine Kinder nach dem Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft erst einmal ein trockenes Brötchen auf die Hand bekamen.
Irgendwie ist das bei mir in der Erinnerung haften geblieben, sodass ich mir heute noch, wenn ich ein Bier trinken gehe, oftmals ein trockenes Brötchen dazubestelle.
Und wenn ich hier im 16. Wiener Gemeindebezirk beim Einkaufen im Supermarkt die jungen türkischen Mütter direkt nach dem Einkaufen ihren Kindern eine Semmel geben sehe, dann denke ich: Manches ändert sich doch nicht …

Broiler


Das Brathähnchen oder Brathuhn hieß zu DDR-Zeiten "Broiler". War im Volk eine äußerst beliebte Delikatesse. So beliebt, dass zwischenzeitlich sogar einmal ein Gastronomietyp namens "Broilerbar" existierte.
Der Begriff stammt ursprünglich aus Amerika. Er leitet sich ab von der englischen Bezeichnung "to broil", was auf Deutsch "braten" oder "grillen" heißt. Wortwörtlich übersetzt heißt die Bezeichnung daher "Brater".
Der Begriff wird darüber hinaus in der Fachsprache der Geflügelzüchter aller deutschsprachigen Länder verwendet und bedeutet dort "zur Mast bestimmtes Hähnchen". In der DDR wurde "Broiler" 1961 zum Gattungsnamen für Brathähnchen, als dort erstmals bereits als solche bezeichnete "Broiler" aus einer bulgarischen Geflügelzüchterei verkauft wurden.
Auch nach der Wiedervereinigung hielt sich diese Bezeichnung in den neuen Bundesländern größtenteils, als eine Art inoffizieller Markenbezeichnung für regionale Geflügelqualität.
Im Westen Deutschlands war diese Bezeichnung dagegen vollkommen unbekannt. Den originellsten Deutungsversuch diesbezüglich lieferte einmal "Scorpions"-Bandleader Klaus Meine ab, als er den Interviewer zurückfragte: "War das ein Spoiler hinten auf dem Trabi drauf?"

Butter


Folgende Sorten Butter waren in unserer Stadt zu DDR-Zeiten erhältlich:
- Frischrahmbutter. (Verpackung Plastikschachtel.)
- Landbutter. (Verpackung im silbern glänzenden Papier mit blauem Schriftzug.)
- Tafelbutter. (2,50 M das Stück. Gelbliches Einwickelpapier, das ein wenig wie Butterbrotpapier wirkte, mit dominierender roter Beschriftung und wesentlich kleinerer blauer Beschriftung.)
Von der Qualität her habe ich alle in sehr positiver Erinnerung.

Ein Butterlieferant in unserer Nähe war zu DDR-Zeiten das "Molkereikombinat e.G. Sondershausen, Betriebsteil Westerengel".

Auf dem Kölledaer Roßplatz (Hausnummer 30?) gab es eine Familie namens Rohkrämer. Die Frau muss so ungefähr Jahrgang 1900 gewesen sein, ich habe sie als Kind in den Achtzigern bereits als gebeugte, alte Frau kennengelernt.
Mit Hilfe der Familie stellten wir in der Nachkriegszeit regelmäßig selbst Butter her. Diese Zeit lag zwar 30 Jahre vor mir, ich habe sie jedoch oft erzählt bekommen.
Alle 14 Tage gingen wir dorthin, um Butter herzustellen. Die Familie stellte uns dafür ihre Butterleier zur Verfügung. Dazu nahmen wir die erste Zeit die Ziegenmilch von unserer Ziege im Hühnerhof. – Im Sommer stand diese Milch immer auf dem Kachelofen in Schüsseln oder Töpfen. – Jeden Tag oder zweiten Tag schöpfte Großmutter mit einem Löffel die Sahne ab und tat sie in ein Extratöpfchen. Mit diesem Behältnis gingen war dann zwecks Weiterverarbeitung zu Rohkrämers.
Die Familie besaß eine Butterleier. Sie stand auf dem Hof, im Winter in der Waschküche bei der Zentrifuge. Das Gerät stand auf einem stuhlhohen Hocker. Es war so etwa 60 Zentimeter groß. Innen befand sich das Getriebe, oben zwei halbe Holzdeckel, an der Seite war die Kurbel zum Leiern.
Wichtig war, langsam und gleichmäßig zu leiern. Ungefähr im Leierkastentempo. Das Ganze nahm über eine Stunde in Anspruch. Zunächst bildeten sich Butterflöckchen, die sich dann immer mehr zu größeren Klumpen verbanden. Es kam feste, farblich fast weiße Butter heraus.
Zu guter Letzt befand sich der große Butterklumpen im Gefäß. Er wurde herausgenommen, geformt und in Butterbrotpapier eingewickelt. Auch die entstandene Buttermilch wurde in Milchkannen mit nach Hause genommen.
Später ging Großmutter ungefähr jeden zweiten Tag nicht mit der Sahne, sondern mit der Milch zu Rohkrämers. Die Familie hatte auch eine Zentrifuge, die Milch in Magermilch und Sahne trennte. Mit zwei Gefäßen ging sie dann nach Hause und sammelte die Sahne 14 Tage lang. Wenn genug Sahne da war, gingen wir dann zum Butterleiern.
Zuhause hatte Urgroßmutter Lina Einecke eine Holzbuttermodel. In diese drückte man einen Teil der Butter, bis alles voll war. Oben strich man mit dem Messer glatt. Dann knallte man die Model heftig auf ein Holzbrettchen – fertig fiel das Butterstück heraus.
Wie gesagt, das alles geschah 30 Jahre vor meiner Zeit, mir wurde es in der Kindheit aber so oft erzählt, dass ich fast das Gefühl habe, selbst dabei gewesen zu sein.

Einkochen


Am liebsten aß ich die Zweifrucht-Marmeladen von meiner Großmutter. Beim Einkochen tat sie übrigens in alle Marmeladengläser Blütenblätter von den Rosen in unserem Garten. Irgendwie veredelte das den Geschmack. Mitgegessen wurden diese natürlich nicht.

Eine Anekdote: Als wir 1992 vor unserer Übersiedlung nach Österreich unseren Keller leer räumten, entdeckten wir ein vergessenes Glas eingekochter Johannisbeeren, welches noch von meiner Urgroßmutter Lina Einecke stammte, welche 1956 (!) gestorben war. Und von außen sahen die Früchte sogar noch gut aus. Wir haben uns aber dennoch nicht getraut, sie zu verspeisen.

Eis


Drei Sorten Eis kauften wir zu DDR-Zeiten gern:

Fürst-Pückler-Schnitte (zwischen zwei Waffeln liegende drei aneinander gepresste Schichten: Vanille, Frucht und Schokolade).

Moskauer Eis (Russisches Rezept, welches von einer DDR-Firma in Lizenz produziert wurde; Einzelhandelspreis 1,-- M die Packung.).

Herrengosserstedter Eis.

Alle drei musste man schlichtweg als sensationell bezeichnen, jedes auf seine Art.

Erdnüsse


Weihnachten 1985, ich war damals neun Jahre alt, bekam ich zum ersten Mal Erdnüsse im Naturzustand. Ich weiß noch, wie ich so ein Ding genommen hatte und mitsamt Schale reingebissen hatte, weil ich diese Früchte noch nie zuvor in diesem Zustand gesehen hatte. Bis dahin hatte ich sie immer nur kandiert kennengelernt.

Gewürze/Kräuter


Beifuss: Vielseitig einsetzbares Küchengewürzkraut. Meine Großmutter ging immer in einem Weg in der Nähe des Bahnhofes sammeln. Und zwar, wenn man das Ende der Bahnhofstraße erreicht hatte und in ungefähr zehn Metern Entfernung das Bahnhofsgebäude vor einem lag, zweigte direkt neben einem östlich ein Weg ab. Vom Aussehen her ein Feldweg, auch wenn er auf Stadtterritorium lag. Er unterteilte die Gärten der Mehrfamilienhäuser in der Karl-Marx-Straße und das Bahnhofsgelände. An seinem Ende stieß er auf den Weg, der zum neueren Stellwerk führte. Laut Google Maps heißt dieser Weg heute Am Bahnhof.
Und dort ging meine Großmutter jeden Sommer ernten, da Beifuss dort in rauen Mengen wuchs.

Konservierung von frischen Kräutern, frischer Petersilie und Zitronenschale:
Meine Großmutter reinigte die krause Petersilie, hackte sie mit dem Wiegemesser sehr fein und vermengte sie in einem Schüsselchen mit Salz. Verhältnis ungefähr Eins zu Eins. Dann füllte sie die Mischung in ein Schraubglas, das sie immer fest verschlossen hielt. (Natürlich berücksichtigte sie die Salzmenge beim Würzen der Suppe.) So hatte sie auch im Spätherbst und Winter noch eine ganze Weile frische Petersilie.
Genauso konservierte sie abgeriebene Zitronenschale zum Backen von Kuchen. Sie wusch die Zitronen ab und rieb mit dem feinen Raspeleisen die Schale auf einen Teller ab. Dann gab sie Zucker dazu, Verhältnis ungefähr ein Teil Zitronenschale, zwei Teile Zucker. Aufbewahrung auch in einem verschlossenen Glas, was sich sehr lange hielt. Die Schalenkrümel behielten über einen sehr langen Zeitraum ihren Geschmack.

Grilletta


DDR-Variante des Hamburgers. Es war dies für die DDR-Wirtschaft eine ideologische Gratwanderung. Einerseits war im Volk der Bedarf nach dieser Speise vorhanden, andererseits war dieses kulinarische Statussymbol des Lebensgefühls des ideologischen Gegners ziemlich heikel. Daher entschied man sich für einen Mittelweg. Ein in weiten Teilen annäherndes Originalrezept, jedoch mit einer unverfänglichen Bezeichnung.

Honig


Honig bezogen wir ab und zu von einem älteren Herrn aus der Bahnhofstraße, Herrn Willi Heim. Er hatte in seinem Schrebergarten in der Gartenanlage beim Stadtgraben eine kleine Bienenzucht aufgebaut.
Von ihm erhielt ich auch einmal eine ganze Ladung historischer Bausteine, welche ich heute noch besitze.

Jogurt


Zu DDR-Zeiten gab es Jogurt in 0,75-Liter-Milchflaschen. Was die Farbe betrifft, so kann ich mich – zumindest was unseren regionalen Versorgerbetrieb betrifft – nur an Rosa erinnern. Als Kind bekam ich ihn übrigens immer in einem Glasschüsselchen mit drüber gestreutem Kakao serviert.

Käse


In der Adventszeit 1985 hatten wir zum ersten Mal aus Quark selber Käse hergestellt und ihn zum Abendessen gegessen.

Kartoffeln


Beginnen wir thematisch zunächst in der Vergangenheit und arbeiten uns dann allmählich in die Gegenwart vor.
Über die Einführung der Kartoffel auf deutschem Boden gibt es eine Sage aus dem alten Preußen. Und zwar soll es landwirtschaftspolitisches Ziel einer der beiden Fritz-Könige gewesen sein, diese wirtschaftlich effiziente Feldfrucht im ganzen Reich zu verbreiten. Nun war es ihm allerdings zu mühsam, seine Untertanen davon erst in langwierigen politischen Diskussionen davon zu überzeugen. Allem Neuen gegenüber reagieren die Massen ja erst einmal verhalten. Also griff er zu einem Trick.
Er ließ zunächst öffentlichkeitswirksam Exemplare dieser neuartigen Frucht in einem Acker verscharren. Diesen ließ er dann von seinen Soldaten schärfer bewachen als heute Area 51. Sie hatten den Befehl, jeden zu vertreiben, der auch nur in die Nähe dieses "Staatsgeheimnisses" kam.
In der Nacht jedoch waren die Soldaten auf geheimnisvolle Weise verschwunden. Und es geschah das, was von Anfang an geplant war: Die Leute räumten den Acker bis auf die letzte Knolle leer. Und setzten diese merkwürdigen Gewächse in ihren eigenen Äckern und Gärten ein. Und so soll die Kartoffel zu einer der erfolgreichsten Feldfrüchte im alten Preußen ge-worden sein, was sich bis heute ganz maßgeblich auf die deutsche Esskultur auswirkt.
Allerdings kann man hier wie bei allen historischen Legenden nicht genau sagen: Wirklich so geschehen oder nur gut ausgedacht?

Ein Rezept, das es heute nicht mehr gibt: "Kartoffelschieben". "Schieben" bedeutete umgangssprachlich im Harz, aus dem mein Urgroßvater mütterlicherseits stammte, ganz einfach "Scheiben".
Es ist ein Essen, welches meine Urgroßeltern ab und zu aßen, und das ich nur vom Hörensagen kenne, wir aber auch ein paar Mal ausprobiert haben. Es war ein so genanntes "Arme-Leute-Essen". Man wusch und bürstete zunächst ein paar große Kartoffeln (Anzahl nach vermutlichem Appetit der Familie) gründlich ab. Dann schnitt man sie flach in der Mitte durch und legte sie auf die heiße Herdplatte. In früheren Zeiten war der Küchenherd ganzjährig beheizt, da man ihn zum Kochen brauchte und auch oft warmes Wasser aus dem stets daraufstehenden "Wassertopf".
Nachdem die halben, nassen Kartoffeln auf der heißen Platte kräftig zischten, musste man sie mit einem Küchenmesser lösen, kurz anheben und mal an eine andere Stelle schieben, damit sie nicht anklebten und total schwarz wurden/verbrannten. Inzwischen war die ehemals offene Seite "vernarbt" und braun. Nun hieß es aufpassen, damit nichts schwarz wurde! Aber das roch man dann schon. Ganz leicht angekohlt schmeckte alles besonders gut.
Man aß sie als Mittagessen. Die fertigen "Schieben" schob man dann an den Rand der Herdplatte, damit sie nicht zu schwarz wurden, aber warm blieben.
Dann holte man sie sich nacheinander einzeln oder zumindest zwei Stück auf einen flachen Essteller, auf dem sich entweder eine kleine Menge frischer, selbsthergestellter Butter und daneben etwas Salz befand. Oder man nahm sich entsprechend Butter vom Stück (das in einer gläsernen "Butterglocke" auf dem Tisch stand); so viel, wie man auf die heiße Kartoffelhälfte streichen wollte. Dann streute man nach Geschmack etwas Salz darauf (oder auch nicht). Die frische Butter zerfloss auf der heißen Kartoffel, die man entweder in die Hand nahm und abbiss (meist) oder mit Messer und Gabel verzehrte. Die Schale zog man stückchenweise mit der Hand ab.
Diese Mahlzeit sättigte sehr und wurde von allen Verzehrenden als sehr wohlschmeckend beschrieben.
Manchmal nahm man auch zusätzlich Leberwurst mit auf den Teller zum Bestreichen der Kartoffeln (wer wollte). Aber es wurde nur Butter o d e r Leberwurst auf eine Schiebe gestrichen.

Ähnlich wie mit den "Kartoffelschieben" verhielt es sich mit den Kartoffeln aus dem "Kartoffelfeuer", das alle Kartoffelfeld-Besitzer oder – im Kleinen – Kartoffelbeet-Besitzer zum Abschluss der Kartoffelernte veranstalteten. Und alle, die bei der Ernte mitgeholfen hatten, wurden zu diesem rustikalen "Festessen" eingeladen. Das getrocknete Kartoffelkraut (Die Kartoffeln wurden grundsätzlich nur geerntet, wenn das Kraut abgestorben war – wurden also niemals künstlich hochgespritzt!) wurde zu einem Haufen (oder Häuflein) zusammengetragen. Und etliche Kartoffeln (je nach Bedarf) kamen in die Mitte. Dann zündete man den Haufen an. Manche legten auch die Kartoffeln erst in die Mitte, wenn das rasch lodernde Feuer heruntergebrannt war. Dann garten die Kartoffeln knapp eine halbe Stunde in der restlichen Glut – und schmeckten ziemlich rußig, wie man mir erzählte. Sie waren glühend heiß, und vom Schälen mit der Hand bekam man schwarze Hände, aber das gehörte eben dazu!

In der Nachkriegszeit lebte im Haus gegenüber, Herings Haus, ein Junge namens Eberhart. Er aß gerne mal eine Scheibe rohe Kartoffel. Nun ja, die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

In den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts ließ die kommunistische Propaganda der DDR die Meldung verbreiten, amerikanische Militärflieger würden massenhaft Kartoffelkäfer über dem Gebiet der DDR abwerfen, um ihr wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Die Geschichte stellte sich jedoch im Nachhinein als gezielt gestreute Desinformation heraus, um von den eigenen Schwierigkeiten, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen, abzulenken.

In früheren Jahren, also lange vor meiner Zeit, trugen die einwöchigen Herbstferien Mitte Oktober den Beinamen "Kartoffelferien", weil in ihnen traditionell die Kartoffelernte auf dem Programm stand.

Wir machen nun einen Sprung in die Zeit meiner Kindheit. Wie so viele Besitzer von Hauskellern oder zumindest darüber Verfügende ließen auch wir in eigens dafür eingerichteten Buchten (Die übrigens auf Sockeln standen, wegen der regelmäßig wiederkehrenden Über-schwemmungen im Keller.) Kartoffeln einlagern.
Unsere Lieblingssorten hießen "Sieglinde" und "Böhm's Mittelfrühe".
Außerdem nahmen wir gern Kartoffeln aus der Ecke Großmonra/Burgwenden, weil dort die Böden irgendwie speziell dafür waren. Sie waren stark lehmhaltig und leuchteten von weitem rötlich. Außerdem befanden sich die Felder an flachen Hängen, die nach Süden hin lagen, also mit viel Sonneneinstrahlung.

Woher wir sie bezogen, weiß ich nicht mehr genau. In Frage kommen die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) oder die Bäuerliche Handelsgenossenschaft (BHG) – letztere sozusagen das "Raiffeisen-Einkaufscenter" der DDR. Ich weiß bloß noch, dass wir die Männer in den blauen Arbeitsanzügen, die sie in Säcken auf dem Rücken in den Keller trugen, "die Kartoffelmänner" nannten. Sie inkassierten auch gleich das Geld für die Kartoffeln und bekamen natürlich zusätzlich ein Trinkgeld für ihre schwere Arbeit (Sie trugen Zentner-Säcke, also 50 Kilogramm, auf ihren Schultern!). In den Großstädten halfen temporär Studenten als Kartoffelausträger nachmittags mit aus, um sich zu ihrem Stipendium etwas hinzuzuverdienen. Eine Arbeitskräftereserve, die von den Stadtverwaltungen in Spitzenzeiten gern in Anspruch genommen wurde.

Die letzten Kartoffeln in unserer Bucht keimten jedes Frühjahr aus allen Ecken und Enden, da wir sie aus Gesundheitsgründen nicht mit dem chemischen Mittel "Keim-Stop" bestreuten.
Die Keime wurden etwa 30 bis 50 Zentimeter lang, waren dünn, hatten Blättchen, wuchsen wild wie ein Urwald in einer Ecke der Bucht an den Brettern hinauf. Auch hatten sich darin jede Menge "Untermieter" wie Kellerasseln und andere Insekten angesiedelt. Mit roher Gewalt rissen wir schließlich diesen ganzen "Urwald" samt "Gästen" aus der Bucht und warfen ihn im Hühnerhof den Hühnern zum Fraß vor. Welche sich darüber stets riesig freuten und alles heftig zerscharrten und zerpickten.
Gewissermaßen umgewandelt erhielten wir diese unbrauchbar gewordenen Kartoffeln dann in Form von großen, frischen, sehr schmackhaften Hühnereiern zurück. Also das, wo es heute in Medienberichten über ökologische Landwirtschaft immer so hochtrabend heißt: Kreislaufwirtschaft. Wir haben das damals einfach praktiziert, ohne viel "Geschrei".

In den Achtziger Jahren kamen dann Plastiknetze auf, in denen die Kartoffeln in kleineren Mengen (zwei oder drei Kilogramm) als Säckchen in Lebensmittelgeschäften vertrieben wurden. Womit diese Art der Zustellung für die meisten Kleinverbraucher hinfällig wurde. Nur wer einiges an Kleinvieh hatte, ließ sich weiterhin den Keller säckeweise mit Kartoffeln füllen.

Ich kann mich noch erinnern, wie entsetzt unsere Westverwandtschaft einmal war, als sie von uns erfahren hat, dass wir den Unterschied zwischen Speise- und Futterkartoffeln nicht kannten. Eine Kartoffel war für uns eben eine Kartoffel.
Lediglich wenn mal in einem Netz viele kleine bis sehr kleine Kartoffeln waren, so sagten wir scherzhaft: "Na, das sind aber Schweinekartoffeln!" Also nur als Schweinefutter geeignet. Wir nahmen sie aber gern für Kartoffelsalat oder Bratkartoffeln, da fast all unsere ostdeutschen Kartoffelsorten mehlige Sorten waren und somit für Salat nicht so geeignet. Aber diese Kleinen zerfielen nicht, also gut geeignet für Salat. Es herrschte damals zu DDR-Zeiten generell keine Wegwerf-Mentalität, sondern man war bestrebt, möglichst alles, was man so bekam, in irgendeiner Weise zu verwerten.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erfuhr ich übers Internet, dass authochtone Deutsche von in Deutschland ansässigen Mitbürgern aus dem islamischen Kulturkreis oftmals ironisch als "Kartoffeln" bezeichnet werden. Weil eben die Kartoffel in der deutschen Küche eine so zentrale Rolle spielt.

Ketwurst


Ähnlich wie bei der Grilletta DDR-Variante des Hot Dog. Kofferwort aus Ketchup und Wurst.

Küchenkommission


Gremium in jedem größeren Betrieb der DDR, welches sich regelmäßig traf, um über alle Belange rund um die Betriebsküche zu beraten.

"Lauchstädter"


Ein beliebtes Heilwasser in unserer Stadt war das "Lauchstädter". Gehandelt über Drogerien.

Mandeln


Wenn wir früher mit Mandeln buken, dann legte meine Großmutter eine einzige bittere Mandel dazu, um den typischen Mandelgeschmack zu betonen. Später nahmen wir dann industriell hergestelltes Mandelaroma.

Mayonase "a lá Familie Müller/Altrogge"


Mehrere Eigelb, je nach Bedarf (kein Eiweiß!) kräftig schaumig rühren. Dann Teelöffel weise Senf zugeben (je nach Geschmack). Beides zusammen wieder kräftig schaumig rühren. Danach tropfenweise vorsichtig Öl zugeben und ständig rühren. Die Masse muss cremig bleiben. Sollte sie ausflocken, ein bisschen warmes Wasser zugeben, umrühren, und alles wird wieder cremig.

Meissener Fleischkonserven


Ich erinnere mich an diese Fleischkonservendosen-Serie zu DDR-Zeiten aus dem "VEB Fleischverarbeitungsbetrieb Meissen bei Weinböhla". Alle diese kleinen, flachen, zylindrischen Dosen waren im gleichen Design gehalten. Bloß in der Farbe unterschieden sie sich. Rot: Jagdwurst. Orange: Kasslerbauch. Olivgrün: Grobe Leberwurst. Türkis: Leberwurst. Marineblau: Rotwurst. Sicher gab es noch mehr, aber alle haben wir nicht kennengelernt. Und dieses farbliche Gesetz der Reihe, dieser "Running Gag", hatte mich als Kind total fasziniert.

Milch


In der Nachkriegszeit, Fünfziger, vielleicht auch noch Sechziger Jahre, fuhr ein Molkereiauto regelmäßig durch alle Dörfer der Umgebung, in denen noch intensiv kleine, private Milchviehhaltung betrieben wurde. Speziell dafür gab es kleine Holzbänke, die direkt an der Hauptstraße errichtet worden waren. Auf diese stellten die Bauern ihre Milchkrüge. Der Mann, der hinten auf dem Molkereiauto draufstand, konnte somit bequem von der Ladefläche des Wagens aus die Behälter aufnehmen. Und im Gegenzug leere Krüge wieder hinstellen. Somit war ein rascher, effizienter – und auch für die Fahrer einigermaßen komfortabler – Transport gewährleistet.

Eine besondere Erwähnung verdienen die Milchläden. Folgende Geschäfte dieser Art existierten ungefähr bis spätestens Anfang der Sechziger Jahre:
- Familie Damert. Thälmann-Straße/Ecke Herrengasse, dort das zweite Haus. Führte Milch und Milchprodukte. Der Mann fuhr nach dem Krieg täglich mit einem Pferd und kleinerem Wagen (mit selbstgebautem Regendach über dem Kutschersitz) zu Kölledaer Bauern, um in großen Alu-Milchkannen die Milch abzuholen, die seine Frau dann in obigem Geschäft verkaufte. Fuhr daneben auch kommerziell Milch mit dem Pferdewagen aus. Das Geschäft existierte ungefähr bis Mitte der Fünfziger Jahre.
- Familie Dirks. Geschäft gelegen in der Brückenfeldstraße, ungefähr gegenüber vom Kiosk. Milch und ein wenig Lebensmittel, das Notwendigste, was man schnell so brauchte. Sehr kleiner Raum. Existierte ungefähr bis Mitte der Sechziger Jahre. Danach entstand gegenüber in dem Gartengelände ein größerer Kiosk mit Lebensmitteln.
- Frau Stolze. Milchhalle auf einem Grundstück auf der südlichen Seite der Schillerstraße nahe der Bahnhofstraße. Umfunktionierte ehemalige Garage. Existierte ungefähr bis Ende der Fünfziger Jahre.
Die frühere unternehmerische Tätigkeit dort konnte man zu meiner Zeit allerdings nur noch erahnen. Ich kann mich bezüglich dieses Grundstücks nur noch an einen Gartenzaun erinnern, dahinter die Längsseite einer Wiese, dahinter wieder ein scheunenartiger Backsteinbau. An diesem befand sich – knapp unter dem Dach – ein zu jener Zeit schon sehr verwaschen wirkendes, blaugraues Schild, auf dem in kursiver Schreibschrift zu lesen war: Milchhalle.

Zu DDR-Zeiten existierten pyramidenförmige H-Milch-Packungen, welche meiner Erinnerung nach nur in Berlin erhältlich waren.

Ebenfalls zu DDR-Zeiten gab es diese Kakaopulversorte "Trink fix". Im Handel war meistens nur die Standardsorte Schoko zu bekommen. Einmal hatten wir über unsere Berliner Ver-wandtschaft auch die Geschmacksrichtung Erdbeer im Haushalt.

In den "Kaba"-Kakaopulver-Dosen aus dem Westen lagen manchmal kleine, von der Firma produzierte Werbe-Comic-Hefte drin. In der Packung, die sich in dem Paket zu meinem Geburtstag 1986 befand, war auch eines. Es enthielt eine ziemlich psychedelische Geschichte, in der es ein paar Kinder in eine parallele Dimension verschlagen hatte. Dort gab es einen Staat, der sich – irgendwie passend – das "Geburtstagsfeierland" nannte. Dort wurde an 365 Tagen im Jahr Party gemacht. Ein paar böse Monster von außerhalb bedrohten jedoch die Idylle. Gemeinsam mit den Kindern gelang es, die Monster zu besiegen. Durchgeknallt, aber gut.

Obst und Gemüse


Erdbeeren: Zwei Sorten Erdbeeren wuchsen in unserem Garten: Mieze Schindler und Senga Sengana. Waren beide ganz ausgezeichnet.

Pflaumen: Jedes Jahr fand am zweiten Sonntag im September am früheren Kriegerdenkmal beim Eingang zum Stadtgraben die "Gedenkfeier für die Opfer des Faschismus" (im lokalen Slang meist "OdF" abgekürzt) statt. Ausgerichtet von der Stadtverwaltung. Zur Teilnahme verpflichtet waren neben den Kommunalvertretern die Lehrer der Schulen sowie die Schüler ab der Siebten Klasse. Mutter musste als Lehrerin aus Gründen der Staatsräson daher teilneh-men, ab einem gewissen Alter ging ich auch schon vor der Siebten Klasse stets mit.
Jedes Mal nach der Feier, wenn wir nach Hause kamen, war es Tradition, dass wir sofort in den Garten hinter dem Haus gingen und Pflaumen aßen. Denn dieser zweite Sonntag war eine Art Stichtag für die Pflaumenreife am Pflaumenbaum in unserem Garten. Pflaumen und "OdF" – das gehörte für uns einfach zusammen.
Wenn man die Kölledaer Angerstraße nach Süden fuhr, das Bahnhofsgelände östlich liegen ließ, dann vielleicht noch 100 Meter geradeaus fuhr, begann westlich ein Sackgassenweg entlang einer ganzen Reihe größerer Privatgärten. Am Rande dieses Weges stand eine Reihe Pflaumenbäume. Diese war zu DDR-Zeiten von der Stadtverwaltung einmal ganz offiziell zum selbstständigen Pflücken freigegeben worden.

Rapunzeln: Wuchsen im zeitigen Frühjahr wild auf abgeernteten, noch nicht neu bestellten Feldern.
Auf diesen Feldern wuchsen oft auch wilde Vergissmeinnicht, die sich aber in der Blattform und –struktur etwas von den "Rawinzchen" unterschieden. Aufpassen musste man aber schon beim Sammeln der Pflanzen. (Die Rapunzel hatte beispielsweise glattere Blätter).

Zucchini: Zucchini waren in unserer Gegend bis in die Achtziger Jahre hinein als Gemüse eher unbekannt. Es muss so um das Jahr 1986 herum gewesen sein, als sie unter den Kleingärtnern unserer Stadt auf einmal schlagartig das große Thema waren. Man kann fast sagen, es brach beinahe eine Zucchini-Revolution aus. Wir wurden durch die Lehrerfamilie Großhans auf sie aufmerksam, welche sie ebenfalls in ihrem Garten anbaute.

Öl


Drei Ölsorten gab es zu DDR-Zeiten im Handel:
- Leinöl. (Verschwand mehr oder weniger in den Siebziger Jahren wegen des geringer gewordenen Leinanbaus.)
- Rapsöl.
- Sonnenblumenöl.

Pfannkuchen


Krapfen nannte man in unserer Gegend Pfannkuchen. (Meine Großmutter nannte sie manchmal auch "Fangkuchen".) Zur Zubereitung gäbe es zu sagen, dass sie an der Außenhaut mit Kristallzucker statt wie in anderen Regionen mit Staubzucker bestreut waren. Und: Ihre Marmeladenfüllung war nicht annähern so geizig wie die bei heutigen industriell hergestellten Krapfen!

Quark


Quark gab es im "Konsum" in der Bahnhofstraße in 250-Gramm-Bechern. Magerquark und Fettquark. Freitags gab es am Kuchenstand dort außerdem in einem großen Plastikeimer losen Quark direkt von der Molkerei. Für ihn musste man ein eigenes Gefäß mitbringen. Kleinere Rationen wurden allerdings auch in Butterbrotpapier eingewickelt, wenn man kein Gefäß mit hatte.

"Rügener fischhaltige Paste"


Ein Erzeugnis aus dem VEB Fischwerk Sassnitz. Verschiedene Fischbestandteile und vor allem Ketchup wurden darin verarbeitet. Schmeckte einfach nur überirdisch!
Verschwand leider mit der Wiedervereinigung vom Markt. Viele Ex-DDR-Bürger schwärmten noch Jahrzehnte später davon.

Schlagsahne


Schlagsahne gab es im "Konsum" in der Bahnhofstraße bloß Dienstag und Freitag und nur auf Vorbestellung. Es waren Viertelliterfläschchen mit einem goldenen Stanioldeckel drauf.

Specki-Tonne


Eine Institution in zahlreichen Schulen, Betrieben und sonstigen Einrichtungen der DDR war die so genannte "Speckitonne". Dabei handelte es sich um eine Sammeltonne für Essensreste aus der Kantine, welche regelmäßig vom nächstgelegenen landwirtschaftlichen Betrieb abgeholt wurde. Welcher den Inhalt an seine Schweine verfütterte. Und das fiktive Schwein "Specki" war das Maskottchen dieser Aktion. Daher der Name "Specki-Tonne".

Süßwaren


Im Sommer 1988 lernte ich durch ein Westpaket eine spezielle Süßigkeit aus dem anderen Teil Deutschlands kennen: Erfrischungsstäbchen. Es handelte sich dabei um kleine, vielleicht fünf Zentimeter große Stäbchen aus dünner Schokolade, die innen mit einer Fruchtflüssigkeit in den Geschmacksrichtungen Zitrone und Apfelsine gefüllt waren. Schmeckten phänomenal gut! Und jedes Mal, wenn ich diese Dinger esse, fühle ich mich in den Sommer 1988 zurück-versetzt.

In sehr positiver Erinnerung von den DDR-Süßwaren wiederum habe ich einen Fondant-Riegel mit Pfefferminzgeschmack. Auf der Verpackung befanden sich lauter Zeichnungen von Sportlern in kindgerechtem Stil. Bloß an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern.

Eine Sache, die ich als Kind ebenfalls sehr gern aß, waren Geleebananen. Sie wurden einzeln verkauft und waren in glänzendes Metallpapier eingewickelt, auf dem man das originale Aussehen einer Banane zu imitieren versuchte.

Anschließend ein kurzer Abriss der Geschichte der Halloren Schokoladenfabrik GmbH Halle:
- Die "Halloren" nannte man Ende des 15. Jahrhunderts eine Bevölkerungsgruppe, die im "Thale zu Halle" heimisch war und von der Salzgewinnung lebte. Ursprünglich hießen sie "Hall-Leute". Daraus wurde später der Name "Halloren".
- Die Original Halloren Kugeln verdanken Form und Namen den Silberknöpfen auf den Trachten der Halloren-Bruderschaft.
- 1804:
F. A. Miethe gründet eine Honigkuchenbäckerei in Halle an der Saale.
- 1851:
F. David übernimmt den erfolgreichen Konditoreibetrieb. Das Unternehmen wächst stetig weiter.
- 1952:
Das Unternehmen trägt von nun an den Namen Halloren. Kurze Zeit später werden die ersten Original Halloren Kugeln kreiert.
- Heute ist die Halloren Schokoladenfabrik die älteste Schokoladenfabrik Deutschlands.
- Zu den Maßnahmen der Kundenbindung gehören unter anderem ein Schokoladenmuseum mit dem einzigartigen Schokoladenzimmer sowie eine "Gläserne Produktion".

Sehr gern aßen wir (und nicht nur wir) eine Butterkekssorte namens "Hansa-Kekse". Hergestellt in der "VEB Keksfabrik Brand-Erbisdorf". Auch über die Wende hinaus, bis ins Jahr 1994.
2004 nahm dann die Wikana GmbH in Wittenberg die Produktion wieder auf.

Eine Tee-Gebäckmischung, die wir früher ebenfalls sehr gern aßen, war die "Hansa-Mischung". Sie enthielt verschiedene kleine Brezeln, Waffeln und was sonst noch so zu Teegebäck dazu gehört.
Was das Design der Schachtel im Format A5 betrifft, so kann ich mich an zwei Varianten erinnern. Das klassische Design zeigte irgendeine braune Struktur hinter der Fotografie von ausgeschütteten Plätzchen. Und bei der moderneren Version aus den Achtzigern dominierte Zartlila im Hintergrund.
In meiner Erinnerung bringe ich diese Gebäckmischung stets mit einer regionalen Tourismuseinrichtung in Verbindung, nämlich der Harzquerbahn. In fast jedem Sommer unternahmen wir nämlich eine Fahrt mit dieser Bahn. Und irgendwie hatte es sich – ohne einen bestimmten Grund – so eingespielt, dass wir jedes Mal ein Kästchen Hansa-Mischung einsteckten, welches wir unterwegs während der Zugfahrt aßen.

Ebenfalls eine positive kulinarische Erinnerung an die Kindheit: Knusperreistafeln. Ich kann mich noch erinnern, dass auf der Plastikverpackung zwei Kinder im Strichmännchen-Design abgebildet waren.

Konfekt: Gern aßen wir auch die russischen Konfekt. Wir bezogen sie entweder über ein Lebensmittelgeschäft auf einem Stützpunkt der Sowjetarmee in Weimar, in welchem auch die Zivilbevölkerung einkaufen durfte, oder über Beziehungen aus Berlin.
Da ich schon beim Thema Rußland bin: Ich muss so, fünf, sechs Jahre alt gewesen sein, da hatten Walters, unsere südlichen Nachbarn, eine Flugreise nach Moskau unternommen. Mir hatten sie hinterher eine Tafel russische Schokolade mitgebracht.

Lakritze gab es im Süßwarenregal in Plastiktüten zu zwei Mark das Stück. Enthielt schwarze, zylinderförmige Lakritzstücken, welche außen mit irgendeinem spröden Zuckergussmaterial in verschiedenen Farben ummantelt worden waren. So ein Stück hatte eine Länge von ungefähr zwei Zentimetern. Vom Geschmack her habe ich sie als recht angenehm in Erinnerung, da sie nicht widerlich süß schmeckten, sondern eher eine Spur ins Kräftige gingen.

Als legendär habe ich einen Pralinenriegel namens "Piccolo" aus DDR-Zeiten in Erinnerung. Gab es auch in verschiedenen Sorten.

Die ominöse "rosa Pralinenschachtel": Eine angenehme Erinnerung aus DDR-Zeiten ist eine bestimmte Pralinenschachtel. Ihre Verpackung war eher klein, in den Ausdehnungen Länge mal Breite quadratisch. Farblich zur Gänze in Rosa gehalten. Die Draufsicht zierte vor diesem rosa Hintergrund eine fotografische Abbildung des ausgeschütteten Inhalts.
Der Name ist mir allerdings entfallen.
Ich lernte sie zum ersten Mal im Rahmen meiner Einschulung kennen.

"Schocarrés für Kinder": Sowohl vom Inhalt als auch von der Verpackung her eine Art DDR-Pendant zu den westlichen Schogetten. Wurden nach der Wende daher auch umgangssprachlich zum Teil als "Ost-Schogetten" bezeichnet. Produziert vom "VEB Elbflorenz Dresden".
Auf der Packung befanden sich verschiedene Motive vom Märchen von Hans im Glück. Gestaltet wurden diese von der Grafik-Designerin Gisa Höber.
Und an einen sehr griffigen Werbe-Slogan auf der Rückseite der Verpackung kann ich mich noch genau erinnern:
"Schokoladen-Einzelstücke,
in appetitlicher, mundgerechter Form
und moderner, handlicher Packung."

Schokoladen-Münzen: Wie in vielen anderen Ländern gab es auch in der DDR die Münzen der Landeswährung als Schokoladentaler. Habe ich auch sehr gerne gegessen.

Ende der Achtziger Jahre tauchte in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte eine sehr gute ungarische Teegebäckmischung namens "terefere" auf. Das Wort heißt frei übersetzt soviel wie "Smalltalk". Der Inhalt war zur Hälfte mit Schokolade glasiert und zur Hälfte ohne Schokolade.

Gerne denke ich an die legendären Zuckerkekse zu DDR-Zeiten zurück. Es handelte sich von der Grundzubereitung her um normale viereckige Kekse im klassischen Zähne-Design. Was sie zu Zuckerkeksen machte: In die Oberfläche war fein gemahlener Kristallzucker hineingebacken worden.
Der farbliche Untergrund der Verpackung war zur Hälfte jadegrüne (links, wenn man draufschaute) und zur Hälfte hellorange.

Was ich als Kind auch gerne aß, waren diese Böden für kleine Törtchen. Im Handel wurden sie in Rollen verkauft, deren Plastikfolie größtenteils wasserblau war und auf der sich Abbildungen irgendwelcher Obstsorten befanden.

In der Nachkriegszeit, so hörte ich, sagte man zu den runden Lutschern – und nur zu denen; zumeist waren diese entweder braun und mit Kakaogeschmack oder rot und mit Fruchtgeschmack – Lolliball.
Während meiner Kindheit war für Lutscher allgemein teilweise der Begriff "Lecker" üblich.

Im Jahr 1991 änderte ein bekannter Schoko-Karamell-Riegel seinen Namen. Der dazugehörige Werbe-Slogan "Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix" wurde aufgrund seiner Griffigkeit bald zu einem festen Bestandteil der Popkultur.

Webshops


Hat nur sekundär mit meiner Kindheit zu tun: Mit dem Siegeszug des Internets konnte ich mir nach ungefähr zehnjähriger Unterbrechung nun auch in Österreich über verschiedene Webshops regionsspezifische Lebensmittel aus Mitteldeutschland schicken lassen, die ich bereits in der Kindheit kannte.

Wein


Wir hatten mehrere Weinstöcke in unserem Garten.
Zwei wuchsen entlang der Südseite des Erdgeschosses unseres Hauses, im familienintern so genannten "kleinen Hühnerhof".
Ein dritter an der Hausfront stand gleich um die Ecke herum. Und zwar wuchs er rings um das nördlichste Fenster im Erdgeschoss an der westlichen Seite des Hauses. Da er jedoch irgendwann abgestorben war, sägte ihn mein Großvater so um den Sommer 1978 herum ab; das zerkleinerte Material landete auf dem Komposthaufen.
All diese Rebstämme trugen weiße Trauben. Mein Großvater Walter Müller hatte sie samt und sonders aus Gorsleben mitgebracht.
Blaue Trauben trug der Weinstock an der dem Garten zugewandten Westseite des Hühnerhauses. Ihn hatte Minna Meißner, Schwester meiner Urgroßmutter Lina Einecke, einmal bei einem Freyburger Winzer besorgt.

In den Nachkriegsjahren haben wir auch in ganz bescheidenen Mengen selber gekeltert. Die Glasballons, in denen das geschah, lagen Ende der Achtziger Jahre noch im ehemaligen Luftschutzraum unseres Kellers.
Zu meiner Zeit allerdings dienten die Trauben nur noch zum innerfamiliären Verzehr.

Das Einschwefeln der Reben zum Schutz gegen Schädlinge oblag bis an ihr Lebensende meiner Großmutter Helene Müller. Ich weiß noch, wie ich mich als Kind immer gewundert hatte, wenn sie sagte: "Die Rosen im Garten sehen so komisch aus. Wir müssen den Wein einschwefeln." Rosen sind eine so genannte Zeigerpflanze für Weingartenschädlinge. Daher war es in früheren Jahrhunderten auch so üblich, dass am Beginn einer jeden Rebenreihe auf dem Acker ein Rosenstock stand. Wissen, das im Zuge der Rationalisierung verloren ging und im Rahmen der ökologischen Landwirtschaft erst langsam wiederentdeckt wurde.

Zu meiner Zeit trugen die Weinstöcke aufgrund ihres Alters nur noch alle zwei Jahre, konkret in jedem ungeraden Jahr.

Was die Reife der Trauben anbelangte, so gab es in meiner Gegend einen Spruch. Und zwar sagte man über weiße Trauben im Stadium der vollen Genussreife: "Die hat der Fuchs geleckt." Das bedeutete, dass sie an einer Stelle über eine leichte rostrote Färbung verfügten.

Soweit die familiären Verhältnisse. Als Nächstes etwas über die Geschichte des Weinbaus auf dem Gebiet der ehemaligen DDR überhaupt:

"Im Mittelalter umfasste der Weinbau auf dem Gebiet der heutigen DDR eine Fläche von 6.000 bis 8.000 ha. Ober 400 Orte befassten sich damals mit dem Rebenanbau. Erfurt verfügte über 260 ha, Jena galt als eine bedeutsame Weinhandelsstadt. Im sächsischen Elbtalkessel bei Meißen wurde seit dem 12. Jahrhundert Weinbau betrieben. Gewiss lag ein großer Teil der mittelalterlichen Rebfelder in klimatisch ungünstigen Zonen. So sollen zum Beispiel bis in die höher gelegenen Dörfer des Harzes früher Reben gepflanzt worden sein. Nachdem die Weinflut des Mittelalters im gesamten Mitteleuropa zurückging, wurden hier zuerst die völlig ungeeigneten Parzellen aufgegeben. Der 30-jährige Krieg und viele im 17. Jahrhundert aufeinanderfolgende klimatisch ungünstige Jahre führten dazu, dass der Weinanbau in Mittel- und Ostdeutschland ständig abnahm. Änderungen in den Trinkgewohnheiten aufgrund neuer importierter Getränke wie Tee, Kaffee, Kakao führten im 18. Jahrhundert zu einer weiteren Vernachlässigung des Weinbaus in diesen Gebieten. Schließlich erfolgte im 19. Jahrhundert durch die Rebkrankheiten wie Peronospora, Oidium und vor allem durch die Reblaus eine nochmalige Reduzierung der Rebbestände. 1971 gab es in der Deutschen Demokratischen Republik 401 ha Rebland, von denen 240 im Bezirk Halle, in der traditionsreichen Weinregion Saale-Unstrut, und 151 ha im Bezirk Dresden an der Elbe liegen. Der Rest verteilt sich auf kleinere Flächen in den Bezirken Erfurt (9,4 ha) und Cottbus (1,25 ha)."
(Quelle: Heinz-Gert Woschek: "Das Weinbuch. Der umfassende Führer zu den großen Weinen der Welt". 1984 Lizenzausgabe für Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching.)

Was den industriellen Weinanbau betrifft, so existieren vor allem drei bekannte Weinanbaugebiete auf dem Gebiet der fünf neuen Bundesländer:
­Saale-Unstrut:
+ Drittkleinstes deutsches Anbaugebiet.
+ Nördlichstes Weinanbaugebiet Europas.
+ Gelegen jenseits des 51. Breitengrades, der als Grenze des Welt-Weinbaus gilt.
+ Benannt nach den zwei Flüssen im Bundesland Thüringen, in deren engen Tälern auf den Südost- und Südwesthängen die terrassierten Weingärten liegen.
+ Die Zisterzienser gründeten um 1100 das Kloster Pforta und legten im Jahre 1154 den noch heute bestehenden Weinberg "Pfortenser Köppelberg" in der Nähe von Bad Kösen an.
+ Die alte Weinbautradition bezeugt eine Traube im Stadtwappen der Stadt Jena, in der 1554 die Friedrich-Schiller-Universität gegründet wurde.
+ Boden: Der Boden besteht aus Triasgesteinen: Buntsandstein, Keuper, Muschelkalk – vor allem im Gebiet um Freyburg und Naumburg. Skelettreiche Böden, die sich leicht erwärmen. Bei den Mansfelder Seen gibt es Tonschieferböden, die von rotem Letten durchzogen werden.
+ Klima: Das Klima ist eher kontinental, mäßig warm. Ungefähr mit den Weinbauregionen im benachbarten Franken vergleichbar. Die Reben gedeihen vorwiegend auf Terrassen, die durch die Wärme speichernden Steinmauern für ein optimales Klima sorgen.
+ Weinorte: Freiburg, Kriechau, Naumburg.
+ Rebsorten: An der Spitze der Anbaumenge stand früher einmal bei den Weißweinen der Silvaner, gegen Ende der DDR hin eher der Müller-Thurgau. Nach abnehmender Bedeutung geordnet gab es dann noch folgende Sorten: Weißburgunder, Gutedel, Gewürztraminer und Riesling, unter ferner liefen auch Bacchus und Morio-Muskat.
Für die Rotweinerzeugung fand fast ausschließlich die Portugieser-Rebe Verwendung, daneben existierte unter anderem auch noch Dornfelder. Wobei der Rotwein aufgrund klimatischer Bedingungen generell nur eine sehr kleine Rolle spielte.
Neben traditionellen Rebsorten kamen auch Neuzüchtungen aus der Bundesrepublik und Ungarn zum Einsatz.
+ 18 Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG), in denen Wein produziert wurde, sollen hier zu DDR-Zeiten existiert haben. (Stand 1984.) Ihre gesamte Ernte sowie die der privaten Kleinstwinzer wurde von der Winzergenossenschaft Freyburg verarbeitet.
­Sachsen:
+ Nach dem Bundesland benannt.
+ Nördlich von Dresden gelegen.
+ Kleinstes und am weitesten östlich gelegenes Weinanbaugebiet Deutschlands.
+ Wein wurde schon im Mittelalter angebaut, die älteste diesbezügliche Urkunde stammt aus dem Jahre 1161.
+ Das sächsische Königshaus besaß eigene Weinberge in Pillnitz und Wachwitz.
+ Boden: Die Böden sind vielfältig von Granit- und Granitporphyr-Verwitterungen bis hin zu Lehm, Löss und Sandstein.
+ Klima: Mildes, ausgeprägt kontinentales Klima, das nur in unmittelbarer Flussnähe durch ausgleichende Wasserflächen abgemildert wird. Heiße, trockene Sommer. Fallweise raue Winter.
+ Weinorte: Leutesdorf, Meissen, Radebeul, Weinböhla.
+ Rebsorten: Dominierend auch hier Müller-Thurgau. Mit einem gewissen Abstand gefolgt vom Weißburgunder. In absteigender Rangfolge gab es dann noch Gewürztraminer, Riesling, Ruländer und Grauburgunder.
Ähnlich wie beim Weinbaugebiet Saale-Unstrut erfolgte auch hier die Verarbeitung der Trauben zentral, und zwar in der Winzergenossenschaft in Meißen.
­Jessen an der Schwarzburg:
+ Kleine Weinbauinsel, wo im Jahre 1902 auf 120 Hektar Weinbau betrieben wurde. Mitte der Achtziger Jahre waren es nur noch 1,25 Hektar. Riesling und Müller-Thurgau wurden angebaut.

Rezept "Storchennester"


Ein Gebäckstück nach alter Familientradition. Das nachfolgende Rezept wurde von Maxi Herta Altrogge beschrieben.

1. Zutaten

7 Eier
300 g Mehl (möglichst glatt)
200 g Kristallzucker
3/8 l Milch
1 gestrichener Teelöffel gemahlenen Zimt
Vanillezucker und Staubzucker zum Bestreuen
Öl zum Backen

2. Küchengeräte

1 Waffeleisen (siehe Skizze)
1 kleinen, hohen Topf
1 Gabel
Packpapier, Alufolie
1 Sieb

3. Zubereitung

Öl erhitzen und beim Backen auf mittlerer Hitze halten. Dabei das Waffeleisen mit erhitzen. Dann das erhitzte Eisen in den Teig eintauchen, aber nur bis kurz vor den oberen Rand! Bei einem neuen Waffeleisen brennen gewöhnlich die ersten 3 bis 4 Waffeln an und müssen mit dem Messer gelöst werden.
Das mit Teig verklebte Waffeleisen ins heiße Öl tauchen und sprudelnd goldbraun backen. Dann mit einer Gabel unter Waffel und Eisen greifen (das sonst die Waffel abfällt und sich im Öl verformt) und das Ganze auf den Kopf stellen, so dass überflüssiges Öl wieder in den Topf tropft. Nun die Waffel auf das bereitgelegte große Packpapier absetzen – sollte sich die Waffel nicht allein lösen, an den Rändern mit der Gabel vorsichtig nachhelfen. Abschließend die Waffeln auf eine Alufolie legen und mit etwas Vanillezucker und Staubzucker (Menge nach Geschmack) bestreuen (von der Alufolie lässt sich der daneben gerieselte Staubzucker gut wieder ins Sieb schütten).
Den Teig während des Backens oft umrühren, da sich das Mehl etwas absetzt. Die Waffeln trocken aufbewahren!
Das Waffeleisen nach dem Backen nur mit einem trockenen Haushaltstuch abreiben!

Tortenböden für Geburts- und andere Feiertage


Weil es hier inhaltlich dazupasst:
Wir kauften die Böden generell beim Bäcker Wickler (Jahnstraße), weil sie die besten waren und wir sie selbst nicht so gut hinbekamen, obwohl wir wirklich gut backen konnten.

Es gab zwei Sorten von Tortenböden, die beide etwa 28 cm im Durchmesser groß waren und aus allerfeinstem Biskuitteig bestanden:

Böden für Obsttorten:
Diese waren etwa 3 cm dick und hatten einen ungefähr 2 cm hohen, gezackten Rand, damit man etwas darauf füllen konnte, wie etwas Buttercreme, dann das jeweils gewünschte Obst, darauf das Obstsaft-Gelee (Tortenguss). Durch diesen Rand konnte nichts auf die Tortenplatte laufen.
1 Boden kostete 1,50 Mark.

"Wiener Böden":
Diese etwa 7 cm hohen Biskuitböden verwendete man für ganz feine Butter-Creme-Torten. Man zerschnitt sie dann mit einem langen Küchenmesser horizontal in 3 Platten und strich dann überall die jeweils gewünschte Butter-Creme darauf und setzte die Platten dabei nacheinander aufeinander.
Dann bestrich man diese gefüllte Torte oben und ringsum ebenfalls mit Creme (Sorte je nach Wunsch) und dekorierte und spritzte mit einer Tülle die obere Fläche nach Geschmack und Phantasie.
1 Boden kostete 3,-- Mark.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.