The Vision Bleak im Nachtleben

Nach fast drei Jahren, nämlich zuletzt im Januar 2008, gastierten "The Vision Bleak", mit ihrem düsteren Horror Metal, am 26.10.10 wieder einmal im Frankfurter "Nachtleben", an der Konstabler Wache. Doch die Kapitäne des Todesschiffes kamen nicht allein auf ihre "Set Sail To Mystery"-Tour. Im Gepäck dabei hatten sie noch "Schwarzer Engel" und "Ahab".

Einlass 20:00 Uhr, Beginn 21:00 Uhr, so stand es auf dem Ticket. Als ich um 21:25 Uhr im Nachtleben einlief, waren der "Schwarze Engel" und seine Apokalypse schon Geschichte und "Ahab" hatten ihren Set bereits begonnen. Somit muß der Auftritt von Dave Jason und seiner Band während des Einlasses erfolgt sein. Eine schlechte Angewohnheit, die aber bei Package-Touren häufiger vorkommt.

"Ahab" konnten mich jedenfalls mit ihrem "Nautic Funeral Doom" absolut überzeugen. Geprägt von Dunkelheit, Schwere, dem schleppenden Rhythmus, der einen förmlich in die Tiefe zieht, den Growls, diesen epischen Soundcollagen und Bassläufen, die direkt in die Magengrube schlagen. Eine Band, die dieses doch eher musikalische Nischensegment perfekt beherrscht und düstere Emotionen zu transportieren weiß.

Nach etwa 20minütiger Umbaupause und Soundcheck, betraten dann um 22:35 Uhr "The Vision Bleak" endgültig die Bühne. Der Sound war am Anfang trotzdem noch schwammig und Konstanz` Gesang kaum zu verstehen. Erst ab Song Nummer 3, "Carpathia", vom gleichnamigen Album, waren die technischen Probleme beseitigt. Und dann ging es auch Schlag auf Schlag: "The Vault Of Nephren Ka", gefolgt von "Kutulu!". Gerade letzterer ist ein echter Hammer, bei dem das Publikum gefordert ist. Dann "I Dined With The Swans" vom neuen, 4. Album, "Set Sail To Mystery". Auch "Wolfmoon" von der ersten CD fehlte nicht auf der Setlist und so wird die Bandhistorie, mit ihren bisher vier Veröffentlichungen, vollständig angesprochen. Aber alles geht irgendwie viel zu schnell vorbei. Bereits nach nur 55 Minuten verlassen "The Vision Bleak" die Bühne; Zugabe; eine weitere Viertelstunde und das war`s. Lag`s am schwach besuchten Nachtleben (höchstens halbvoll und somit wohl nur etwas mehr als 100 Leute anwesend), dass das Programm so gestrafft wurde? Auch verließ Konstanz während des Gigs häufiger die Bühne.
Mir ist sowieso rätselhaft, warum diese geniale Band, zumindest in Frankfurt, nicht ein größeres Live-Publikum anspricht. Auch 2008 war die Besucherzahl recht überschaubar, der Auftritt aber irgendwie energetischer. Natürlich entfallen live (leider) die symphonischen Elemente, dafür ist die Musik aber nicht weniger ansprechend nur erfährt sie eine andere Interpretation, ist härter, ungezügelter, geradliniger und auf jeden Fall ein Erlebnis. Schwadorf und Konstanz auf der Bühne agieren zu sehen, macht einfach Spaß.

Und mit "Ahab" hatte der Headliner einen sehr passenden Support gewählt, denn der Horror Metal von "The Vision Bleak" beinhaltet u.a. ebenfalls häufig Elemente des Doom und eine nautische Verbundenheit besteht ebenfalls bei beiden Bands. Ob es bei "Ahab" die Thematisierung von Melville`s "Moby Dick", auf dem Album "Call Of The Wretched Sea", ist oder bei "The Vision Bleak" Albumtitel wie "The Deathship Has A New Captain" und "Set Sail To Mystery".

Vergessen sollte man übrigens, bei aller Kritik, auch nicht, dass der Eintrittspreis, im Vorverkauf, gerade mal € 12,10 betragen hat und das für 3 Bands! Vorbildlich!

Bürgerreporter:in:

Stefan Bellack aus Wiesbaden

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