Musikschule Wertingen: Begeisterung für das Saxofon

Als großer Saxofonchor vereint spielten v. r. Manfred-Andreas Lipp, Lucy Nübel, Lea Lernhard, Chiara Bunk, Sarah Wiedmann, Lucia Reiter, Sophie Schweizer, Yvonne Rothbauer und Martin Stempfle.
 
Das Saxofon-Quintett der Musikschule mit v. l. Martin Stempfle, Lucia Reiter, Lucy Nübel, Chiara Bunk und Sarah Wiedmann beeindruckten mit einer packenden Performance und erhielten lang anhaltenden Applaus.

Im Rahmen des 40jährigen Jubiläums der Musikschule Wertingen präsentierte sich der langjährige Schulleiter und immer noch Musiklehrer Manfred-Andreas Lipp mit seinem Saxofon Ensemble und dem Saxofoniker-Quartett im Festsaal des Wertinger Schlosses.

Christian Kaufmann, intellektueller, kompetenter, versierter Musikvermittler und Moderator brachte in seiner Begrüßung die Freude darüber zum Ausdruck, dass die regionale Kultur wieder Rückenwind bekommt. Die Anwesenden Ehrengäste Bürgermeister Hans Kaltner, Charlotte und Hermann Buhl (Förderer), Elisabeth und Josef Wörle (Ehrenmitglied), die Vizepräsidentin der Stadtkapelle Wertingen Anna-Lena Neukirchner und die anwesenden Musikfreunde erwartete ein Programm von 3 speziellen Ensembles, das in ebenso viele Teile gegliedert war. Christian Kaufmann stellte die Beziehungen der Musik in Bezug zum Einfühlungsvermögen der Hörer und fand so zum Rahmenprogramm aus Spirituals, Gospels, Jazz und Folk. Manfred-Andreas Lipp vereinigte die beiden kooperierenden Musikgruppen zu einem Saxofon Chor, der mit Orchesterklang, präziser Rhythmik, sauberer Intonation, großer Dynamik und sicherem Stil musizierte. Die Titel I´m On My Way (Dixieland-Marsch) und Spiritual Contrasts (Medley) kamen gleich sehr gut beim Publikum an, dessen Zahl sich den Corona-Regeln anpassen musste. Für die Besucher lüftete der moderierende Christian Kaufmann manches Geheimnis und ermöglichte dem Interessierten den Zugang zum Gehörten.

Großer Beifall für junges Saxofon-Ensemble

Das Saxofon-Ensemble mit Lucy Nübel (Sopransaxofon), Chiara Bunk, Sarah Wiedmann (Altsaxofone), Lucia Reiter (Tenorsaxofon) und Martin Stempfle (Baritonsaxofon) gestaltete seinen Musikblock auf beglückendem Niveau und durfte großen Beifall ernten. Bereits die Fusion-Jazz-Nummer „I Know It“ von Lennie Niehaus machte deutlich, was in dem jungen Ensemble an Können und Esprit steckt, denn die Komposition (Grade 4) steht auf dem Spielplan professioneller Musiker. Gleiches gilt für den folgenden, kontrastierenden „Chinese Rag“ von Jean Matitia. Souverän meisterten die jungen Künstler die stilistischen, dem Blues und Swing entspringenden Titel „Beale Street Blues“ von W.C. Handy und den traditionellen „Tiger Rag“ im Arrangement von Bill Holcombe. Das Publikum würdigte diese packende Performance mit anhaltenden Ovationen. Zur perfekten Moderation gehörte die Erfolgsgeschichte des Saxofons von dessen Anfängen, der Entwicklung und der Brücke zum Jazz bis in die Gegenwart.

Höhepunkt folgte auf Höhepunkt

Im nächsten Set traten die Mitglieder des aktuellen „Saxofoniker-Quartett“ auf. Yvonne Rothbauer (Baritonsaxofon), Sophie Schweizer (Tenorsaxofon), Lea Lernhard (Altsaxofon) und Manfred-Andreas Lipp (Sopransaxofon) bildeten dabei eine neue Besetzung, des seit langem von Lipp gepflegten klassischen Quartetts. Mit Musik von Sammy Nestico (A Study In Contrasts) zeigten die Virtuosen sowohl die dunklen (The Demure) wie die hellen Farben (The Delightful) ihres Ensembles. Manfred-Andreas Lipp erinnert sich gerne an die Zusammenarbeit seiner Papa Lipp Bigband mit dem Weltstar Sammy Nestico und der SWR Bigband im Rahmen der Jazz-Lights Oberkochen. Mit der Suite „Sud America“ widmet der Komponist Lino Florenzo den Künstlern ein Meisterwerk, das jedem Ensemblemitglied alle Tugenden seines Instrumentes aufzeigt. In 4 Sätzen sind Cha-cha-cha, Latin-Waltz, Lento (son) mysterioso und Samba zu charakterisieren. Sensationell, wie sich die Musiker ergänzen, Risiko und Emotionen erhöhen und von rasant bis lyrisch, schrill bis zart den Zauber der Folklore interpretieren und die Zuhörer in ihren Bann nehmen. Früh lernte Lipp den Multiinstrumentalisten, Arrangeur und Komponisten Heiner Wiberny (Köln) anlässlich des „Berlin-Jazz-Festival“ kennen und kam so an dessen Musik, die in Wertingen auch durch Peter Herbolzheimers Bigband-Arrangement beliebt und bekannt wurde. Ulla in Africa, eine eindrucksvolle, musikalische Programmatik des African-High-Life wurde von den „Saxofonikern“ gekonnt interpretiert und in Teilen improvisiert. Höhepunkt folgte auf Höhepunkt und Arthur Frackenpohl war das Finale vorbehalten. Seine Ragtime Suite aus dem moderaten Pan-Am Rag (Tom Turpin), dem ruhigen Something Doing (Scott Hayden/Scott Joplin) und dem rasanten The Cascades (Scott Joplin) ließen die „Düsternis“ im Bandstand des Schloss-Festsaales vergessen, denn die Saxofone jubelten die Synkopen aus ihren Hörnern – es war eine Freude!

Gelungener Konzertabend

Der Saxofonchor erklang erneut zum Abschluss mit Harold Walters (Fair And Warmer, Allegro & Blues), Antonio Parera (El Capéo, Paso Doble Flamenco) und einer gerne gespielten Zugabe. Mit einer faszinierenden Facette Saxofon Kultur gaben die Musikschule (Organisation Karolina Wörle), Manfred-Andreas Lipp (Programm/Leitung), die Musiker (Saxofonensemble/Saxofoniker) und Christian Kaufmann einen starken Beitrag aus Musikpädagogik und künstlerischem Engagement an das begeisterte Publikum weiter.
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