Vom größten Wasserrad der Welt mit einer ratternden Tram in den Nebel

Die "Old Church of Braddan" auf der Isle of Man.
 
Die Isle of Man aus der Luft gesehen.
Wasserräder, alte Burgen, ratternde Straßenbahnen und schmauchende Dampfloks: auf der Isle of Man gibt es einiges zu sehen. Als Urlaubsziel ist das Eiland zwischen Britannien und Irland kaum bekannt. Dabei begeistert die entzückende Landschaft und bietet allerorts eindrucksvolle Fotomotive. Kein Wunder, dass Motorradfahrer hier gerne die kurvenreichen Straßen entlangfahren. Seit 1907 wird dieses Rennen, die Isle of Man Tourist Trophy, veranstaltet, mit mittlerweile (seit 1911 gezählten) über 240 Toten.

Von der Größe her ist die Insel in etwa mit Menorca - der kleinen Schwester von des Deutschen Lieblingsinsel Mallorca - zu vergleichen. Rund 52 Kilometer lang und etwa 22 Kilometer breit untersteht die Insel zwar der britischen Krone, gehört aber nicht zu Großbritannien und liegt auch nicht in der Europäischen Union. Wer als Tourist meint, mit einer „EU-Flat“ sein Handy weiter uneingeschränkt nutzen zu können, könnte deshalb möglicherweise eine teure Überraschung erleben. Nicht ganz auf billigem Niveau liegen auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten; bezahlt wird mit britischen Pfund oder der einheimischen Pfundwährung. Nicht ganz so leicht wieder loswerden lassen sich andere Pfunde, die durch reichhaltiges Essen zu erwerben sind. Die Inseleinwohner sind freundlich und zuvorkommend, schnell ist der Besucher in der Manx-Family aufgenommen.

Manx bezeichnete ursprünglich die inzwischen als Muttersprache ausgestorbene eigene Inselsprache, ein keltische Dialekt mit durch die Wikinger eingeschleppten nordgermanischen Vokabeln. Seit 9. Jahrhundert beherrschten die Nordmänner das Eiland, installierten mit den „Thynwald“ das älteste immer noch tagende Parlament der Welt. Manx steht weiterhin für eine besondere Hauskatzenart, den Tieren fehlt aufgrund eines genetischen Defekts der Schwanz. Und zum dritten bezeichnet Manx auch die menschlichen Einwohner der Insel.

In die mittelalterliche Geschichte der Isle of Man lässt sich vor allem in den mächtigen Mauern von Rushen Castle in Castletown (13. Jahrhundert) und inmitten der Ruinen des Schlosses bei Peel eintauchen. In Peel soll in den immer noch beeindruckenden Schlossmauern ein Gespenst existieren, dass sich allerdings nicht vor die Fotolinse wagte. Na ja, es war ja auch nur später Nachmittag bei dem Ausflug nach Peel und noch lange nicht Geisterstunde. Die Burg in Peel geht auf das 11. Jahrhundert zurück, im 14. Jahrhundert wurde die Befestigung ausgebaut.

Das Welt größte Wasserrad dreht sich für die Touristen in Laxey. Ursprünglich war Laxey ein kleine Fischerort an der Ostküste, indem auch Lachse eine Rolle spielten. Entsprechend wird der Ortsname von Laxa (für Fluss) oder Lax hergeleitet (laut eines „Visitor Guide“ „means ‚lax‘ salmon“ -also Lachs, für Niedersachsen sicher eher nachvollziehbar als für Angelsachsen). Dann - ab 1780 - wurden Erze im Berg entdeckt und aus dem kleinen Dörfchen entwickelte sich ein wichtiger Bergwerksort. Hier steht auch die berühmteste Sehenswürdigkeit der Isle of Man, Seit dem 27. September 1854 dreht sich die „Lady Isabell“. Das Wasserrad mit einem Durchmesser -von 22 Metern pumpte einst Wasser aus den Stollen. Benannt ist die Anlage nach der Ehefrau des „Lieutenant Governor“ Charles Hope, der das riesige Metallrad an jenem Septembertag vor 161 Jahren offiziell einweihte. Ein Stücken entfernt (und ohne Eintritt zu besichtigen) findet sich an der Überland-Straßenbahnstation das „Snaefell Mine Waterwheel“, 1865 mit immerhin noch 15,4 Meter Durchmesser errichtet. Auch diese Anlage schmückt sich mit einem Frauennamen; Lady Evelyn schaufelt hier das Wasser.

Wer es nicht so mit metallenen Pumpanlagen aus der Bergwerkszeit hat, sondern sich lieber richtigen Wassermühlen zuwendet, wird ebenfalls fündig. Ein kleines Cafe neben Lady Isabell entstand im 18. Jahrhundert als Kornmühle. Das Wasserrad dreht sich hier immer noch, funktionslos geworden, Gäste können bei einer Tasse Tee oder Kaffee im Innern der ehemaligen Mühle am Fenster sitzend das sich drehende Mühlrad aus einer ganz besonderen Perspektive beobachten. Übrigens begann auch die „Woolen Mill“ ein Stück weiter zur Küste hin ihr Leben als Kornmühle, bevor 1881 der Seidenweber Egbert Rydings die Anlage übernahm.

Freunde historischer Schienenfahrzeuge werden auf der Insel ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Einmal abgesehen davon, dass eine dampfbetriebene Grubenbahn in Laxey Touristen transportiert, gibt es zwei elektrische Überland-Straßenbahnlinien. Die eine führt von Laxey in den Nebel auf dem Snaefell (bedeutet Schneeberg), dem mit 261 Metern höchsten Berg der Insel, die andere führt von Ramsey über Laxey bis zur Hauptstadt Douglas und hat dort Anschluss an eine Pferdestraßenbahn entlang der Strandpromenade (nur von Mitte Mai bis Mitte September) . Die Holzwaggons sind noch ursprünglich, tutend und rasselt bahnen sie sich ihren Weg durch die schöne Landschaft.

Wer mehr Rauch bevorzugt, kann von Douglas auf einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn nach Port Erin reisen (wo ihn ein kleines Eisenbahnmuseum erwartet). Die Waggons sind wie in der Anfangszeit der Eisenbahn nicht durchgehend. Jedes Abteil hat eine eigene Tür zum Bahnsteig hin zum Ein- und Ausstieg.
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2 Kommentare
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 14.05.2015 | 11:45  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.05.2015 | 18:09  
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