Der alte Friedhof am Barfüßertor in Marburg

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Wer seinen Weg von der Universitätsstraße über die steile Haspelgasse in die Marburger Oberstadt nimmt, findet verborgen hinter hohen Mauern den alten Friedhof am Barfüßertor. Ein idealer Platz für eine Ruhepause, sich umzuschauen und dabei ein wenig vom Hauch der Vergangenheit inmitten längst vergessener Gräber unter den alten Bäumen zu spüren.

Zur Anlage des Friedhofs verkaufte die Witwe des ehemaligen Rektors der Universität, Adam Kraft, ihren Garten vor den Toren der Stadt, da die bestehenden Totenhöfe der aufstrebenden Stadt am steilen Schlossberg an ihre Grenzen stießen. Dreihundert Jahre später musste auch dieser Friedhof aus Platzmangel aufgegeben werden. Heute zeugen noch zahlreiche kunstvoll gearbeitete, jedoch stark verwitterte Grabmale von jener Zeit.

Die Friedhofskapelle, die nach der Eröffnung des neuen städtischen Hauptfriedhofs nicht länger benötigt wurde, diente fortan als Turnhalle, später als Lager eines bekannten Marburger Likörherstellers. Schließlich wurde sie 1956 von der ‘Selbständigen evangelisch – lutherischen Kirche' erworben und ist heute als Auferstehungskirche bekannt.

Der Friedhof selbst wird heute für Urnenbestattungen genutzt. Seinen mittelalterlichen Charme, wenn man das so sagen darf, hat er dadurch nicht eingebüßt. So bleibt er, was er immer war, ein Ort der Ruhe und Einkehr und an warmen Tagen ein schattiger Rastplatz inmitten der quirligen Universitätsstadt an der Lahn.

Bürgerreporter:in:

Karl-Heinz Töpfer aus Marburg

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