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Special Olympics Winterzauber in Garmisch-Partenkirchen

Wolfgang Gunzelmann, Markus Protte, Mickel Schwab, Werner Wiedemann, Gerhard Enzelberger, Martin Leiminger, Bettina Groß auf der Nördlinger Stadtmauer
 
Die Langläufer und Schneeschuhläufer mit Magdalena Neuner
 
Special Olympics Athlet freut sich über den Besuch von Felix Neureuther
 
Christian Neureuther (l.) und Rosi Mittermaier mit Special Olympics Athlet Wolfgang Gunzelmann
Für die Wintersportler des Integrativen Sportvereins SG-Handicap Nördlingen hat das neue Jahr gleich mit einem großen Wettbewerb begonnen: in Garmisch-Partenkirchen fanden vom 14. bis zum 17. Januar die Nationalen Special Olympics Winterspiele statt.

Acht Sportler vom Integrativen Sportverein SG-Handicap Nördlingen dabei

Jörg Hillenmeyer aus Zoltingen hat dabei den Verein in den Abfahrtsdisziplinen vertreten. Mit fünf Athleten ist der SG-Handicap besonders bei den Langlaufwettbewerben stark aufgestellt. Die drei Nördlinger Mickel Schwab, Markus Protte und Werner Wiedemann sowie Martin Leiminger aus Maihingen und Gerhard Enzelberger aus Oettingen sind in der Nordischen Disziplin ins Rennen gegangen. Erstmals nahmen auch zwei Sportler, Bettina Groß und Wolfgang Gunzelmann (beide aus Nördlingen), beim Schneeschuhlauf teil. Begleitet wurden die SG-Handicapler von fünf Coaches und Betreuern.

Traditionell standen die Winterspiele unter dem Eid von Special Olympics: „Lasst mich gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben!“

Garmisch-Partenkirchen war mit der märchenhaften Kulisse ein perfekter Austragungsort für dieses Wintersportfest. Das Skistadion wurde zur „Olympic Town“ mit Sportwettbewerben und einem umfangreichen Rahmenprogramm: das Wettbewerbsfreie Angebot, das Special Olympics Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes“, ein Unified-Thementreff und viele weitere Attraktionen rund um die Themen Sport und Inklusion konnten dort genutzt und besucht werden.

Olympisches Feuer versprüht seine Funken

Dr. Ludwig Spaenle, Staatsminister für Unterricht und Kultus des Freistaates Bayern, eröffnete am Montagabend die Spiele, für die Ministerpräsident Horst Seehofer der Schirmherr war. Bei der Eröffnungsfeier verkündete Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck ihr zukünftiges Engagement als Schirmherrin von Special Olympics Deutschland: „Wir stehen vor großen Herausforderungen, denn der Weg zu Inklusion ist lang und nicht ohne Hindernisse, aber von nun an gehen wir ihn gemeinsam.“ Bei den Sommerspielen in München war wohl ein Funke des olympischen Feuers auf sie übergesprungen: damals stand sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und unter anderem auch dem Nördlinger Special Olympics Athletensprecher Markus Protte auf der Bühne der Olympiahalle und erlebte die große Begeisterung und Freude der Sportler hautnah. In Garmisch-Partenkrichen wurde die traditionelle Special Olympics Flamme von jungen Sportlern vom Skiclub Partenkirchen über den Schanzenauslauf ins Olympiastadion gebracht und entzündete sich, nachdem 20 Persönlichkeiten die Fackeln in den Schnee gesteckt hatten. Dadurch wurde das Motto dieser Nationalen Winterspiele „Gemeinsam stark“ symbolisiert.

Als besonders stimmungsvoll beschreiben die Nördlinger Sportler die Eröffnungs- und Abschlussfeier mit dem typischen Olympischen Zeremoniell im Schanzenauslauf der großen Skisprunganlage von Garmisch-Partenkirchen: „Es war sehr schön und rührend. Die Spiele in Garmisch waren bombastisch! Wir waren eine tolle Truppe!“, beschreibt Mickel Schwab die Atmosphäre.

Alle sind Gewinner

Doch natürlich sind neben all dem Trubel die sportlichen Veranstaltungen die absoluten Höhepunkte der Special Olympics. In Klassifizierungsläufen treten die Athleten erstmals „gegeneinander“ an, um anschließend ihrer Leistung, ihren Trainingszeiten und ihrem Alter entsprechend in die Finalwettbewerbe eingeteilt zu werden. Dieses System der Inklusionsbewegung Special Olympics gewährleistet, dass jeder Athlet eine reelle Chance hat im Finallauf seiner Leistungsgruppe Erster zu werden. „Gewinnen“ wäre hierbei das falsche Wort, da die Sportler schon durch ihre Teilnahme an den Wettbewerben Gewinner sind. Sie gewinnen Selbstvertrauen, Freunde, bleiben durch das regelmäßige Training fit, erhalten die Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe, die ihnen zusteht. Und bei den Siegerehrungen wird es deutlich: egal ob auf dem Stockerl oder vermeintlich „Letzter“ – gefeiert und bejubelt werden sie alle und die Freude schwappt über auf alle Anwesenden.

Special Olympics Fan Magdalena Neuner

„Ich kann nicht nur allen Sportfans, sondern wirklich jedem empfehlen, die Winterspiele als Zuschauer vor Ort zu erleben. Diese tollen Athletinnen und Athleten gehören in unsere Mitte, und das sollten wir in der kommenden Woche in Garmisch-Partenkirchen allen zeigen!“ - Sichtbar übergeschwappt ist die Freude vor allem auf die Patin der Spiele in Garmisch-Partenkirchen: Biathlon-Star Magdalena Neuner. Wie viele andere prominente Sportler vor ihr hat sie im Vorfeld als „Gesicht der Spiele“ auf Werbeplakaten für die Veranstaltung geworben. Allerdings war sie nicht nur kurz bei der Eröffnungsfeier und einigen Siegerehrungen präsent, sondern ständig. Überall – an allen Wettbewerbstagen – lief man der 25jährigen Wallgauerin über den Weg, sie nahm sich Zeit für Fotos, Späße und das ein oder andere Pläuschchen unter Sportkollegen. Im Online-Treffpunkt der Spiele 2013 www.gemeinsam-fuer-specialolympics.de lautet ihr Eintrag: „Aus Erfahrung weiß ich, wie wichtig solche großen Wettbewerbe für jeden Sportler sind – das ist bei Deutschen Meisterschaften und Olympischen Spielen nicht anders als bei Nationalen und Weltspielen von Special Olympics.“

Auch die Nördlinger Athleten waren begeistert von ihrem Sportidol Magdalena, die ihre freie Zeit als „Rentnerin“ bei den Special Olympics richtig gut investiert hat: "Die Magdalena und die anderen Promis sind fast so wie du und ich!", erzählt Wolfgang Gunzelmann. Mickel ergänzt: "Magdalena ist eine ganz normale junge Frau und war sehr interessiert bei den Spielen."

Neben Magdalena Neuner waren auch die Garmisch-Partenkrichener Skilegenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther vor Ort. Seit Jahren engagieren sie sich für Special Olympics Deutschland; Sohn Felix hat sich im laufenden Weltcup extra die Zeit genommen, am Dienstag die Ski Alpin Wettbewerbe zu eröffnen, wo er unter anderem von dem Zoltinger Skifahrer Jörg Hillenmeyer voller Freude begrüßt wurde. Während es für den 28jährigen Skifahrer in dieser Saison richtig gut läuft, mussten sich seine Eltern bei den Special Olympics unter anderem einem Nördlinger geschlagen geben: erstmals fand ein Unified-Schneeschuhlauf für Medienvertreter und Special Olympics Athleten statt. Unified bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung in einem Team oder einer Staffel gemeinsam an den Start gehen. Hierfür wurden neun Teams, jeweils bestehend aus einem Journalisten, Pressemitarbeiter oder Prominenten und zwei Athleten, ausgelost. Gemeinsam mit Katja Reichel (Fotoredakteurin im Presseteam von Special Olympics) und dem Athleten Franz Rauch wurde Wolfgang Gunzelmann, der in Nördlingen in der Wohnstätte Spitalhof lebt, Erster – vor Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, wie er betont. „Der Spaß war riesig, die Temperaturen eisig, die Stimmung unschlagbar“ – der Beschreibung der hauseigenen Presseabteilung nach, wird diese Medienstaffel garantiert bei den nächsten Spielen wiederholt werden.

Wintersportmärchen in Garmisch-Partenkirchen

Selbstverständlich wurde auch „richtig“ gesportelt; die Zahlen der Spiele sprechen dabei für sich: um die 700 Athleten und Athletinnen mit geistiger Behinderung nahmen an sieben Sportarten (Ski Alpin, Snowboard, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Schneeschuhlauf, Ski Langlauf, Floorball) teil; allein 400 Tagesteilnehmer wurden für das Wettbewerbsfreie Angebot erwartet. Betreut wurden die Sportler, die neben Deutschland auch aus der Schweiz und Österreich angereist waren, dabei von 300 Coaches und 500 freiwilligen Helfern und ca. 300 Familienangehörige und Fans jubelten ihnen dabei zu.

Die acht Nördlinger Athleten sind mit ihren Leistungen überaus zufrieden. Trotz der starken Mitstreiter aus schneereicheren Gebieten konnten sieben Medaillen und viele gute Platzierungen erreicht werden. Der Start ins Sportjahr 2013 war damit für den Integrativen Sportverein SG-Handicap äußerst erfolgreich und wird bei den nächsten Wettbewerben sicherlich als Motivation hilfreich sein. Die Sportler sind gelassen – eins ist nämlich schon mal ganz sicher: wärmer als in Garmisch-Partenkirchen wird es dann auf jeden Fall sein!

Ergebnisse



Ski Alpin:
Jörg Hillenmeyer: Platz 6 (Slalom Mittleres Leistungsniveau), Platz 7 (Riesenslalom Mittleres Leistungsniveau)

Schneeschuhlauf:
Bettina Groß: 4. Platz (25 Meter), 4. Platz (50 Meter)
Wolfgang Gunzelmann: 2. Platz (100 Meter), 3. Platz (200 Meter), 1. Platz (Medienstaffel)

Langlauf:
500 Meter:
1. Platz Mickel Schwab, 2. Platz Markus Protte (beide Leistungsgruppe 1)
2. Platz Martin Leiminger, 6. Platz Werner Wiedemann

1000 Meter: 1. Platz Mickel Schwab, 6. Platz Martin Leiminger, 8. Platz Werner Wiedemann
(jeweils unterschiedliche Alters- und Leistungsgruppen)
Markus Protte hat den Lauf freiwillig verlassen, da er bei einem Sturz die Ski verlor

Gerhard Enzelberger: Platz 6 (3000 Meter), Platz 3 (5000 Meter)

4x1000 Meter Staffel: (Martin Leiminger, Werner Wiedemann, Markus Protte, Mickel Schwab) Platz 6
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