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Alte Liebe und Neue Mitte

Beginn der Tour am Lohwald
 
Andreas Seitz und Bgm. Richard Greiner (rechts)
Eine besondere Bustour durch Neusäß

Wenn eine Bustour „zu den Hot Spots der Stadt Neusäß“ unter dem Motto der „Marriage Week“ angeboten wird, könnte man spontan viele jungverheiratete Neubürger als Fahrgäste erwarten. Doch die 25 Pärchen, die sich an diesem Samstag am ehemaligen Bahnhof Lohwald eingefunden hatten, können zum Großteil auf lange, gemeinsame Ehejahre zurückblicken. Der Bus war mit 50 Gästen komplett ausgebucht und mindestens genauso viele Anfragen konnten nicht mehr berücksichtigt werden. Erster Bürgermeister Richard Greiner gab den gut gelaunten Reiseleiter und vermittelte im Laufe der zweistündigen Fahrt eine Fülle von Informationen, die selbst für alteingesessene Bürger noch Neuland waren.

Erster Stopp war nach wenigen Minuten die Bushaltestelle am Gewerbepark Hauser in Ottmarshausen. Als eine von 43 im Stadtgebiet bot sie sich an, genau hier Wissenswertes zum Thema „Barrierefreier Ausbau“ zu erfahren. Der Blick auf die vorbeifließende Schmutter leitete über zu Anmerkungen bezüglich der positiven Entwicklung des Hochwasserschutzes seit den dramatischen Überflutungen an Pfingsten 1999. Die überschwemmten Wiesen vor nur wenigen Tagen haben die Brisanz dieser Thematik eindringlich in Erinnerung gerufen.

Die Route folgte nun der Mühlbachstraße bis zum Schloß im OT Hammel unterhalb des bewaldeten „Loderbergs“, dem nicht nur kulturgeschichtliche Bedeutung zukommt, sondern der auch aus wasserwirtschaftlichen Aspekten einen neuzeitlichen „Hot Spot“ der Stadt Neusäß darstellt. Der Hochbehälter in Hammel versorgt die 3 nördlichen Stadtteile und die Nachbargemeinde Aystetten. Eine keimfreie Trinkwasserversorgung ist seit der Verschärfung der EU-Richtlinien und angeordneter Chlorungen in einigen Nachbargemeinden ein höchst sensibles Thema für jeden Einwohner geworden.

Am nördlichen Stadtrand lagen die nächsten angesteuerten Punkte. Dort kann das Erlebnisbad Titania, seit es im Jahr 2013 von der Stadt Neusäß übernommen wurde, auf eine echte Erfolgsgeschichte zurückblicken und entwickelte sich besonders im letzten Jahr zu einem wahren Publikumsmagneten, der manches Mal an die Grenzen seiner Kapazitäten stieß. Sichtlich beeindruckt waren die Insassen von der anschließenden Rundfahrt durch das Gewerbegebiet Nord, welches man ansonsten beim Vorbeifahren sprichwörtlich links liegen läßt. Firmen unterschiedlichster Ausrichtung haben sich hier angesiedelt, darunter erfreulicherweise auch alteingesessene Neusässer Unternehmen, die hierher an die Peripherie gezogen sind und dort einen optimalen Standort inklusive Autobahnanbindung vorfinden. Vorbei am weitläufigen Schulzentrum Neusäß mit dem Gymnasium, der Realschule und dem expandierenden Berufsschulzentrum brachte der Bus die Gruppe dann in den Stadtteil Westheim.

Der geplante Stopp an der „Neuen Mitte“ Westheims, wo sich mit dem Neubau von Schule und Feuerwehrhaus ein riesiges Projekt in der vorbereitenden Phase befindet, fiel dem straffen Zeitplan zum Opfer und man steuerte direkt das „Notburgaheim“ an. An der Stelle des heutigen Seniorenzentrums der Caritas, befand sich einst die „Alte Mitte“ von Westheim, stand doch hier das Wasserschloß und später das „Neue Schloß“ der Augsburger Patrizierfamilie Langenmantel. Als letztes Relikt dieser Ära kann man die ehemalige Schloßkapelle besichtigen und nicht wenige der Teilnehmer, die schon lange in Neusäß leben, gaben etwas kleinlaut zu, sie heute zum ersten Mal zu betreten. Andreas Seitz aus Westheim stellte der Reisegruppe „seine“ Kapelle in einem kurzen kompetenten Vortrag vor.

Auf den anschließend vorgesehen Programmpunkt „Schwimmhalle Steppach“ wurde aus Zeitgründen ebenfalls verzichtet. Erwähnt sei dieses kleine Bad trotzdem, stellt es doch eine echte und vor allem preisgünstige Alternative für Schwimmer dar, die nicht das breitgefächerte Angebot eines Titania brauchen, sondern einfach nur ihre Bahnen ziehen oder das Schwimmen erlernen wollen.

Der Bus durchfuhr auf dem Rückweg noch die Neubaugebiete am Beethovenpark auf dem ehemaligen Sailergelände, wo aus einer tristen Industriebrache inzwischen die ersten Gebäude eines modernen Wohnviertels entstanden sind. Die Gäste an Bord genossen es sichtlich, dieses Stadtviertel aus der ungewohnt hohen Sitzposition im Bus zu besichtigen, während der Fahrer Schwerstarbeit beim millimetergenauen Navigieren durch die engen Seitenstraßen verrichten mußte. So gab es denn Standing Ovations für ihn auf dem letzten Kilometer, vorbei am Schuster-Areal, wo man die Gestaltung der „Neuen Mitte“ von Neusäß auf einem großflächigen Plakat bereits erahnen kann.

Nach zwei Stunden gelangte man um eine Fülle von Informationen reicher wieder am Ausgangspunkt am Lohwald an. Im „Cafe am Stadtpark“ waren die Kaffeetische für die Teilnehmer gedeckt und so ließen sich die eben gewonnenen Eindrücke in angenehmer Atmosphäre diskutieren. Die Pärchen zeigten sich sehr angetan von dieser Rundfahrt, bei der einige zum ersten Mal die Westheimer Schloßkapelle kennengelernt hatten und bei der ihnen vom Ersten Bürgermeister vielfältige Details zur modernen Stadtentwicklung vermittelt worden waren. Diese aus berufenem Munde im Vorbeifahren direkt vor Ort an den jeweiligen „Hot Spots“ zu erhalten, machte das Besondere an dieser Marriage-Week-Tour aus, die seit einigen Jahren von der Stadt Neusäß kostenlos angeboten wird.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 07.03.2020
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