Kay

Kay
Kay kam zu uns als Abgabehund im Januar 2013 und war in einem sehr schlechten Zustand. Dobermänner sind von Natur aus eher sensibel, leiden manchmal sehr unter ihrer Dünnhäutigkeit und schwachen Nervenkostüm.
So durfte Kay recht bald auf eine erfahrene Pflegestelle umziehen, wo er sich erholen und zu Kräften kommen sollte.
Jedes Kilo, das in dieser Zeit auf seinen Rippen blieb, war ein großer Erfolg. Jeden Moment an dem er einmal ruhig irgendwo lag oder stand, war ein weiterer Schritt nach vorne.
Kay entwickelte sich zu einem stattlichen Rüden, mit einem starken Willen, der zwar bisher viel erlebt hatte, aber noch viel zu wenig zusammen mit Menschen. Kein Wunder also, daß Kay zwar sehr neugierig, aber auch teils sehr ungestüm Menschen gegenüber agierte.
Die Arbeit mit einer Hundetrainerin zeigte, daß man Kays Bewegungsfreude gut in Lernspiele umsetzen konnte und, daß der Hund willens war, sein Leben in den Griff zu bekommen. Es lief gut. Es kamen Interessenten für Kay und der Tag der Auszug ließ nicht allzu lange auf sich warten. Doch das Glück war nicht auf Kays Seite.
Bei einem ungewollten Ausflug alleine zog er sich einen Trümmerbruch des Vorderbeins zu. Wie soll man einem derart aktiven Hund erklären, daß er ruhig bleiben muß, daß er nicht rennen darf und springen vollkommen tabu ist. Kay verstand das nicht. Mit all seiner Energie hat er die Schrauben, welche seine Brüchen halten sollten, verschoben.
Ein externer Fixateur war die einzige Lösung – ein Leidensweg für Kay und seine Betreuer. Wie soll man auf fragende Hundeaugen reagieren, die nur wissen wollen „Warum immer ich?“?
Es war ein langer und sehr harter Weg für Kay, aber er ist ihn gegangen und das mit so wenig Murren und Knurren, daß man als Mensch mehr als nur Respekt vor diesem Geschöpf haben muß. Nachdem der Fixateur endlich unnötig wurde, konnte Kay nach einer gewissen Zeit nochmals auf eine Pflegestelle. Diese lange Zeit die der Bruch gebraucht hatte um zu heilen, die Medikamente und das Leid hatten Kay merklich zugesetzt. Er war sehr unruhig und auch auf der Pflegestelle kam er nicht zur Ruhe.
Doch endlich aus dem Nichts heraus schien sich das Blatt für ihn zu wenden.
Kay fand neue Interessenten, die alle Zeit der Welt für ihn eingeplant hatten.
Kay lernte endlich seine Familie kennen.
Merklich entspannte er sich und fing langsam an, seine Form der Gelassenheit zu entwickeln. Kay sog die neu gewonnene Aufmerksamkeit deutlich auf und schien endlich sein Leben gefunden zu haben.
Doch leider hat das Schicksal unserem Kay nicht ausreichend Zeit gelassen. Sein bisheriger Weg hat ihm zu viel Kraft genommen.
Kay hat uns in der Nacht vom 07.08.2015 verlassen.
Auch wenn seine Geschichte tragisch war, so hat Kay am Ende seines Lebens Gutes erfahren können.
Leb wohl guter Freund

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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 12.08.2015 | 00:36  
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