Geschichtliches aus Döhren-Wülfel: Die Wülfeler der Bronzezeit wußten noch mit Steindolchen umzugehen

Der Flintdolch aus der Bronzezeit, gefunden in Wülfel. Das Artefakt durfte ich vor Jahren dank derfreundlichen Genehmigung des Landesmuseums Hannover fotografieren.
Hannover: Döhren/Wülfel | Ein Teil Zinn und neun Teile Kupfer ergeben Bronze. Als sich der neue goldglänzende Werkstoff durchsetzte, begann vor etwa 1.800 v. Chr. die Bronzezeit. Diese Epoche der Menschheit dauerte rund 1000 Jahre. Eine Vielzahl neuer Geräte und Waffen, wie etwa das Schwert, wurde damals erfunden. Doch trotz des neuen Metalls kamen Steinwerkzeuge nicht aus der Mode. Das beweist ein Feuersteindolch aus Wülfel.

Die Waffe wurde 1958 in Wülfel gefunden und gehört der frühen Bronzezeit an. Es ist ein handwerkliches Meisterstück und zeigt, mit welcher Präzision und Können die alten Wülfeler immer noch den Stein bearbeiten konnten. Daß in unserem Bereich daneben auch die Bronze bereits Einzug gehalten hatte, beweisen Fundstücke aus Döhren. Hier kamen ein Bronzearmreif und ein bronzenes Tüllenbeil ebenso wieder ans Tageslicht wie eine 29,8 Zentimeter lange verzierte Lanzenspitze aus der jüngeren Bronzezeit.

In der Bronzezeit war das Klima trockener und wärmer als heute. Die Menschen lebten von Ackerbau und Viehzucht. Sie trieben aber auch Handel, allein um an die begehrten Metalle zu kommen. Die Handelskontakte reichten sehr weit. So entdeckte man nicht weit entfernt von Hannover entfernt bei Schulenburg (Stadt Pattensen) einen goldenen Halskragen. Dieses Schmuckstück hatte seinen Weg über das Meer aus Irland bis ins Leinetal gefunden. Über die sozialen Verhältnisse läßt sich hingegen noch wenig sagen. Einige Archäologen deuten jedenfalls den Wohlstand, der sich in wertvollen Grabbeigaben niederschlug, als Anzeichen einer sozial gehobenen Schicht.

Vorherrschende Grabform der Bronzezeit ist der Grabhügel. Darin wurden die Toten in Baumsärgen bestattet. Hinter dem Messegelände im Mastbruchholz und im Bockmer Holz am Kronsberg sind einige solcher Hügelgräber erhalten. Mit Beginn der jüngeren Bronzezeit wird der zuvor nur vereinzelt bekannte Ritus der Totenverbrennung zur allgemeinen Regel. Am Ende der Bronzezeit und der folgenden Eisenzeit kommen dann die großen Urnenfriedhöfe auf. Doch davon soll später berichtet werden.
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