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Kindheitslexikon: Kölledaer Flurbezeichnungen/Kölledaer Grünflächen/Geografie allgemein

Ich mit neun Jahren auf der Kölledaer Froschwiese. Im Hintergrund die Gebösestraße.
 
Der seinerzeitige Kölledaer Stadtgraben auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2010. (© 2010 by Edelgard Koch, Kölleda. Bild wurde im Auftrag des Autors erstellt.) Auf dem linken Bildrand sind Zäune zu erkennen. Sie gehören zu einer dort befindlichen Schrebergärtenkolonie. Einer der Gärten gehörte unserem Bekannten Herrn Heim, der uns immer mit Honig belieferte. Ich war als Kind und Jugendlicher ein paar Mal mit in seinem Garten, bekam dort auch seine Bienenzucht zu sehen.
 
Blick von der Weimarischen Straße aus auf den Beginn des Vogelsberger Weges. (Aufnahme aus dem Frühherbst des Jahres 1992.) Am rechten Bildrand, da wo die Büsche davorstehen, befindet sich kurz darauf der Kölledaer Bahnhof. (Wenn wir genau hinsehen, finden wir dort auch ein Flügelsignal. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein verdorrter Baum.) An dieser Stelle, welche wir im nächsten Bild sehen werden, nimmt der Weg seinen Ausgangspunkt.
 
Und hier sieht man dieselbe Baumreihe aus unmittelbarer Nähe. (Aufnahme aus dem Frühherbst des Jahres 1992.)
 
Blick zurück in Richtung Kölleda nach schätzungsweise zwei Kilometern. Auf dem Boden mein damaliges Fahrrad, das zweite, das ich besaß. (Aufnahme aus dem Frühherbst des Jahres 1992.)
 
Der Weg kurz vor seinem Ende. Hinter der kleinen Waldinsel liegt in einer Talsenke bereits die namensgebende Ortschaft Vogelsberg. (Aufnahme aus dem Frühherbst des Jahres 1992.)
 
Wir kehren geistig noch einmal zurück zu dem Bild mit der Ansicht von der Straße aus. Wenn man von dem dort beschriebenen Punkt aus nicht in Richtung Süden, sondern in Richtung Osten weitergeht, betritt man diesen Weg. Er beginnt beim Kölledaer Stellwerk, führt dort vielleicht 300 Meter an den Gleisen entlang und stößt dann senkrecht auf jenen Feldweg, der von der B 85 beim Hotel "Pfefferminzbahn" nach Großneuhausen abzweigt. Geradeaus begegnen wir nun noch einmal, diesmal aus einer ganz anderen ...
 
... Perspektive, jenem Flügelsignal, das schon auf dem beschriebenen Bild zu sehen war. (Aufnahme aus dem Frühherbst des Jahres 1992.) ----------- Auf dem Feldweg nach Großneuhausen, Blick nach Kleinneuhausen. (Aufnahme aus dem Frühherbst des Jahres 1992.)

Flurbezeichnungen

Frauenbach: In Kölleda beginnt in Bahnhofsnähe ein Bach namens Frauenbach. Über die Entstehung dieses Namens habe ich als Kind eine Menge abenteuerliche Geschichten gehört, von denen allerdings keine einzige der Wahrheit entsprechen dürfte. So hörte ich einmal, der Bach hieße so, weil dort mal eine Frau ertrunken sei. Eine andere Version ging dahin, dass in vergangenen Jahrhunderten dort Frauen zum Baden gingen. Aber das dürften mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alles Legenden sein. Wenn man ein wenig über die Entstehung von Flurnamen Bescheid weiß, halte ich es eher für plausibel, dass es sich dabei um die Volksmund-Verballhornung irgendeines völlig anderen Wortes handeln könnte; also dass der Name mit Frauen an sich gar nichts zu tun hat.

Über die geomorphologische Einbindung dieses Baches bekam ich als Kind zuhause folgenden Vers gelehrt (Allerdings ohne die Angaben in den Klammern, die habe ich zur besseren Orientierung für den Nichtortskundigen hinzugefügt.):

"Der Frauenbach fließt in die Lossa (kurz vor Frohndorf).
Die Lossa fließt in die Unstrut (bei Leubingen).
Die Unstrut fließt in die Saale (bei Naumburg).
Die Saale fließt in die Elbe (bei Barby).
Die Elbe fließt in die Nordsee (bei Cuxhaven).
Und die Nordsee fließt in den Atlantik."

In der Vergangenheit fand der Bach einmal Erwähnung in dem großangelegten lexikalischen Werk von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann: "Deutschland und seine Bewohner: Ein Handbuch der Vaterlandskunde für alle Stände." Band 1. J. Scheible's Buchhandlung, Stuttgart, 1835.

In direkter Bachnähe gibt es einen eingetragenen Kleingartenverein mit dem Namen, wen überrascht es groß, "Am Frauenbach". Ich kenne die Gärten vom Vorbeigehen ganz gut.

Froschwiese: Biotopartiges Gelände in Kölleda mit Schilfgürteln, Wiesen und einem Abenteuerspielplatz. Eingefasst im Westen von der Gebösestraße, im Osten von der Großneuhausener Landstraße (Die beiden Straßen bilden auf der Höhe der Schillerstraße ein sehr spitzes, nach unten zeigendes Dreieck.) sowie einer (meines Wissens nach) namenlosen Verbindungsstraße zwischen den beiden zuvor genannten im Süden. Welche die dritte Seite des Dreiecks bildet.

Galgenhügel: Vermutlich ein alter Grabhügel. Ein Kilometer nordwestlich von Kölleda und ein halber Kilometer westlich der Straße nach Nordhausen gelegen.

Kiesgrube: Die Kölledaer Kiesgrube lag ungefähr auf halber Strecke zwischen der Straße des Friedens und der Kiebitzhöhe. Ungefähr nach einem Drittel der Straße des Friedens, wenn man vom Johannistor her kam, zweigte westlich ein Weg dorthin ab.

Leubinger Hügel: Bedeutende Stätte der Frühzeit in unserer näheren Umgebung. Ziemlich genau ein Kilometer südöstlich von der namensgebenden Ortschaft Leubingen, an der Straße nach Stödten, gelegen.
Gehört zur so genannten "Leubinger Gruppe", einem Teil der entwickelten frühneuzeitlichen "Aunjetitzer Kultur".
1877 von Professor Dr. Friedrich Klopfleisch, salopp formuliert, einer Art mitteldeutschem Indiana Jones des 19. Jahrhunderts, ausgegraben.
Es handelt sich dabei um einen großen Grabhügel, der unter einer Steinpackung eine zeltartige Grabkammer aus Eichenbohlen enthielt. Darin fanden sich das Skelett eines alten Mannes und angeblich quer darüber die Knochen eines zehnjährigen Kindes. An Grabbeigaben fand man außer einem Keramikgefäß und einem Steinbeil mehrere Stücke aus Gold und Bronze.
Die Entstehungszeit dürfte bei ungefähr 1700 v. Chr. liegen.
Aus speziell diesem und weiteren ähnlich reich ausgestatteten Gräbern der Aunjetitzer Kultur schloss man auf einen bereits relativ hohen gesellschaftlichen Entwicklungsstand dieser Epoche.

Rieth: Südlich von Wallendorf beginnt ein langgezogenes Waldstück namens Rieth, welches sich bis ins benachbarte Frondorf ausdehnt. Es beginnt im Bereich der Wüstung mit dem Hinterrieth. Ungefähr die beiden gegenüberliegenden Seiten eines Parallelogramms bildet das Mitterrieth mit Orlishausen. Und zu guter Letzt folgt das Vorderrieth.

Röhrbrunnen: Südlich der B 176 nach Backleben, auf der Höhe der alten Abdeckerei, befand sich mal eine Riede namens "Am Röhrbrunnen". Auf einer Karte des Jahres 1936 war sie noch verzeichnet.

Schafau: Bach, der im Kölleda nahegelegenen Ort Schafau entspringt. Er durchquert die Talsperre Bachra, den Ort Bachra, dann Ostramondra. Fließt nördlich an Backleben vorbei. Erreicht auf der Battgendorfer Straße besiedeltes Gelände von Kölleda. Schlängelt sich an den Straßen An der Pforte und Promenadenweg vorbei, unterquert die Straße Brückentor, passiert südlich die Straße Wilder Graben, bewegt sich südlich an der Straße Langer Weg vorbei, unterquert die Straße Johannistor, führt südlich an der Angerstraße vorbei und mündet im Bahnhofsgebiet von Kölleda in den Frauenbach.

Stadtgraben: Erstreckt sich zwischen dem Backleber Tor im Norden und der Johann-Sebastian-Bach-Straße im Süden, hinter deren nördlicher Häuserzeile er endet. Er beschreibt mit seiner Ausdehnung nach wie vor exakt die historische Stadtgrenze im Osten.

Vogelsberger Weg: Wenn ich im Sommer mit dem Fahrrad unterwegs war, startete ich meine Touren meistens beim neuen Stellwerk beziehungsweise zehn Meter entfernt liegenden Vogelsberger Weg. Das war für mich sozusagen "das Tor zu Welt".

Ich traf zunächst aus westlicher Richtung kommend vom Jahnplatz her ein. Dann fuhr ich das letzte Stück der Gebösestraße Richtung Süden, Richtung Stellwerk eben.
Am Ende der Gebösestraße zweigte westlich die Karl-Marx-Straße ab.

Geradeaus, quasi als Fortsetzung der Gebösestraße, führte der schmale Erdweg mit den riesigen Schlaglöchern und dem groben Schotter in Richtung Vogelsberger Weg. Und dort verließ man praktisch das besiedelte Stadtgebiet. Das letzte Haus der Karl-Marx-Straße war auch schon das letzte Haus im besiedelten Gebiet.
Wenn ich dort mit dem Rad unterwegs war, hatte ich mich stets auf dem ganz schmalen Betonstreifen auf der linken Seite gehalten. Auf dem groben Schotter konnte man mit einem gewöhnlichen Fahrrad ziemlich schnell wegrutschen.

Nach nur wenigen Metern tat sich auch schon die scharfe Kurve nach links auf, wo es dann genau in östliche Richtung weiterging. Auf der rechten Seite der Biegung wurde gleichzeitig in einiger Entfernung der Bahnsteig sichtbar. Es war nur ein Stück, das man sehen konnte. Zwischen den Gärten hinter den Häusern der Karl-Marx-Straße und der kurzen Reihe Gebüsch entlang der Gleise geradeso erkennbar.

Links, im Norden, zog die multifunktionale Grünfläche am südlichen Ende der Froschwiese vorbei. Jenes von weitem etwas anarchistisch wirkende Gemisch aus Kleingärten, kleinen Äckern und wildem Grüngelände. Ich erinnere mich, wie auf dem Grünstreifen am Beginn der Fläche früher manchmal ein Schaf das Gras abfraß. Es war stets an den einsamen Weidenbaum genau in der Kurve angekettet.

Geradeaus, Richtung Osten, kündigte sich gleich darauf die namenlose Verbindungsstraße zur Weimar'schen Straße an. An ihrem Beginn lag auf der rechten Seite das neuere Stellwerk, davor der beschrankte Bahnübergang. Er war inzwischen nur noch wenige Meter entfernt.

Man überquert die Gleise. Gleich dahinter verlief der Weg wieder parallel zu den Schienen, genau in Richtung Westen. Es war das etwa zehn Meter lange Wegstück zwischen Stellwerk und Beginn Vogelsberger Weg.

Nach ein paar Sekunden kam man auch schon am Vogelsberger Weg an. Dieser zweigte im Winkel von 90 Grad in Richtung Süden ab.

Ging man geradeaus in Richtung Westen weiter, schloss sich der Feldweg längsseits des Bahndammes an.

Dazwischen eröffnete sich das riesige, kilometerweite Äckersystem Richtung Frohndorf. Rechtwinklig eingeschlossen zwischen dem Feldweg nach Westen und den Pappeln des Vogelsberger Weges Richtung Süden.

Ich fuhr in der Regel dann den Vogelsberger Weg entlang.

Wallendorf: Wenn man vom Kölledaer Bahnhof aus den Vogelsberger Weg losfährt, dann liegt ungefähr auf der Höhe der Abzweigung nach Großneuhausen die Wüstung Mark Wallendorf. (Ich kannte als Kind nur den Ausdruck Wallendorf.) Ein Dorf, das nicht mehr existiert. Über sein früheres Bestehen hatte mich als Kind ein heimatgeschichtlich sehr bewanderter Lehrer von der Jahn-Schule, Herr Peter Urbansky, informiert.
Im nordwestlichen Bereich der Wüstung liegt der laut einer Karte von 1936 151,8 Meter hohe Wolfshügel.
Ihrem gesamten Bereich nördlich vorgelagert ist das so genannte Stödtner Feld.

Wippertus-…: Zwischen der Schafau und der alten Abdeckerei an der B 176 nach Backleben ist auf einer Karte von 1936 ein Wippertus-B. (Wippertus-Brunnen?) vermerkt.

Öffentliche Grünflächen

Bahnhofstraße:
In der Bahnhofstraße befanden sich ungefähr ab der Höhe Hopfendamm bis zum Bahnhofsvorplatz auf beiden Straßenseiten je eine Baumreihe Kastanien. Irgendwann zu DDR-Zeiten wurden sie allmählich durch Linden ersetzt, da diese riesigen, inzwischen altehrwürdigen Bäume sehr brüchig geworden waren und eine große Unfallgefahr für die Fußgänger bedeuteten.

Jahnplatz:
Riesige Anlage zwischen Albert-Träger-Straße, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, August-Bebel-Straße und Rudolf-Breitscheid-Straße im Kölledaer Bahnhofsviertel.
Hieß zur Zeit des Nationalsozialismus Adolf-Hitler-Platz, nach dem Krieg kurze Zeit Stalin-Platz, dann ziemlich bald Jahnplatz. Ebenfalls in den Jahren nach dem Krieg war der Platz größtenteils parzelliert, damit jene Bürger der Stadt, die über keinen eigenen Garten verfügten, sich dort etwas Gemüse für den Eigenbedarf anbauen konnten. Jede der an dem Programm teilnehmenden Familien bekam ein Beet.
Etwa ein Viertel der Fläche am "Kopfende" im Osten bei der Jahnstraße war befestigte Sandfläche mit einem sehr großen Sandkasten. Während meiner Kindheit gab es auch eine Wippe und eine Schaukel. Der Sandkasten war nach Westen hin zur großen Wiese durch eine etwa ein Meter hohe Mauer begrenzt, in die ein großes Rankgestell für den üppig blühenden weißen Knöterich einbetoniert war. Dieser bot schön Schatten für die Kinder im Sandkasten. Die danebenliegende Fläche wurde auch oft für kleine Ballspiele und andere Spiele genutzt.
Am Westende der Anlage lag eine genauso große befestigte Sand-Schotter-Fläche, die vereinzelt als Parkplatz genutzt wurde. Dort befand sich auch ein Trafo-Häuschen.
Die große, stets gepflegte Wiese zwischen beiden Enden war geschmückt mit zwei breiten Polyantharosen-Beeten.
Neben der Rasenfläche verliefen an beiden Seiten ebenfalls befestigte Sand-Schotter-Wege. Die waren nach außen hin begrenzt durch hohe, stets gut verschnittene, dichte Hainbuchen-Hecken, die oft Vögeln als Brutstätte dienten.
Jeden September fand auf dem Platz das Wohnbezirksfest für unsern Wohnbezirk IV statt.

Die Straße an seinem nördlichen Rand war für jeglichen Autoverkehr gesperrt und für die Benutzung durch die Kinder freigegeben worden. Hieß daher im Volksmund Spielstraße.
Ich weiß noch, einmal kamen meine Kindergartengruppe und ich auf einem Stadtspaziergang dort vorbei. Es muss so im Frühsommer 1982 gewesen sein. Die Straße dort war meistens mit Kreidezeichnungen von Kindern verziert, wofür sie auch offiziell oder durch stillschweigende Duldung freigegeben war. Da wir in dem Moment jedoch gerade keine Kreide bei uns hatten, suchten wir uns auf Anweisung der Kindergärtnerinnen scharfe Kieselsteine, mit denen wir Bilder in den Beton ritzten. Ich kann mich noch erinnern, wie Doreen Schmidt der Kindergärtnerin mitteilte, dass sie eine Windmühle gemalt habe.

Schillerstraße:
Vor drei sich sehr ähnelnden Einfamilienhäusern gleichen Bautyps befand sich eine große, langgestreckte Wiese, mit Wasseranschluss zur Pflege, in deren Mitte sich ein breites, sehr langes Beet mit meist dunkelroten Polyantharosen befand. An beiden Enden der Wiese, also bei der Schillerstraße und bei der Albert-Träger-Straße, waren einige Quadratmeter bepflanzt mit je zwei riesigen Pappeln, Forsythiensträuchern und anderen schön blühenden Sträuchern.
Der Rand der stets sehr gepflegten Wiese war auf der Seite vor den drei Häusern mit einer etwa anderthalb Meter hohen, sauber verschnittenen Liguster-Hecke bepflanzt.

Fläche um das Kriegerdenkmal in der Bahnhofstraße beim Eingang Hopfendamm:
Riesige, gepflegte Rasenfläche vor den beiden Gründerzeit-Villen. Entlang dieser alten Metallgitter-Gartenzäune befand sich ein zwei bis drei Meter breites Beet mit verschiedenen, üppig blühenden Sträuchern. Davor auf der Wiese standen mehrere rosa blühende Zierapfelbäume. Um das Kriegerdenkmal herum stand ein breiter Kranz mit den dauerblühenden lachsrosa Polyantharosen.

Mehr oder weniger die gesamte Nordseite des Hopfendamms:
Es handelt sich dabei praktisch um die Fortsetzung der Beete vor den Villen, denn es folgten bis zum Stadtbad weitere Villen. Botanisch schloss sich dort eine bunte Sträuchermischung an, zum Teil auch Raritäten wie Hamamelis, im Volksmund "Zaubernuss". Davor war Rasen bis zur Bordsteinkante, kurz vor dieser viele Kastanienbäume. Keine Rosen.

Gepflegter Rasen rings um die Wohnblocks am Eingang der Feistkornstraße.

Grünfläche östlich am Eingang des Langen Weges von der Erfurter Straße her:
Die Schafau, der Stadtbach von Kölleda, "gurkt dort herum". Es folgte ein großes Gartengelände mit einem alten Eisenbahnwagen als Laube.

Lohmühle:
Am Ende des schmalen Verbindungsweges zwischen Erfurter Straße und Lohmühle, rechtwinklig eingeschlossen von zwei Gebäudeteilen, hatte Ursel Winkelmann, wir kommen gleich auf sie zu sprechen, mal ein kleines Gartenprojekt aufgezogen.

Unter den Linden:
Wie der Name besagt, standen und stehen entlang dieser kleinen Straße viele Linden. Der gesamte freie Raum zwischen den Linden war mit einer gepflegten Rasenfläche bedeckt. Im vorderen Teil Richtung Brückenstraße/Pferdeteich befand sich ein sehr langes Beet mit Polyantharosen. Im hinteren Teil, teils angrenzend an Scheunen, standen Bäume und viele hohe Sträucher.

Brückentor:
Zu beiden Seiten waren Rasenflächen und Kastanien zu finden, von der Brückenstraße bis zum Frauenbach. Auf der Seite hinter der Brauerei war die Wiese etwas abschüssig und zum Teil mit Sträuchern bepflanzt. Auf der gegenüberliegenden Seite vor den Häusern zum Teil etwas Wiese und Polyantharosen.

Gelände um den Schwanenteich:
Der Teich selbst war von Wiese und gepflegter "Wildnis" umgeben. An der östlichen Längsseite und an der schmalen Südseite grenzte ein Holzzaun das Gelände ab. Daneben verlief überall ein befestigter Sand-Schotter-Weg. Neben dem langen Weg standen mehrere hohe Kastanien und etliche Sitzbänke.
Die Westseite des Teiches war mit dichter Wildnis bewachsen und grenzte an die Rückfront der Gärtnerei Wilkening.

Grünfläche rings um das Rathaus:
Nach Westen: Rasenstreifen und Rotdornbäume. Nach Osten nur Rotdornbäume.

Grünfläche beim Wippertus-Brunnen:
Ganz früher nur Pflaster. Später nierenförmig angelegte Wiesenfläche zwischen Brunnen und den Häusern an der Westseite. Üppige Baumgruppe.

Grünfläche bei der ehemaligen Polizeiwache auf dem Markt:
Wiese zwischen der alten Polizeiwache und dem Haus am südlichen Eingang der Brückenstraße. Dichte Sträuchergruppe, irgendwann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Kastanie vor Polizeiwache.

Roßplatz, Ostseite, Richtung Backleber Tor hin:
Früher alles voll Ulmen. Diese fielen leider dem in Deutschland grassierenden Ulmensterben zum Opfer. Vereinzelt andere Bäume nachgepflanzt.
Der große, breite "Fußweg" vor den Häusern diente früher oft als Abstellplatz für Pferdewagen und Ähnlichem. Wurde später an ein paar Stellen mit Wiese und niedrigen Sträuchergruppen bepflanzt.

Bei Rittergut:
Am oberen Ende des Roßplatzes teilt sich die Straße: nach Osten zur Obergasse und zum Backleber Tor und nach Nordwesten zur Pfortenstraße und Salzstraße.
Zwischen dem Ende der Salzstraße/Pfortenstraße und dem Ende der Obergasse standen ein paar kleine Häuser, an der Ecke Obergasse die Schmalseite des Verwaltungsgebäudes der Staatlichen Krankenversicherung. (Oben in dem Gebäude waren übrigens Wohnungen.)
Vor diesen paar Häusern entstand zwischen der sich gabelnden Straße ein Dreieck, das schräg nach unten abfiel wie der gesamte Roßplatz an dieser Stelle.
Dieses Dreieck war bepflanzt mit verschiedenen blühenden Sträuchern, etwas Wiese und am vorderen Rand mit Polyantharosen.
Zwischen Dreieck und den paar Häusern oben befand sich auch eine kleine Verbindungsstraße, sodass das Dreieck von Straßen umgeben war.

Bei der Alten Molkerei, Nähe Stadtgraben:
Wiese, schräg hoch laufend zur ehemaligen Stadtmauer. Dort befand sich bis zum Schwanenteich ein mauerlanger, dichter Sträucherwall.
Unten auf der Wiese bei der Battgendorfer Straße befand sich ein sehr langes, breites Beet mit rosa und roten Polyantharosen. Alles sehr gepflegt!

Eingang Stadtgraben:
Der untere Zugang zum Stadtgraben befand sich am Weimarischen Tor zwischen dem Kriegerdenkmal und dem ersten Haus der langen Roßplatz-Häuserreihe.
Hinter dieser gesamten Reihe befand sich ein locker befestigter "Dreck-Weg" für all die Fuhrwerke der dort ansässigen Bauern und Handwerker.
Östlich daneben verlief der etwas tiefer liegende Stadtgraben.
Hinter dem ersten Haus der Roßplatzreihe waren zunächst dicht verschiedene Sträucher gepflanzt, etwa zehn Meter im noch fast flachen Stadtgraben, davor eine dicke Reihe Polyantharosen. Dann folgte ein kleiner Spielplatz mit Bänken, einem Sandkasten und einer Wippe.
Nun folgte der Stadtgraben:
Oben der genannte Dreck- und Schotterweg, dann abschießend verschiedene Sträucher bis in die Senke des Grabens. Dort bis hinauf zum Spazierweg gepflegte Grasfläche, die vor dem Weg mit einer etwa ein Meter hohen Ligusterhecke abschloss.

Kastanienreihen bei der Bushaltestelle auf dem Roßplatz:
Auf der Ostseite der "andockenden" Straße Weimarisches Tor befand sich zwischen Bürgersteig und Straße ein schmaler Baumstreifen.
Zwei Reihen hohe Kastanien von der Prof.-Hofmann-Straße bis zum Stadtbad, mit einer Unterbrechung durch die Zufahrtsstraße zu den Bushaltestellen. Alles eine Art Wiese, Blumenbepflanzung nur auf dem "Pferdebrunnen".
Vor dem Stadtbad befand sich nach Norden und Osten eine Wiese. Auf der nördlichen gab es einen kleinen Springbrunnen mit einem dicken Frosch, der Wasser spuckte. Im Osten der Anlage zog sich ein langes, breites Beet mit dunkelroten Polyantharosen bis zur Stockmannstraße hin. Richtung Stockmannstraße folgte eine breite Fläche mit verschiedenen Sträuchern, die sich dann vor den Villen als Streifen hinzogen.

Grünfläche am Eingang der Bachstraße:
Große Rasenfläche, in der Mitte mit vielen Polyantharosen bepflanzt. Zu Festtagen wurden dort Fahnen aufgezogen.

Ebereschen auf beiden Seiten der Bachstraße.

Grünflächen um die Jahn-Schule:
Riesige Rasenflächen auf der gesamten Außenfront.
Vor der Turnhalle viele halbhohe Sträucher, auch verschiedene Hartlaubgewächse, Birken, Ebereschen in Gruppen. Sträuchergruppen bis zum Haupteingang entlang der Hausfront und dann weiter bis zum Süd-Hofeingang.
Auf der großen Rasenfläche befand sich ein langes Polyantharosenbeet.


"Mutter Grün" war der Spitzname der Jahrzehnte lang tätigen, stadtbekannten Kölledaer Gemeindebeauftragten für die kommunalen Grünflächen, Ursel Winkelmann, deren Schaffensdrang Legende war. Inzwischen von uns gegangen.
Einer ihrer Söhne, Michael, machte sich direkt nach der Wiedervereinigung mit der Gartenbaufirma "GALU" (Abkürzung für "Garten, Landschaft, Umwelt".) selbstständig.

Geografie allgemein

Bundesstraße 85: Eine Überlandstraße, die Kölleda durchzieht, ist die heutige Bundesstraße 85 (B 85). Zu DDR-Zeiten die Fernverkehrsstraße 85 (F 85). Noch früher die Reichsstraße 85 (R 85).


Elbe: Mitteleuropäischer Fluss, der im tschechischen Riesengebirge entspringt und bei Cuxhaven in die Nordsee mündet.
Daher einer der ganz zentralen Flüsse auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.
So ungewöhnlich das klingt, aber im Flussbett der Elbe gibt es große Vorkommen an Kohle. Dies kommt daher, weil die Elbe in den vergangenen Jahrhunderten sehr viel als Binnenschifffahrtsweg für Kohletransporte genutzt wurde. Und dabei gingen immer wieder Teile der Ladung über Bord. Sei es durch Havarien oder um fest sitzende Boote wieder zum Fahren zu bringen.


Höhenzüge: Drei bedeutende Höhenzüge in meiner unmittelbaren Umgebung waren die Hainleite, die Schmücke und die Finne.


Thüringische Staaten: Meine Großmutter konnte aus ihrer Schulzeit noch die so genannten "Thüringischen Staaten" aus dem Kopf aufzählen:
"Als Thüringische Staaten werden die folgenden deutschen Bundesstaaten des Deutschen Reiches bezeichnet:
- Das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach (amtliche Bezeichnung seit 1903 Großherzogtum Sachsen).
- Die Herzogtümer Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg und Gotha und Sachsen-Meiningen.
- Die Fürstentümer Reuß ältere Linie, Reuß jüngere Linie, Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen."
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCringische_Sta... Abruf vom 30. März 2013)
Wir waren in jener vergangenen Epoche übrigens beim Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach mit dabei.


"Zwischen Fichtelberg und Kap Arkona" war zu DDR-Zeiten ein gängiges Sprachbild, um irgendeinen Zustand zu beschreiben, der für das ganze Land zutraf.
Fichtelberg: Bei der Ortschaft Oberwiesenthal im Erzgebirge gelegen. Ist mit 1.214,79 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Berg in Sachsen. Gemeinsam mit dem nahe gelegenen Klínovec (Keilberg, 1.244 Meter) auf tschechischer Seite bildet er das bedeutendste Wintersportzentrum des Erzgebirges.
Kap Arkona: 45 Meter hohe, aus Kreide und Geschiebemergel bestehende Steilküste auf der Halbinsel Wittow im Norden der Insel Rügen an der Ostsee. Galt als der annähernd nördlichste Punkt der DDR. Gehört neben dem Fischerdorf Vitt zur Gemeinde Putgarten. Flächendenkmal. Eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen mit jährlich ungefähr 800.000 Besuchern.
Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme, ein Peilturm, zwei Militärbunker, die slawische Jaromarsburg und einige touristische Infrastruktur.


Als Kind hatte ich mal als Jux die folgende raumplanerische Beschreibung meines Zimmers verfasst:
Sonnensystem: Je nachdem, welche außerirdische Rasse ihm nun welchen Namen gibt.
Planet: Erde.
Kontinent: Europa.
Kontinentalregion: Mitteleuropa.
Land: DDR.
Bezirk: Erfurt.
Kreis: Sömmerda.
Stadt: Kölleda.
Wohnbezirk: IV.
Straße: Albert-Träger-Straße.
Haus Nummer: 1.
Stockwerk: Erdgeschoss.
Zimmer: Nordost.
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