Wo Helfen Tradition und Zukunft hat: Sozialstation feiert 25. Jubiläum

Im ökumenischen Gottesdienst werden die MitarbeiterInnnen der Sozialstation gesegnet
 
Rosen zum Dank für die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Seit 25 Jahren steht die Sozialstation für gute Pflege, ein christliches Profil und wirtschaftliches Handeln – das Ergebnis einer laufenden Entwicklung

„Die Chronik der Sozialstation ist beeindruckend“, erklärte Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann im Rahmen der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen der gemeinnützigen Einrichtung. In der Tat hat die Sozialstation sich im letzten Vierteljahrhundert beeindruckend entwickelt, was ihr nun viel Lob und Anerkennung bescherte - auch von Pfarrer Fritz Graßmann, Vorstand vom Diakonischen Werk Augsburg und diesjähriger Sprecher der Gesellschafterversammlung. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sei es gelungen, sich in einem Dreieck von Anforderungen zu positionieren: vom Anspruch, fachlich gute Pflege zu leisten über ein klares christliches Profil bis zum wirtschaftlichen Handeln.

Wachstum in vielen Dimensionen

Dafür war Wachstum in vielerlei Dimensionen nötig, das wird im Rahmen der Feier deutlich. Hatten 1990 die Kranken- und Altenpflegevereinen der beiden Pfarreien Heilig Geist und Hochzoll eine katholische Sozialstation gegründet, sprechen wir heute von der Sozialstation Augsburg Hochzoll Friedberg und Umgebung Ökumenische ambulante Pflege gGmbH. Klingt kompliziert, unterstreicht aber auch die Entwicklung der Einrichtung.

Viel hat sich getan in den letzten 25 Jahren. Anfangs wurden 34 Patienten betreut, heute sind es 430. Zunächst standen für die ambulante Pflege vier Schwestern und eine Verwaltungskraft zur Verfügung – 25 Jahre später sind es knapp 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die heutige Sozialstation ist der größte Anbieter für ambulante Pflege in der Region. Ebenso hat sich das Leistungsspektrum der Einrichtung entwickelt, die damit immer wieder auf neue Anforderungen reagiert hat.

Eine "Liebesehe" mit der evangelischen Sozialstation

Gewachsen ist die Sozialstation auch über konfessionelle Grenzen hinweg. So ist die einstmals katholische Institution seit 2011 und dem damaligen Zusammenschluss mit der evangelischen Sozialstation in Hochzoll inzwischen ökumenisch tätig. Eine gute und erfolgreiche Verbindung, die Pfarrer Fritz Graßmann, Vorstand vom Diakonischen Werk, als „Liebesehe“ tituliert.

Über kommunale Grenzen hinweg

Und auch kommunale Grenzen werden überwunden, als man sich 2013 zur Eingliederung der Ambulanten Pflege der Sozialstation Friedberg entschließt. Damit ist gelungen, „die stolze Tradition des Ambulanten Krankenpflegevereins fortzusetzen“, zeigte sich Roland Eichmann froh. Der Verein war 1906 aus der Bürgerschaft heraus gegründet worden, um kranke Menschen und deren Familien zu versorgen. Dieser Bürgersinn im besten Sinne lasse sich heute noch wahrnehmen. „Pflege braucht Empathie, Zuwendung und Geld“, so Roland Eichmann. „Die Sozialstation ist ein Geschäftsbetrieb, aber eben nicht nur. Die Ergänzung aus hauptamtlich und ehrenamtlich Tätigen zeichnet die Sozialstation besonders aus.“
Lob für die interkommunale Zusammenarbeit gab es auch von Seiten der Stadt Augsburg. „Schön, dass Sie nicht an der Stadtgrenze aufhören zu helfen“, erklärte Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer. Er würdigte Sozialstation zudem als „Meilenstein in der Altenpflege und Altenhilfe.“

Zeitzeugen berichten

Interessante Details auf dem Weg zu diesem Meilenstein vermittelten einige Zeitzeugen der letzten 25 Jahre. So berichtete etwa Msgr. Alois Egger, ehemaliger Pfarrer in Heilig Geist vom „heute nicht mehr vorstellbaren Defizit an sozialen Angeboten“ in Hochzoll, das für die spätere Gründung der Sozialstation ausschlaggebend war. Anneliese Wenzel, die 25 Jahre lang die Geschäfte der Sozialstation geführt hatte, beschrieb die Anfänge der Arbeit „an einem geliehenen Campingtisch im Stuhllager des Kindergartens Heilig Geist“, aber auch die stetige Weiterentwicklung mit dem Menschen im Fokus.

"Gut 100-jährige Braut"

Humorvoll berichtete Wolfgang Rockelmann als Vorsitzender der Bürgerstiftung Sozialstation Friedberg vom erfolgreichen Schulterschluss zwischen Hochzoll und Friedberg. „Wir haben die gut 100-jährige Braut geschmückt, mit einer guten Mitgift und einer gut ausgebildeten Dienerschaft im haupt- und ehrenamtlichen Bereich ausgestattet und um den Ehevertrag gerungen.“ Die Ehe mit dem knapp 25-jährigen Bräutigam sei gut gegangen, „zwei erfolgreiche Jahre liegen hinter uns.“

Immer wieder wurden die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Immer wieder gilt es auch, neue Herausforderungen zu meistern. Das macht eine aktuelle Zeitzeugin deutlich: Gudrun Jansen, die seit April als Geschäftsführerin tätig ist. So hat die Sozialstation erst im September – als erste Caritas-Sozialstation in Augsburg – mit der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation begonnen. Mit der abgespeckten Dokumentation soll wieder mehr Zeit für die Pflege sein – eine höchst begrüßenswerte Entwicklung. Ständig arbeitet man in der Sozialstation auch an neuen Angeboten im Bereich der ambulanten Versorgung ebenso wie in der Betreuung Demenzkranker oder in der Begleitung von pflegenden Angehörigen. „Wir sehen uns in die Pflicht genommen, unser Leistungsspektrum den jeweiligen Bedürfnissen der Hilfe- und Pflegebedürftigen anzupassen und auszubauen“, macht Gudrun Jansen ihre Aufgabe für die Zukunft deutlich.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.friedberger | Erschienen am 07.11.2015
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.friedberger | Erschienen am 21.12.2015
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