Carmina Burana und Bairische Lieder: Eröffnungskonzert der 40. Donauwörther Kulturtage

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Volksmusik und Klassik zeigen sich als zwei zwar eigenständige, aber oft sich wechselseitig befruchtende Genres musikalischen Erlebens und Gestaltens in einer Gesellschaft. Alle bedeutenden Komponisten und Künstler suchten und suchen die tradierten, lebendigen Wurzeln, ihre wie die der Gemeinschaft, in der sie leben und wirken – und umgekehrt: Was der Komponist geschaffen hat, das fließt, wenn es anspricht, bald in volkstümliche Varianten ein, die gerne gespielt und gehört werden.

So auch bei Carl Orff, der einflussreiche Musikpädagoge und Komponist, dessen wohl bedeutendstes Werk, die Carmina Burana, durch die Bayerische Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast zur festlichen Eröffnung der 40. Donauwörther Kulturtage formvollendet aufgeführt wurde.

Nach der Begrüßung zahlreicher Gäste und prominenter Ehrengäste durch Oberbürgermeister Armin Neudert, der die Erfolgsgeschichte der Donauwörther Kulturtage würdigte und allen Mitwirkenden und -helfenden dankte, legten sie los, das Mühlviertler Quintett: Auf geht’s!

Musik ist kreativ: Mit einfachsten Mitteln, gleichsam als „Hosensackmusi“, zaubert sie sich immer neu hervor, immer getragen durch gelassenen Humor der Singenden und Spielenden, frei und leicht.
Vom Stanzlg'sang über einen Landler, vom Dankbarkeits-Walzer zum ausgelassenen Jodler, ob Harmonika, Posaune, Gitarre, ob sanfter, balladenartiger Gesang, ob Polka oder Mondscheinstimmung: Das musikalische Spektrum spannt sich wie ein faszinierender Regenbogen über Spielende und Zuhörer zugleich. Musik ist ein Gemeinschafts-Erleben.

Aus dem Einfachen geht das Ganze hervor: So ließe sich Orffs Carmina Burana ihrem Prinzip nach beschreiben. Nach der Pause wurde sie fulminant zelebriert, durch Orchester, Chor und Kinderchor, Carmela Conrad (Sopran), Dean Power (Tenor), Florian Götz (Bariton), Yudum Cetiner und Jelena Stojkovic am Klavier.

Musik ist nicht transzendent – aber sie lädt oftmals ein, die Grenzen und Zäune der einzelnen Genres wie ein Lausbub zu übersteigen – einfach um zu sehen, was da drüben denn alles so sein mag … . Wer dieses kleine Abenteuer unternimmt und nicht sich an seine eigenen musikalischen Präferenzen festklammert, der erlebt – ja was? Das eigentliche Geheimnis der Musik, ihre Schönheit, ihre Grenzenlosigkeit, die neu und immer neu Weisen ihres Wesens durch den Künstler uns aufzeigen kann, mehr noch: uns erleben lässt, was wir erleben können, da es im Wesen des menschlichen Geistes selbst wurzelt.

So schön kann Musik sein.


Foto T1: Im Festsaal des Tanzhauses: Das Mühlviertler Quintett &
Dumfart Trio spielte Alpenländische Lieder und Weisen

Foto T2: Die Bayerische Philharmonie mit Chor, Kinderchor, Pianisten und Percussion-Ensemble unter der Leitung von Mark Mast präsentierte die weltberühmte szenische Kantate Carmina Burana von Carl Orff.
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