ARVEN im GMZ Wiesbaden

Der Verein "Rock für Wiesbaden" veranstalte am 08.10.10, im GMZ in der Wellritzstr., ein Konzert zweier hessischer Bands. Zum einen waren das "Gates Of Dawn" aus Hanau, deren Musik im weitesten Sinne dem Gothic Rock zugeordnet werden kann, zum anderen "Arven" aus Frankfurt, deren Symphonic Metal von geballter Frauenpower dargeboten wird.

Lags an der mangelnden Werbung für dieses Konzertereignis, dem Fußballspiel Deutschland : Türkei oder an anderen Umständen?, Tatsache ist jedenfalls, dass zu Konzertbeginn, kurz nach 21:00 Uhr, gerade mal etwa 30 Leute anwesend waren als "Gates Of Dawn" die Bühne betraten.

Keine Ahnung ob die Band nur frustiert aufgrund des geringen Publikums, übermüdet oder einfach nur desinteressiert war, jedenfalls taten sich "G.O.D." sehr schwer damit, in Gang zu kommen. Frontmann Matthias gab sich zwar sichtlich Mühe, etwas Bewegung in die Performance zu bringen, aber auch er tat sich schwer gegen die allgemeine Lustlosigkeit seiner Kollegen (wobei ich Drummer Carsten mal davon ausnehmen möchte) anzukämpfen. Am schlimmsten war Bassist Christoph anzuschauen, der einmal anscheinend sogar von Matthias geweckt werden musste, ansonsten imaginäre Löcher in die Luft starrte oder unangebracht grimassierte. Hätte man Sängerin Martina den Mikrofonständer weggenommen, wäre sie wahrscheinlich umgefallen und Violinistin Tina vermittelte stellenweise den Eindruck, zur Salzsäule erstarrt zu sein.
Grundsätzlich war es eine nette Idee der Band, Videos an die Wand zu projizieren. Leider erwies sich dieser Einfall letztendlich jedoch als Eigentor bzw. mehr als fatal, denn so hatten die Musiker ein zusätzliches Alibi, um den Blickkontakt mit dem Publikum zu vermeiden.
Grundsätzlich ist aller Anfang schwer, da es Gates Of Dawn aber bereits seit 2005 gibt und der Auftritt am vergangenen Freitag nicht ihr erster war, sehe ich die Kritik an der Performance durchaus als berechtigt an.
Musikalisch sind Gates Of Dawn nicht einmal schlecht, haben durchaus Potential und sind dabei ihren eigenen Stil aus Gothic, Rock, Doom und Elektro zu finden. Aber leider konnten die guten Ansätze, aufgrund der uninspirierten Performance, nicht überzeugen.

Wie man aus der Situation, sprich einer fast leeren Location, trotzdem noch das Beste herausholt, zeigten im Anschluß "Arven" aus Frankfurt. Bereits im Januar 2009 hatte ich Arven im GMZ erstmals gesehen und heute wie damals war es, um es einmal positiv zu formulieren, ein sehr intimes Konzert.
Sängerin Carina, die Gitarristinnen Anastasia und Ines, Keyboarderin Lena, Drummer Till und am Bass ein junger Mann, der - sofern mich meine Erinnerung nicht trügt - seinerzeit als Gastsänger auftrat, ließen es von Beginn an ordentlich krachen. Symphonischer Metal mit teilweise folkloristischen Elementen ist das Markenzeichen der Band und diesen zelebrieren sie inzwischen mit großer Spielfreude und Professionalität. Deutlich spürt man die positive Entwicklung der vergangen knapp 2 Jahre, nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern auch was die Lockerheit der Performance anbelangt, die Interaktion untereinander wie auch die mit dem Publikum. Ob gefühlvoll, romantisch oder hart metallisch, bombastisch, komplex, melodiös, Arven decken ein breites musikalisches Spektrum ab und bewegen sich sicher auf ihrem Terrain.
Nach der Demo-CD vom März 2008 wird es nun wirklich Zeit für das erste full length-Album von Arven. Eine Band von der man noch viel erwarten kann.

Bürgerreporter:in:

Stefan Bellack aus Wiesbaden

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.