Waldtag Oberbayern - Ein lokaler Beitrag zum Internationalen Tag der Wälder 2011

Waldtag Oberbayern - Im Klosterareal Fürstenfeld
 
Begegung mit einer myheimat Reporterin aus Eichenau
Letzten Sonntag, bei schönstem Ausflugwetter, bin ich der Aufforderung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck zum Waldtag Oberbayern ins Veranstaltungsform Fürstenfeld gefolgt. Gleich zu Beginn bot mir die junge Frau am Infostand eine Papiertüte für Programm, Familien-Wald-Quiz und Holzstift an, die ich dankend ablehnte, denn ich hätte ja meine Handtasche dabei. Zwei Stunden später bat ich dieselbe junge Frau genau um diese Tüte, um all meine Broschüren, Flyer, Hefte, die CD, mein angesammeltes Infomaterial dort hinein zu verstauen, wohlwissend, ich habe laut Familien-Quiz erst etwa die Hälfte meiner „Wald-Tour“ hinter mir. Zwischenzeitlich habe ich mich an den Ständen der Waldbesitzervereinigung, der Imker, dem Bund Naturschutz, dem Landespflegeverband FFB, den jungen Jägern, den Jägern und dem Jagdverband und dem Stand der Veranstalter informiert. Mal übereinstimmend, mal kontrovers habe ich mich über Biber, Wildschwein und Co unterhalten, sowie über indisches Springkraut oder etwas über das Königinnenverhalten im Bienenstock dazu gelernt. Die erstaunlichen Kunstprojekte der Holzkünstlerinnen , Ulrike Hahn, Frau Wimmer und einer Dritten sorgten für Abwechslung durch Anregung der eigenen Phantasie, ebenso das gelungene, kreative und vielseitige Kinderprogramm, bei dem ich am liebsten hier und da gerne teilgenommen hätte. Begleitet wurde meine „Wald-Tour“ durch stimmungsvolle Musik der Waldhornbläser und einem Blasorchester. Bevor ich aber von der Waaghäuslwiese zur Amperwiese rüber ging, auf zur zweiten Halbzeit sozusagen, habe ich mich erst einmal dafür im Fürstenfelder Biergarten mit einer kräftigen Brotzeit gestärkt.
Auf der Amperwiese ging mir natürlich das Herz auf, befand ich mich dort mitten unter den Forstbaumschulen, was mir als „alte“ Baumschulerin doch sehr vertraut ist. Dort erfahre ich, dass die Douglasie als Zukunftsbaum der Forstwirtschaft propagiert wird, die bei uns die Fichte als dominanten Forstbaum ablösen soll, (als Tiefwurzler hat sie einen wesentlichen Vorteil gegenüber der flachwurzelnden Fichte, die bei ständig steigender Trockenheit des Oberbodens enorm stressanfällig ist; die Douglasie hingegen diesbezüglich bedeutend bessere Überlebenschancen hat. ) Während die einen Wald- und Forstwirtschaftler in einer Art Langzeitsicht den Wald in seiner Vielfalt betrachten, haben die anderen eine Bewirtschaftung von nur zwanzig Jahren im Blick, aufforsten und abholzen im 3-4 Jahrestakt, sicherlich eine Konsequenz einer angepassten Sicht zur Holzgewinnung ganz anderer Produkte, wie Pellets u.s.w. und letztlich die Versorgungssicherung im Zuge der erneuerbaren Energien, der sogenannte Energiewald: Plantagen aus Weide, Pappel und Robine.
Für Abwechslung sorgte hier die Jagdhundeschau, bei der der Zuschauer nahezu alle Jagdhunderassen mit ihren rassetypischen Merkmalen vorgeführt bekamen, sowie die Baumkletterer-Vorführung zur schonenden Kronenpflege. Die später folgende Greifvogelschau habe ich leider verpasst. Vorträge und Waldwegwanderungen, die sicherlich ebenso hörens- und sehenswert waren, ließ ich ebenfalls aus, Kettensägen, Waldarbeiterschutzkleidung und Schreinereivorführungen sah ich mir nur noch aus der Ferne an, dann war meine „Wald-Tour“, gelotst vom lehrreichen Wald-Familien-Quiz, nach vier Stunden für mich beendet.
Resümee: Eine gelungene Veranstaltung des Waldtag Oberbayern das ein Zusammentreffen aller wichtigen Ansprechpartner zum Thema Wald: Land – und Forstwirten, Naturschutzverbänden, Imker, Holuzkünstler, Gärtner, Förster, Jäger und nicht zu vergessen die erholungssuchenden Wald(be)nutzer (mit und ohne Hund), Baumkletterer neben Havester sozusagen, in dieser Form möglich machte. Trotz - oder vielleicht gerade wegen - oftmals kontroverser Standpunkte empfand ich die Veranstaltung in fast freundschaftlicher Atmosphäre als äußerst informativ und gelungen.
Aber letztendlich: Was sind 4 Stunden gegen unzählige des Nachstöberns im mitgenommenen Infomaterial, gegenüber jahrelangem Erleben vor Ort: im Wald.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin fürstenfeldbrucker | Erschienen am 21.10.2011
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