Über den Deutschen Mühlentag hinaus: 1200 „Mühlen in Schwaben“ per Mausklick

Schlossmühle Liebenthann (Lk Ostallgäu), Denkmalpreis Bezirk Schwaben 2011
Europaweit einzigartig ist die digitale Mühlendokumentation für die Region Bayerisch Schwaben. Das zeitgemäße Nachschlagewerk der Heimatpflege des Bezirks Schwaben wird in seiner digitalen Form ständig aktualisiert. Willkommen sind ergänzende Hinweise aus der Bevölkerung.

Heute existieren nur noch wenige Mühlenstandorte, die von technikgeschichtlicher Bedeutung sind oder als touristische Attraktion gelten können. Gründe genug für den Bezirk Schwaben, dem Verbleib der heimischen Mühlen nachzuspüren. Weit über 1.200 Mühlen von den vermuteten 2.500 Mühlen listet die digitale Dokumentation "Mühlen in Schwaben" auf: "Ein deutschlandweit, unserer Kenntnis nach sogar in Europa bisher einmaliges regionales Unterfangen" freut sich als Projektleiter der Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl: „Denn die Mühlen als Kulturgut ersten Ranges brauchen Öffentlichkeit!" Das hier gesammelte historische und technische Wissen um die aus dem Alltag weitgehend verschwundenen Mühlen ist unter www.bezirk-schwaben.de/mühlen-in-schwaben für die Allgemeinheit per Mausklick neu zu entdecken.

Ausführliches Glossar

Ein ausführliches Glossar informiert in Kürze über technische und rechtliche Fachbegriffe. Nutzen können es der interessierte Laie, Familien und Schulen für die Gestaltung von Ausflügen, aber auch kommunale Verwaltungen, Bau- und Wasserwirtschaftsämter, Heimatpfleger und Heimatforscher. "Die Dokumentation "Mühlen in Schwaben" ist ein zeitgemäßes, kompetentes Nachschlagewerk, das in seiner digitalen Form ständig aktualisiert wird und wofür ergänzende Hinweise aus der Bevölkerung willkommen sind", betonte Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, "abgeschlossen wird es niemals sein können."

Berühmte Augsburger Mühlentechnologie


Unerschöpflich viele Sagen, Märchen und Lieder erzählen über Mühlen und ihre Müller. Die Augsburger Mühlentechnologie wurde seit dem 16. Jahrhundert europaweit als führend gerühmt. Das Mühlensterben begann mit der Industrialisierung.

"Bei Tag und bei Nacht hält der Müller stets Wacht..."

„Eine Mühle war das technisch Aufwendigste der vorindustriellen Zeit", unterstreicht der Bezirksheimatpfleger: „Sie stellte den teuersten Betrieb mit wirtschaftlicher Schlüsselfunktion dar. Handwerklich äußerst versiert sorgte der in der Regel hoch angesehene Müller dafür, dass sich das Mühlrad drehte, um die Mahl-, Säge-, Stampf-, Schleif-, Hammer-, Walk-, Loh- oder Papiermühlen anzutreiben. Allein vom "Mühlenarzt", eine Art Wanderhandwerker, der auf Bestellung oder im gewissen Turnus zum Reparieren der komplizierten Mühlentechnik vorbeikam, konnte er sich im Ernstfall noch helfen lassen. Denn stand die Mühle still“, weiß Fassl, „so wurde schon mancher Müller unfreiwillig ausgewechselt“.

Digitale Dokumentation "Mühlen in Schwaben"

Seit 2004 dokumentiert die Bezirksheimatpflege alle Mühlen und Elektrizitätswerke in Schwaben. Detaillierte Fragebögen an Bauämter, Archivare, Heimatpfleger, Heimatmuseen der Städte und Gemeinden sowie an die Eigentümer der Mühlenanwesen brachten über die Jahre eine überraschende Vielzahl an Mühlen und E-Werken zutage. Auch privates Aktenmaterial aus heimischen Schubladen oder etwa eine von Laienhand angefertigte Zeichnung einer Mühle waren für die Dokumentation von Interesse. Viele Mühlen waren bereits archivarisch erfasst. Zahlreiche einstige Mühlenstandorte konnten auf diese Weise vor dem Verschwinden bewahrt werden. Denn oftmals „existierten“ sie allein nur noch als mündliche Überlieferung oder persönliche Erinnerung hochbetagter Müllersleute.

Bis heute konnten in der Region rund 1.200 Mühlen und E-Werke ausfindig gemacht werden, "so dass man mit Fug und Recht von Bayerisch-Schwaben als dem „Land der 1.000 Mühlen“ sprechen kann", wie Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl dieses europaweit einzigartige Projekt beschreibend zusammenfasst.

Ausblick „Schwäbischer Mühlenweg“

Inzwischen ist die digitale Dokumentation, deren Aufbereitung in der Hand des Augsburger Historikers Georg Abröll M.A. liegt, soweit gediehen, dass das darin gesammelte Material auch noch in anderweitiger Form der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden könnte: Etwa in Gestalt eines „Schwäbischen Mühlenwegs“, als gedruckte Reiseführer oder auch mit Hinweistafeln an den Bauwerken selbst, empfiehlt der Initiator Dr. Peter Fassl. Ergänzende "sachdienliche Hinweise" wie Pläne, historische Zeichnungen, Bilder und Fotografien oder sonstige Auskünfte zum Thema "Mühlen in Schwaben" sind willkommen.

Kontakt
Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl, Telefon: 0821/ 3101 - 309; heimatpflege@bezirk-schwaben.de
www.bezirk-schwaben.de/mühlen-in-schwaben
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