Vom Jäger zum Gejagten: Ermittlungen gegen Günter Wallraff dauern an

Günter Wallraff: Vom Jäger zum Gejagten (Foto: Screenshot / Youtube)
Er ist der Enthüller der Nation und prangert gern die Verfehlungen anderer an. Günter Wallraff - gerade 70 geworden - ist immer noch aktiv und war zuletzt auch für RTL im Einsatz, um die miese Bezahlung deutscher Paketzusteller aufzudecken. Dabei ist Wallraff offenbar selbst kein Kind von Traurigkeit, wenn es um die Bezahlung seiner eigenen Zuträger und Mitarbeiter geht. Aktuell ermittelt sogar die Kölner Staatsanwaltschaft gegen den Story-Hunter und Kölner Enthüllungsjournalisten.

(TNN) Nach Auskunft der Kölner Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen gegen Günter Wallraff noch an und es sei noch nichts entschieden ob und wann das Verfahren gegen ihn eröffnet wird, so ein Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft.

Wallraff, der zuletzt auch für den Deutschen Fernsehpreis nominiert war, wird vorgeworfen, seine Mitarbeiter illegal beschäftigt und "schwarz bezahlt" zu haben. Zudem soll es Hinweise geben, dass Wallraff seine Honorare "nicht ordnungsgemäß versteuert hat", berichtet unter anderem auch die Süddeutsche Zeitung.

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-87562011.htm...

Ins Visier der Steuerfahnder geriet Wallraff, nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter des Enthüllungsjournalisten Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet hatte und es wäre ein Desaster, wenn der Fall tatsächlich vor Gericht verhandelt wird. Wallraff wurde nie müde, Missstände in Bezug auf Unterbezahlung, Ausbeutung und Schwarzarbeit an den Pranger zu stellen und nun soll er selbst nicht besser sein?

Wallraff ein Ausbeuter?

Viel zu wenig Geld soll er seinen Co-Autoren gezahlt haben und das auch noch schwarz: "Cash in die Täsch", wie es heißt. Das jedenfalls behauptet Andre F., der seit rund 4 Jahren für Wallraff tätig ist und ihn wohl schreiberisch unterstützt.

Hat der Aufdecker, dessen großes Thema die Ausbeutung ist, selbst auch andere Leute ausgebeutet oder sogar schwarz bezahlt?

Als Zeuge vor Gericht geladen

Erst neulich stand Wallraff als Zeuge vor Gericht. Es ging um einen Brotfabrikanten, der nach den Recherchen des Enthüllungsjournalisten vor Gericht kam, dann aber freigesprochen wurde. Wallraff habe die Zustände "überzeichnet", urteilte der Richter."

http://www.sueddeutsche.de/panorama/prozess-nach-w...

Demnach recherchierte Enthüllungsjournalist Günter Wallraff verdeckt in einer Großbäckerei und zog sich Verbrennungen zu. Wie es zu den Verbrennungen kam, konnte Wallraff dann aber nicht zweifelsfrei dokumentieren, so das Gericht.

Nicht zweifelsfrei dokumentieren?

Hat Wallraff während seiner Recherchen denn nicht häufig auch eine Kamera mit dabei? Warum konnte Wallraff dann trotzdem nicht zweifelsfrei dokumentieren, was genau vor Ort geschah?

Nach Auskunft seines Anwalts hatte Wallraff die Zustände in der Brotbäckerei sehr wohl dokumentiert, nur waren diese Aufnahmen für das erstinstanzliche Gericht nicht ausreichend, um hierauf eine Verurteilung des Brotbäckers zu stützen.

Fragen zur Glaubwürdigkeit

Vor Gericht hätte Wallraff die Vorfälle "ein wenig anders" dargestellt als in seinem Bericht, merkte der Vorsitzende an und fügte hinzu: "Sicherlich lebe Herr Wallraff davon, Vorfälle pointiert und überzeichnet darzustellen", doch vor Gericht müsse man solche Aussagen eben genauer prüfen, so das Gericht.

Vergangene Woche hätte Wallraff dann fast noch den Deutschen Fernsehpreis gewonnen. Nominiert war er, bekommen hat er ihn nicht.

S.Q. Dexter für TeleNewsNet

http://www.telenewsnet.com/tvdesk/index.html

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\\\ Liebe Redaktion: Der hier oben zu lesende Artikel ist eine überarbeitete Fassung des ursprünglichen Beitrags inkl. Gegendarstellung des Wallraff-Anwalts - So bitte auch stehen lassen /// Vielen Dank !
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