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Jugendorchester Wertingen: Applaus, Applaus!

Sie hatten sich beim Adventskonzert ihren Applaus verdient - die jungen Musikerinnen und Musiker des Jugendorchesters der Stadtkapelle Wertingen und ihr Dirigent, Musikdirektor Manfred-Andreas Lipp.

Adventskonzert Das Jugendorchester der Stadtkapelle hat sich couragiert mit den großen Meistern der Klassik auseinandergesetzt

VON HERTHA STAUCH

Die alten Meister hätten ihre Freude daran gehabt – Händel, Verdi und Strauß. Dass sich junge Leute auch in heutiger Zeit noch mit Begeisterung ihrer Musik widmen, dafür gab das Jugendorchester der Stadtkapelle ein Beispiel. Mit seinem Adventskonzert wagte Wertingens Musikdirektor Manfred-Andreas Lipp als Dirigent des Nachwuchsorchesters ein Programm, von dessen Aufführung ein jugendlicher Laienmusiker normalerweise nur träumen kann. Ein Klassik- Schlager nach dem anderen, für gewöhnlich Thema großer Opernbühnen, geriet den vielen Zuhörern in der Stadthalle Wertingen zum Genuss, angefangen von Händels „Hallelujah“ über Verdis Aida-Einzug und „La donna e mobile“ aus „Rigoletto“ bis zu „Wein, Weib und Gesang“ von Johann Strauß. Musik von großen Bühnen auch im zweiten Teil des Konzerts, der aus der Musical- und Show-Szene zusammengesetzt war.
Solch hochkarätige Melodien sind nicht nur Publikumslieblinge, sondern auch ein gutes Lehrbeispiel für das Jugendorchester, das sich mit der Klassik ein Grundrepertoire schafft, auf dem es aufbauen kann. Die Klassik gibt den jungen Leuten mit klarer Struktur und Melodienfolge Halt, erfordert exakte Intonation und weist so den Weg zum Spiel moderner Musikliteratur. Denn nur wer die Gesetze der Musik und ihrer Grundstrukturen beherrscht, kann daran reifen und später ein Gefühl für freieres Musizieren entwickeln. Auf klassische Grundausbildung wird in der Musikschule Wertingen deshalb großer Wert gelegt, wie deren Lehrer, die den Nachwuchs der Stadtkapelle ausbilden, immer wieder betonen. Erst wenn genügend Sicherheit vorhanden ist, klingt der Vortrag „locker“. Das erlebten die Zuhörer im Adventskonzert bei kurzen Soloparts, unter anderem bei der Oboe (Sophia Dietrich), Euphonium (Bernhard Wild) oder Klarinette (Magdalena Ferstl). Sie sind ein Beispiel dafür, wie sich aus kindlichem Spiel ein musikalischer Vortrag entwickelt. Immer wieder bieten auch die Schlagzeuger des jungen Orchesters dem Publikum einen Grund für einen Sonderapplaus. Besonders charmant der Nachwuchs am Vibraphon, der mit einer Extra-Einlage von Mario Walz und Philipp Ziegler für gute Laune sorgte.
So waren am Ende alle entspannt und glücklich: Die Zuhörer, weil es ein Konzert so richtig nach ihrem Geschmack war, die jungen Musikerinnen und Musiker, weil sie ein dickes Dankeschön und Lob von ihrem Dirigenten bekamen und der Musikdirektor selbst, weil er es im Verein mit seinen Kollegen und Kolleginnen seit 35 Jahren immer wieder schafft, aus einer „Horde“ quirliger junger Leute ein wunderbares Orchester zu machen.
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