Dieter Falk widmet sich Martin Luther- Ein großes Album im Lutherjahr ist kürzlich erschienen

Foto: Agentur

Zwei scheinbar unvereinbare Gegensätze, die sich im auf den ersten Blick nur schwer in Einklang bringen lassen. Was haben der große Kirchenreformator und das afroamerikanische Musikgenre gemeinsam? Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Beide verbindet ein starker Glaube, das unnachlässige Streben nach Freiheit und der Drang nach ständiger Weiterentwicklung, wie der Mehrfach-Platin ausgezeichnete Musiker und Komponist Dieter Falk auf seinem Konzeptalbum „A Tribute To Martin Luther“ aufzeigt.

Nach mehr als 20 Millionen verkauften Einheiten seiner gut 100 produzierten CDs für Größen wie Pur, Nino De Angelo, Patricia Kaas und vielen anderen legt der Düsseldorfer Multiinstrumentalist nun sein bisher ambitioniertestes Werk vor!

Dieter Falk zählt mit insgesamt zehn ECHO-Auszeichnungen und weiteren fünf Nominierungen seit vielen Jahren zur absoluten Spitze der deutschen Musikszene. In den 80er Jahren arbeitete er als Produzent und Sessionmusiker in Los Angeles und Nashville mit bekannten Namen wie Steve Lukather (Toto), Abe Laboriel, Alex Acuna (Weather Report), Jerry Hey, Chuck Findley, Dann Huff, Lee Konitz und anderen. In Wolfgang Schmids Jazzrock-Formation Kick spielte er von 1989 bis 1992 zusammen mit u.a. Billy Cobham, Nippi Noya, Peter Wölpl und Wolfgang Haffner. Als einer der versiertesten deutschen Pianisten erhielt der Musikprofessor an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule 1996 den 3M Visionary Award (für die Produktion des Pur-Albums „Abenteuerland“), wurde zum mehrfachen „Keyboarder des Jahres“ (Fachblatt Musikmagazin) sowie zum „Klavierspieler des Jahres 2012“ (Bundesverband Klavier) gevotet, nahm im gleichen Jahr den Jazz Award für sein Album „Celebrate Bach“ entgegen und war im Anschluss zwei Jahre in der Jury der Casting-Show „Popstars“ (Pro7) tätig, aus dem später die Girlgroup „Monrose“ hervorging, deren Debütalbum er co-produzierte.

Seit 2010 widmet sich Dieter Falk vermehrt aufwändigen Bühnenstücken; seine Musicals und so genannten Pop-Oratorien avancierten zu gefeierten Mitsing-Events, bei denen zuletzt über 15.000 Chormitglieder „Die 10 Gebote“ in Stadien und Arenen vor über 150.000 Zuschauern performten. Das Nachfolgewerk „Moses“ feierte 2013 seine Premiere am renommierten Theater St. Gallen, in dem das Stück drei ausverkaufte Spielzeiten bis 2015 aufgeführt wurde. Am Reformationstag 2015 folgte die Premiere von Falks Pop-Oratorium „Luther“, an das er nun mit „A Tribute To Martin Luther“ anschließt: Falk wagt auf seinem neuen Instrumental-Werk erneut den Spagat zwischen Pop und Kirche, zwischen Glaube und Entertainment. Brücken zu bauen zwischen Unterhaltungsmusik und so genannter ernster Musik, war schon immer Falks erklärtes Anliegen, für den die Verbindung aus religiöser Tradition und populären Klängen kein Widerspruch, sondern vielmehr eine logische Fortsetzung darstellt. Neue Denkweisen, neue Wege, neue Formen, neue Klänge. Und neue Impulse für die Kirche ebenso, wie für die ganze Gesellschaft.

Als passionierter Klanggrenzgänger veröffentlichte Falk bisher verschiedene Instrumental-Alben, die in Deutschland zu den meistverkauften ihres Genres zählen. Nach seinem mit dem Impala Award ausgezeichneten 2007er Longplayer „A Tribute To Paul Gerhardt“ verneigt sich Falk nun vor einer der bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Epoche. „Ich komme ursprünglich aus der kirchlichen Musik“, so Dieter Falk. „Schon mit 14 saß ich in der Kirche zum ersten Mal am Klavier. Seit den 80ern versuche ich, mich für den Kulturwandel innerhalb der Kirche stark zu machen. Mein Motto lautete schon immer „Aus alt mach neu“; ich möchte sperrige Themen mainstreamtauglich und für eine breite Hörerschaft interessant machen. Nachdem ich fast 35 Jahre lang nur reine Popmusik bedient habe, nehme ich heute meine wohl größte Herausforderung an“: Martin Luthers Werk den Schichten zugänglich zu machen, die bisher noch nicht mit ihm in Kontakt gekommen sind. Auf „A Tribute To Martin Luther“ hat Dieter Falk 12 der insgesamt 34 Choräle Martin Luthers mit modernen Mitteln in die Jetztzeit transportiert. Luther, reloaded! „Luther war eine sehr zwiegespaltene und deshalb so spannende Persönlichkeit. Einerseits geprägt von großen Selbstzweifeln und der Furcht vor der ewigen Verdammnis in der Hölle. Andererseits besaß er auch ein Faible für Populäres. Er hat die politische, gesellschaftliche und religiöse Landschaft seiner Zeit entscheidend beeinflusst. Nach Luther war die Welt eine völlig andere. Luther hat durch das Prinzip des Selbst-Denkens des Individuums sehr verändert. Der Jazz hat den Geschmack der Freiheit; das verbindet ihn mit Luther: Die Freiheit, selbst zu denken und die Kultur der Kirche zu verändern. Luther hat in meinen Augen das Feld für die Entwicklung kultureller Freiheiten geebnet.“

Nach mehr als dreijähriger Vorbereitungszeit lädt Dieter Falk zusammen mit langjährigen Gefährten aus der Jazz-Szene wie Wolfgang Haffner oder Stephan Braun sowie seinen beiden Söhnen und nicht zuletzt dem renommierten Filmorchester Babelsberg zum funky Luther-Tribut in die Chillout-Area: Gemeinsam hat das experimentierfreudige Ensemble Martin Luthers Originalvorlagen mit frischen Beats als abwechslungsreiche Jazz-, Lounge-, Bigband- und Klassikpop-Versionen im zeitgemäßen Sound arrangiert und für die Zukunft als groovige Remakes völlig neu interpretiert. Zur Inspiration für das anspruchsvolle Werk reisten Falk und Söhne noch einmal die wichtigsten Stationen auf dem Lebensweg des einflussreichen Theologen ab: Worms, Speyer, Eisenach und natürlich Luthers Hauptwirkungsstätte Wittenberg. „Nachdem wir die Kirche besucht haben, in der er seinerzeit gepredigt hat und uns auch die Tür anschauten, in die er angeblich seine 99 Thesen angeschlagen haben soll, sind wir auf dem Marktplatz von Wittenberg bei einem Open Air aufgetreten“, erinnert sich Falk an die Anfänge des Projekts zurück. „Es herrschte dort eine unglaubliche Atmosphäre. Mit diesen faszinierenden historischen Eindrücken vor Augen spielt man ein Konzert gleich mit einem ganz anderen Effet. Dies war wirklich eine Art Schlüsselmoment für mich. Danach habe ich begonnen, wirklich in die Materie einzutauchen.“

So wurde Luthers bekanntester Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Falk und Friends von einer getragenen Version aus Orgel und Posaunenchören zur funky swingenden Easy-Listening-Form mit Ohrwurmcharakter umgearbeitet. Das festliche „Nun freut euch lieben Christen g‘mein“ erklingt auf „A Tribut To Martin Luther“ in ganz neuem Bigband-Gewand mit jeder Menge Groove, und das eindringlich-dramatische Original von „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ findet sich als opulent arrangiertes, kopfkinohaftes Make-Over aus klassischen Streichern und Piano wieder. Der Teufel ist Dieter Falk beim Komponieren seiner Neuinterpretationen zwar nicht erschienen, steckte aber dennoch im Detail. „Obwohl die Figur Martin Luther für mich natürlich eine dankbare Volleyvorlage ist, musste ich während der Arbeiten immer wieder über den richtigen Ansatz und die passende Herangehensweise nachgrübeln. Luther war in meinen Augen der Erste, der Popmusik in die Kirche gebracht hat. Volkslieder stellten die Popmusik des Mittelalters dar. Er hat diese Volkslieder genommen und dazu Texte formuliert. Den eigentümlichen Charakter der besonderen Kirchentonarten findet man auch oft in der Jazz-Musik. Beides hat für mich etwas Mystisches.“

Der breiten Öffentlichkeit wird „A Tribute To Martin Luther“ erstmalig auf der Frankfurter Buchmesse vor dem Hintergrund der Vorstellung der neuen Version der Luther-Bibel präsentiert. Zeitnah zur Veröffentlichung des Albums folgt im Luther-Jubiläumsjahr 2017 ebenfalls eine große Arena-Tour, die Dieter Falk durch neun deutsche Städte führt. Im Rahmen des 500. Jahrestages der Reformation wird Dieter Falk mit seinem interaktiven „Luther“-Pop-Oratorium ca. 15.000 Sänger erreichen, die er als Chorleiter zum größten Teil auch selbst einstudiert. „Mit meinem neuen Tribute-Album besinne ich mich auf meine Wurzeln“, so Falk abschließend. „Ich möchte versuchen, Dinge zu verändern. Dafür ist das Reformationsjahr ein hervorragender Anlass. Reformation bedeutet Erneuerung und den Versuch, Veränderung anzustoßen. Mein Ziel ist, durch meine Musik Menschen der unterschiedlichsten Schichten zusammen zu führen, die sich sonst nicht treffen würden. Dafür eignet sich Martin Luthers Musik perfekt. Er war ein faszinierender Mann mit visionären Ideen, der der Nachwelt zudem noch einige wunderschöne Melodien hinterlassen hat.“

EIN INTERVIEW MIT DIETER FALK ZUM LUTHER MUSICAL GIBT ES HIER

INFOS ZUM LUTHER MUSICAL GIBT ES HIER

Bürgerreporter:in:

Thomas Rank aus Günzburg

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