Anzeige

Bei Berkum wurde schon vor 2000 Jahren Eisen produziert

Schwere Eisenschlacke aus der Siedlungsstelle bei Peine Berkum
Peiner Träger? Ja, die kennt man in aller Welt! Stahlwerk und die 1858 gegründete Ilseder Hütte sind ebenfalls ein Begriff und das nicht nur in der Fuhseregion. Doch die Prototypen der ersten Hochöfen befanden sich schon vor Zwei Jahrtausenden im Peiner Umland. Neben der bedeutenden Siedlung am Trentelmoor bei Stederdorf sind viele weitere Verhüttungsplätze aus der Eisenzeit bekannt, so sind die sogenannten Rennöfen auch bei Berkum nachgewiesen.

Germanen-Schmiede mit Zauberkräften

Auf einem Acker nordwestlich von Berkum befand sich bereits in der römischen Kaiserzeit (1. - 4. Jahrhundert nach Chr.) eine kleine germanische Gehöftsiedlung, das hatten schon Untersuchungen des verstorbenen Heimatforschers Fritz Rehbein in den 1970er Jahren ergeben. Immer wieder fördert der Pflug besonders auf einer kleinen Anhöhe alte Scherben und schwere Eisenschlacken zutage, die viel über die Lebensweise der einstigen Bewohner verraten. Erze aus Adenstedt und Lengede wurden nachweislich in den frühen Schmelzöfen der Region Peine mit Holzkohle geschichtet abgebrannt und durch Luftzufuhr entstand flüssiges Eisen, das durch einen Abstich im unteren Teil des Ofens abfloss und zu der schweren Schlacke erstarrte die man Luppe nennt (Foto). Diese wurde noch mehrfach ausgeschmiedet und dann fertigte man daraus Waffen oder Geräte. Dabei wurden bekanntlich den germanischen Schmieden der Sage nach wahre Wunderkräfte nachgesagt!







Emmer und Einkorn standen auf der Speisekarte

Rehbein fielen kleine Einschlüsse auf der geborgenen Keramik auf, die er mit Silikon abformen ließ. Es handelte sich um Getreideabdrücke, die eine Botanikerin bestimmen konnte. Neben den gängigen Sorten baute man demnach in Berkum damals auch Emmer und Einkorn an.



Urnenfunde im Neubaugebiet

Als vor gut 20 Jahren eine Neubausiedlung am westlichen Ortsrand vom Berkum entstand, fand man in einer Baugrube 2 eisenzeitliche Urnen mit Leichenbrand. Offenbar waren die Verstorbenen wie üblich in gebührendem Abstand von dem Gehöft bestattet worden. Über das weitere Schicksal der frühen Bauern und „Stahlwerker“ in der Berkumer Flur kam man nur Ungutes vermuten, denn gefundene Holzkohle-Nester lassen auf eine Tragödie schließen. Auch das gewaltsame Niederbrennen des Hofes ist nicht unwahrscheinlich; Feinde hatten die Siedler unter anderen Stämmen ebenso, wie auch die Römer nicht immer in friedlicher Mission unterwegs waren, was man seit den neuen Entdeckungen am Schlachtfeld Harzhorn weiß.
1
1
1
1
1
1
Einem Mitglied gefällt das:
1 Kommentar
4.362
Romi Romberg aus Berlin | 30.12.2016 | 11:12  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.