"Wir haben viel zukunftsträchtige Projekte verwirklicht": Ein Interview mit Dasings Bürgermeister Erich Nagl

Bürgermeister Erich Nagl
 
Bei der Vertragsunterzeichnung für den Breitbandausbau
myheimat: Herr Nagl, beginnen wir mit einem wichtigen Zukunftsfeld. Rund eine Million Euro an Zuschüssen werden der Gemeinde Dasing vom Freistaat Bayern für den Ausbau des schnellen Internets zur Verfügung gestellt. Wie sieht der „Fahrplan“ für den Breitbandausbau in den Jahren 2015 und 2016 aus?
Erich Nagl: Das Interkommunale Gewerbegebiet wird eigenwirtschaftlich erschlossen. Die Verträge für den Breitbandausbau in den Ortsteilen Lindl, Laimering und Rieden wurden vor kurzem unterschrieben. Die Arbeiten werden Anfang 2015 beginnen und wir rechnen mit der Verfügbarkeit bis Mitte 2015. Im Kernort Dasing steht zumindest in Teilbereichen bereits schnelles Internet zur Verfügung. Beim restlichen Teil von Dasing und bei den weiteren Ortsteilen sind wir momentan im Auswahlverfahren. Wir hoffen, dass wir noch im 1. Quartal 2015 den Förderantrag positiv beschieden bekommen, um anschließend die Aufträge vergeben zu können. Bis Anfang 2016 könnte dann der komplette Ausbau im Gemeindebereich Dasing abgeschlossen werden.

myheimat: Darüber hinaus muss die Gemeinde im Jahr 2015 einige weitere Investitionen tätigen. So ist unter anderem für die Sportanlage ein 25000 Euro teures elektronisches Schließsystem vorgesehen. Wo liegen die Vorteile der neuen, individuellen Zugangschips?
Erich Nagl: Vorgesehen ist es für die Schule/Musikschule und die Dreifachsporthalle. Es ist noch nicht endgültig entschieden, aber es sprechen wichtige Gründe für eine Einführung: Sicherheit, Schlüsselverlust, zeitliche Zutrittsberechtigung und Abrechnung der Nutzungszeiten, um nur einige zu nennen.

myheimat: Auch die Computerserver der Grund- und Mittelschule müssen ausgetauscht werden. Mit welchen Kosten ist diese Maßnahme verbunden?
Erich Nagl: Die Gesamtkosten für den Tausch der EDV belaufen sich auf ca. 18.000 Euro.

myheimat: Das neue Kinderzentrum ist fast fertig. Die finanziellen Auswirkungen sind aber erst im Haushalt 2015 spürbar. Aber aufgrund der guten Haushaltslage 2014 dürfte dies kein ernsthaftes Problem darstellen, oder?
Erich Nagl: Ein Projekt in dieser Größenordnung ist aus laufenden Haushaltsmitteln nicht zu finanzieren. Das ist bei einer Gemeinde nicht anders als bei einem privaten Häuslebauer. Aufgrund der von Ihnen angesprochenen guten Haushaltslage musste der vorgesehene Kredit in Höhe von 2 Mio. Euro in 2014 noch nicht in Anspruch genommen werden. Die Kreditaufnahme konnte deshalb auf das Jahr 2015 verschoben werden.

myheimat: Ziel einer effektiven Haushaltspolitik ist es, Zuführungen vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt zu erreichen, um somit die notwendigen Investitionen in Angriff nehmen zu können. Wie schneidet die Gemeinde Dasing unter diesem Gesichtspunkt aktuell ab?
Erich Nagl: Wir haben in den letzten Jahren das Investitionsvolumen von durchschnittlich 1,5 Mio. Euro auf über 3 Mio. Euro steigern können und damit viele zukunftsträchtige Projekte verwirklicht. Gleichzeitig konnte die Verschuldung der Gemeinde deutlich reduziert werden. Sinngemäß gilt das Gleiche auch für die Zuführungen zum Vermögenshaushalt. Diese belaufen sich entsprechend der mittelfristigen Finanzplanung in den nächsten Jahren auf jeweils 1 – 1,2 Mio. Euro jährlich.

myheimat: Lassen Sie uns noch ein wenig über Wirtschafts- und Standortpolitik reden. Mit dem Interkommunalen Projekt „Acht 300 Gewerbepark Aichach Dasing“ betrat Ihre Gemeinde Neuland. Wie fällt Ihr vorläufiges Fazit diesbezüglich aus?
Erich Nagl: Rundum positiv. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Aichach, meinem Bürgermeisterkollegen Klaus Habermann und seinem Team funktioniert hervorragend und das nicht nur bei Acht 300, sondern auch bei anderen Themen wie z.B. bei der Paarkunst. Mit dem Verkauf eines großen Areals im Gewerbepark an die Fa. Norma mit ca. 150 Arbeitsplätzen konnte die Vermarktung erfolgreich begonnen werden. Besonders freut es mich auch, dass nun endlich mit dem längst überfälligen Ausbau der B 300 begonnen wurde.

myheimat: Wie sieht es mit der Ansiedlung von produzierendem Gewerbe im Gewerbepark „Acht 300“ aus?
Erich Nagl: Es konnten schon einige Grundstücke an mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe vermarktet werden. Natürlich nicht mit der Flächengröße wie bei Norma, aber wir sind recht zufrieden mit der Nachfrage. Ich denke, dass auch hier bald mit der Bautätigkeit begonnen wird.

myheimat: Nach all der Politik nun noch eine „persönliche Frage“ zum Abschluss. Als Bürgermeister treffen Sie im Laufe eines Jahres sicher sehr viele interessante Persönlichkeiten. Welche Begegnung hat Sie am meisten beeindruckt?
Erich Nagl: Die Begegnung mit einem Zeitzeugen bei einem Besuch in der Deutschen Botschaft in Prag. Sein Bericht über die damalige Situation mit tausenden von Zuflucht suchenden DDR-Bürgern, die Rede des damaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher zur Ausreise und den darauf folgenden frenetischen Jubel hinterließ bei mir ein Gänsehautgefühl.

Interview: Joachim Meyer, Bilder: Gemeinde Dasing
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin aichacher | Erschienen am 17.12.2014
myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 22.12.2014
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