Blitzmarathon - richtige Schwerpunktsetzung?

Gestern war es wieder einmal so weit: mit öffentlicher Vorankündigung wurde in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und den Niederlanden eine groß angelegte Blitzaktion gestartet.

Die Frage ist für mich, ob das die richtige Schwerpunktsetzung für die Polizei und Ordnungsbehörden ist. Gibt es nicht wesentlich gewichtigere Verstöße gegen Rechtsnormen als Geschwindigkeitsübertretungen?

In der Straße, in der ich wohne, parken seit Jahren rücksichtslose Anwohner so, dass sie die Durchfahrt für Feuerwehr und Rettungsdienst behindern. Die Stadt weiß dies aber nichts wird verändert. Hier werden sogar mit Vorsatz Menschenleben und Sachwerte durch rücksichtslose Mitbürger gefährdet. Trotz diverser möglicher Maßnahmen werden hier keine ergriffen, welche die Gefährdungsverursacher zum Umdenken bringen. Kontrollen der Stadt erfolgen überwiegend dort, wo leicht abkassiert werden kann und zu den normalen Arbeitszeiten. Abends und am Wochenende, zu den Hauptparkzeiten, da ist der geregelte Feierabend der städtischen Ordnungshüter anscheinend wichtiger.

Neulich beobachtete ich eine Mutter, die ihren Sprößling im Kindergarten abgesetzt hatte. Wegen dieses Kindergartens wurde extra Tempo 30 festgelegt. Wer fuhr mir aber deutlich schneller davon? Genau diese Mutter...

Zone 30 in Wohngebieten. In "meinem" Wohngebiet beobachte ich täglich, dass insbesondere die Anwohner dort deutlich schneller fahren. Maßnahmen der Stadt? Diverse kostenintensive bauliche Veränderungen, die teilweise Gefährdungen verursachen aber das Verhalten den Menschen nicht verändern.

Geschwindigkeitskontrollen machen meiner Auffassung dort Sinn, wo Unfallschwerpunkte identifiziert wurden. Leider sind derartige Blitzaktionen oft nur ein Mittel, um die Kassen zu füllen.
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