myheimat.de setzt auf dieser Seite ggf. Cookies, um Ihren Besuch noch angenehmer zu gestalten. Mit der Nutzung der AMP-Seite stimmen Sie der Verwendung von notwendigen und funktionalen Cookies gemäß unserer Richtlinie zu. Sie befinden sich auf einer sogenannten AMP-Seite von myheimat.de, die für Mobilgeräte optimiert ist und möglicherweise nicht von unseren Servern, sondern direkt aus dem Zwischenspeicher von Drittanbietern, wie z.B. Google ausgeliefert wird. Bei Aufrufen aus dem Zwischenspeicher von Drittanbietern haben wir keinen Einfluss auf die Datenverarbeitung durch diese.

Weitere Informationen

Musikalische Lesebühne gedolmetscht

Eigentlich war alles wie immer, wenn die Nachtbarden ihre Texte dem Publikum vorstellen und doch war irgendwie alles anders.

Anders war schon einmal, dass sie eine Dolmetscherin dabei hatten. Nun ist Jana Blume (Mosquera) für die Besucher von 12xk kein neues Gesicht. Aber die Nachtbarden waren selbst fasziniert von dieser Begleitung. Die skurrillisten Worte, die abgefahrensten Texte waren für Jana einfach kein Problem. Und dabei begann der Abend mit Musik. Das ist bei der Lesebühne der Nachtbarden Tradition, aber ein Abend, der mit Mozart beginnt dann doch nicht. Musikalisch umrahmte die Texte das Klarinettenduo Azusa Katayama-Schöner und Bodil Mohlund. Und sie begeisterten mit einem bunten Strauß von Mozart über Klezmer, einem japanischen Stück „Sakura“ bis zu einer schweischen Volksweise Varvindar Friska. Dieses kommentierten die beiden grandios spielenden Musikerinnen nur damit, dass eigentlich jede schwedische Volksweise immer mit unglücklicher Liebe und der schönen Natur Schwedens zu tun hat.

Die Lesebühnen-Poeten, die viel Wert darauf legen, dass sie eben keine Poetry Slam veranstalten, starteten mit Kersten Flenter. Er wird am 31.10.2017 noch einmal beim dritten Teil der Luther-Trilogie in der St. Barbara-Kirche zu erleben sein. Sein erster Text war ein Zweigespräch mit seiner Tochter, die sehr genau wissen wollte, was Macht ist. Robert Kayser, Autor aus Hannover und Gast der Nachtbarden, weil Tobias Kunze eine Lesung in Australien nicht ausschlagen konnte, startete mit einer schweren Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod? – und seine Schlusserkenntnis war: Aber am Ende müsst ihr irgendwie ohne mich zurecht kommen.
Auch eingesprungen war Conni Fauck aus Rothenburg Wümme. Sie war für Ninia La Grande da, die am 11. März 2017 ihr erstes Kind auf die Welt gebracht hatte. Conni Fauck begann: Wenn Kopf mit Herz und Seele tanzt, dann geht´s nur mit geschlossenen Augen. Auch ihr Text war keine leichte Kost für die Zuschauer. Da war so machte Träne unterwegs. Johannes Weigel dann von den Nachtbarden beendete seinen ersten Text und damit den letzten vor der Pause damit, dass er mit seinem ganzen Körper auf der Bühne landete. Auch er hatte nicht oberflächlich begonnen: „Eines Tages werden wir tot sein! Eines Tages, Baby, werden wir tot sein. Oh Baby, wir werden so tot sein! Und an gar nichts mehr denken. Und die Geschichten werden vorbei sein.“
Mit Kleszmer-Musik startete der zweite Teil. Und er startete, wie es bei den Nachtbarden üblich ist mit der „Bunten Tüte“. Hier treten alle Dichter gemeinsam auf und beschäftigen sich u.a. mit der aktuellen Politik. So waren dann von Trump über Erdogan, von Merkel bis Petri alle dabei. Hier war die Übersetzung von Jana Blume eine besondere Herausforderung und die vier Poeten gaben ihr einen eigenen Sonderapplaus. Politisch startete nun auch Johannes Weigel. In seinem Text war die Flüchtlingspolitik ebenso inhaltsgebend (Und in 2016
Ertranken so viele Flüchtlinge im Meer - Wie niemals zuvor - 5022 Tote - 418 pro Monat - 96 pro Woche - 14 Tote pro Tag) wie die AfD oder die NPD.

Bei Conni Fauck dann war es wohl einer der berührendsten Texte des Abends als sie frei von den „Zwei Händen“, den Händen einer Pflegerin, die ihren Dienst an alten, kranken verrichten, getrieben sind zwischen Wollen, Dürfen und Können, vorträgt.

Robert Kayser dann erzählt eine ganz andere Geschichte mit seinem „Jahresrückblick 3790“, der sich mit einem falschen und einem richtigen Jesus, dem Recht auf Kreuzigung und damit auseinandersetzt, dass ja wohl Männer dieses Buch aufgeschrieben haben.

Kersten Flenter beendet den literarischen Teil des Abends mit einem Text über eine Twitter-Tweet: „Verkauf Brautkleid – ungetragen“.

Und dann, dann gab es nicht nur noch einmal Mozart, ohne zwei Zugaben ließen die Besucher der 75. Veranstaltung von 12xk – in deren Pause es auch nicht nur die üblichen und beliebten Käsespieße sondern auch einen Käsekuchen vom Kirchenvorstand für alle Besucher gab – die beiden Klarinettistinnen nicht gehen.

Weiter geht es in der Reihe 12xk am 12. April 2017 mit 12xk - Kraftvoll - sentimental - griechisch

Weitere Beiträge zu den Themen

BuchvorstellungenKersten FlenterLindenHannover entdeckenLesungAusflugstipps rund um HannoverChristlicher GlaubeMusik-SzeneRobert Kayser12xkFreizeittippsJohannes WeigelConni FauckWir sind KircheKultur - NachleseKlarinettenduoAzusa Karayama-SchönerMusikSehenswert - hörenswert.Deine Stadt (Region Hannover)

1 Kommentar

Ich bin vom Angebot zu 12xk und deinen Berichten darüber immer wieder begeistert.

Beteiligen Sie sich!

Um zu kommentieren, öffnen Sie den Artikel auf unserer Webseite.

Zur Webseite