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Spurensuche „Von Litauen nach Landsberg“

(Foto: Conny Kurz)
Landsberg am Lech: Säulenhalle am Stadttheater |

Vom 22. März bis 4. April 2018 in der Säulenhalle - Landsberger Ausstellung als Auftakt der Internationalen Jüdisch-Deutschen Festwoche

Unter den aus Osteuropa deportierten Juden, die ab Sommer 1944 in den KZ-Außenlagern Kaufering/Landsberg für die nationalsozialistische Rüstungsindustrie eingesetzt wurden, waren Polen und Ungarn die zahlenmäßig stärksten Gruppen. Erst an dritter Stelle folgten ihnen jüdische Litauer. Dennoch nahmen sie eine besondere Stellung ein.
Worauf gründete ihre auch für Außenstehende erkennbar herausragende Rolle? Kristallisierte sie sich erst nach der Befreiung Ende April 1945 im DP-Lager Landsberg und dem DP-Hospital St. Ottilien heraus oder lagen die Gründe tiefer und weiter zurück? Was hatten sie mit Leidensgenossen aus Frankreich, Belgien, Tschechien, der Ukraine, Rumänien oder Griechenland gemein und wodurch unterschieden sie sich?

Diesen Fragen geht die Ausstellung „Von Litauen nach Landsberg“ nach, die vom 22. März bis 4. April 2018 in der Landsberger Säulenhalle zu sehen ist. Sie ist gleichzeitig Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen, die im Mai mit der Internationalen Jüdisch-Deutschen Festwoche ihren Höhepunkt findet. Ausgangpunkt für die Ausstellungsmacher Karla Schönebeck und Wolfgang Hauck war ein Konzert, das der amerikanische Musiker und Dirigent Leonard Bernstein am 10. Mai 1948 in der Stadt am Lech gab. Die Musiker des Orchesters waren Überlebende des Holocaust und sie kamen überwiegend aus dem litauischen Kaunas und Vilnius. Auch der erste Chefarzt des DP-Hospitals St. Ottilien war ein Litauer, Dr. Zalman Grinberg. Der Präsident des Landsberger DP-Lagers war der litauische Jurist Dr. Samuel Gringauz.

Die Ausstellung „Von Litauen nach Landsberg“ ist eine Spurensuche, die im Mittelalter beginnt und auch heute noch nicht abgeschlossen ist. In ihrem Verlauf kreuzen sich mehrfach die Wege von Opfern und Tätern. Nicht zuletzt am Lech schließen sich ihre Kreise.
Im Rahmen der Ausstellung werden gleichzeitig Filme aus den USA und Deutschland gezeigt. Sie ist dem ehemaligen KZ-Häftling der Kaufering/Landsberger Lager Abba Naor gewidmet. Naor ist gebürtiger Litauer aus Kaunas, einer der letzten Überlebenden und Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees.

Die Ausstellung ist täglich von Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Sie richtet sich ausdrücklich an Jugendliche sowie Schülerinnen und Schüler. Die Journalistin Karla Schönebeck steht für persönliche Führungen auf Anfrage zur Verfügung. Anmeldungen unter info@dieKunstBaustelle.de.

Webseite des Projekts: www.wdc-award.org
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