Familienbetrieb mit 150-jähriger Tradition

Außenfassade des 1862 gegründeten Familienbetriebes
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In der Kirchhainer Altstadt, unterhalb der evangelischen Stadtkirche, drei Minuten vom Marktplatz und dem Rathaus entfernt, befindet sich das Geschäft von Frau Birgit Müller.
Ihre Urgroßeltern eröffneten im Jahre 1862 in den beiden Häusern mit den Hausnummern 145 und 146 ein Kolonialwarengeschäft. Das Warensortiment bestand aus:
-Lebensmitteln
-Glas-, Porzellan- und Keramikwaren
-Technischen Ölen und Fetten
-Lederwaren
-Spielwaren
-Korbwaren
-Religiösen Artikeln.
Da der Urgroßvater Nicolaus Prediger früh verstarb, war das Geschäft für einige Jahre an Reinh. Kaess vermietet. Nachdem im Jahre 1925 Herr Karl Figge die Tochter der Eheleute Prediger, Elisabeth, heiratete, führte er gemeinsam mit seiner Ehefrau das Geschäft weiter.
In der damaligen Kreisstadt Kirchhain fand vom 12. bis 29. Mai 1928 die "Gewerbeschau Kirchhain" statt. Der Kirchhainer Heimat- und Geschichtsverein hat mit einem Heft (1993) die überregionale Bedeutung dieser Gewerbeschau gewürdigt. Diese Gewerbeschau nutzte auch Firma Figge zur Präsentation ihres Warensortiments mit einem Stand in Halle "B".
Frau Müller hat noch besonders gut in Erinnerung, dass das Lebensmittelsortiment in loser Form in einzelnen Schütten im Laden geführt und an die Kundschaft in der gewünschten Menge in Papiertüten, nach dem Abwiegen abgefüllt und verkauft wurde (z. Bsp. Mehl, Zucker usw.). Erst nach der Geschäftsübernahme durch Frau Marie und Herrn Helmut Figge (Eltern von Frau Müller) im Jahre 1968, wurde der Lebensmittelbereich in einen Selbstbedienungsladen mit bereits abgepackter Ware umgewandelt.
Für die Kirchhainer Familien war es bis zu diesem Zeitpunkt auch möglich,
-Gläser
-Geschirr
-Besteck
bei dem Großvater bzw. den Eltern von Frau Müller auszuleihen. Mit dem Bau der Bürgerhäuser, Ende der 60-iger/Anfang der 70-iger Jahre, endete nicht nur die Zeit der Familienfeiern im eigenen Haus, sondern auch der Verleih von Geschirr usw.
Von 1967 bis zum Jahre 1973 hat Familie Figge auch in der Marburger Straße in Anzefahr einen Filialladen mit Lebensmitteln geführt.
Da Herr Helmut Figge bereits im Jahre 1974 verstarb, übernahm seine Ehefrau Marie das Geschäft in alleiniger Verantwortung. Es war für sie eine große Aufgabe, da zu diesem Zeitpunkt auch beide Kinder noch die Schule besuchten. Frau Figge stand selbst bis Ende des letzten Jahres täglich im Laden, um ihre Kundschaft, deren Alltagssorgen sie immer geteilt hat, zu bedienen.
Auch für Frau Müller, die das Geschäft nun seit Beginn der 90-er Jahre in der vierten Generation weiter führt, ist das persönliche Gespräch mit den Kunden genauso wichtig, wie Beratung und Verkauf. Zunächst wurden auch weiterhin Lebensmittel angeboten. Heute werden den Kunden auf drei Verkaufsebenen folgende Waren angeboten
-Hausratartikel
-Glas-/Porzellanartikel
-Keramikartikel
-Geschenkartikel
-Devotionalien - wie: Kommunionzubehör: Kerzen, Kerzenschmuck, Gesangbücher, Kreuze u.v.m., sowie Grablaternen mit passenden Stundenbrennern.
Persönlich beeindruckt mich gerade in der Adventszeit die besondere Ausstrahlung des Ladens. Zu dieser Zeit findet man zusätzlich zum Warensortiment Weihnachtskrippen und entsprechendes Zubehör.
Im Jahre 2012 steht ein großes Jubiläum für dieses Geschäft bevor und zwar das 150-jährige Bestehen. In der heutigen Zeit, der immer größer werdenden Discounter, ist solch ein Geschäftsjubiläum etwas ganz besonderes.

Bürgerreporter:in:

Hans-Christoph Nahrgang aus Kirchhain

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