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Blogs - Jenseits von myheimat: z.B. "Justice Now!"

Da auch ein Leben jenseits von myheimat im Worl-Wide-Web existiert, gibt es unzählige Blogs, die Orientierung, Hilfe, Informationen oder auch Austausch zu den unterschiedlichsten Themen anbieten. Einige von diesen Blogs, auf denen ich mich herumtreibe, werde ich im Laufe der Zeit in Form eines Kurzporträts vorstellen. Ich meine, reinschauen lohnt sich.

Beginnen möchte ich mit dem Blog „Justice Now“. Im Untertitel des Blogs heißt es: „Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir“. Dieser Satz wurde sicherlich durch die Erfahrungen der Blog-Betreiber geprägt. Jakob Reimann studierte im Masterstudiengang Biochemie in Dresden bis 2014. Seinem langjährigen Interesse am Komplex Middle East geschuldet, verschlug es ihn nach Nablus, Palästina, wo er seitdem an der naturwissenschaftlichen Fakultät der An-Najah National University arbeitet. Neben der Ausbildung junger Studenten erforscht er die Auswirkungen chemischer Industrieanlagen auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen in der Westbank. Nebenbei ist er freiwillig für die Flüchtlingsorganisation PICUM tätig und bildet sich in Onlinekursen der UN University for Peace weiter.

Zusammen mit seinem langjährigen Schulkumpel Robat gründete Jakob Anfang 2015 schließlich den Blog JusticeNow! JusticeNow! vertritt explizit links-liberale, anarchistische und pazifistische Ansätze und analysiert und bewertet das politische Tagesgeschehen genau wie das große Ganze, ohne sich jedoch allzu sehr von ideologischem Dogmatismus bevormunden zu lassen.

JusticeNow! steht für die bedingungslose Forderung nach Gerechtigkeit. Hier und jetzt, für jeden Menschen. Nicht bloß für einige wenige und nicht erst in 100 Jahren. Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, beruht auf Krieg und Ausbeutung. Er ist gegen Mensch und Natur gerichtet und daher alles andere als zukunftsfähig. Er muss Schritt für Schritt dekonstruiert und durch eine Ordnung ersetzt werden, die es allen Menschen ermöglicht, auf Augenhöhe miteinander zu leben. In einer gerechten Welt kann es kein Oben und kein Unten geben, nur durch ein solidarisches Miteinander entsteht echte Gerechtigkeit. Dafür steht JusticeNow! – Herrschaftsfrei. Gewaltfrei.

Der Blog-Beitrag vom 7. Februar 2018 befasst sich mit dem Therma: "Warum hassen sie uns". Wer den Artikel gelesen hat, wird nicht mehr lange über die Antwort grübeln müssen.

Der Westen tötet im Orient 329 Menschen.
Jeden Tag. Seit 27 Jahren.


Durch Krieg und genozidale Sanktionen tötete der Westen im Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia, Jemen und Pakistan in den letzten 27 Jahren 3.303.287 Menschen – im Schnitt 329 jeden Tag.


Das ist der deprimierendste Artikel, den ich je geschrieben habe. Als Naturwissenschaftler ist es meine Aufgabe, Dinge auszurechnen. An der Uni lernte ich, dies auf professionelle Weise zu tun. Doch die Reaktionskinetik enzymatischer Prozesse zu berechnen, ist das Eine – tote Menschen bis in den Himmel hochzuaddieren, das Andere. Dieser Text soll dazu beitragen, die Blasen, in denen wir leben, zum Platzen zu bringen. Er soll die fest zugekniffenen Augen für das Leid anderer Menschen öffnen.

Der Golfkrieg 1991


Im Iran-Irak-Krieg (Erster Golfkrieg) zwischen 1980 und 1988 war Saddam Hussein ein enger Verbündeter des Westens, auch noch nach seinem Genozid an den Kurden im Nordirak mit Giftgas made in Germany. Als er im Anschluss jedoch das ölreiche Kuwait überfiel, wurde er zur Persona non grata und provozierte eine massive Bombenkampagne der USA, die in 43 Tagen insgesamt 110.000 Luftschläge gegen den Irak flog und im großen Stile zivile Infrastruktur vernichtete: die Operation Desert Storm, der Zweite Golfkrieg. Im opferreichsten Einzelangriff der modernen Luftkriegsführung warfen in der Nacht zum 13. Februar 1991 US-Tarnkappenbomber zwei lasergelenkte ‘smart bombs‘ auf einen Schutzbunker in Bagdad ab und töteten 408 Zivilisten, die im Flammeninferno verbrannten.

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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 04.04.2018 | 18:52  
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