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Die Frühstücks-Bilanz des Peter Rist

Peter Rist bläst das Alphorn (Foto: © Bild: www.kreisbote.de CC)
Isny im Allgäu: Peter Rist |

18. Februar 2020, 09.00, ist nicht Frühstück bei Tiffany, sondern Pressegespräch im Hause von Peter Rist, dem überparteilicher Landratskandidat OA des BürgerBündnis Oberallgäu.
Hier unterhalb der Kugel, an der Grenze zwischen bayerischem Ober- und württembergischen Westallgäu, einem faszinierenden Landstrich mit herrlichem Ausblick bis zum Bodensee, ist er aufgewachsen. Und hier in seiner Heimat, in Maierhöfen oberhalb Klausenmühle, lebt er wieder, betreibt mit seiner Frau Monika das Höhencafe Allgäuer Fillebänkle.

Idylle also pur, der Traum aller Schwiegermütter und eine über unglaublich viele Stationen gehende Laufbahn sind wahrzunehmen, wenn Peter Rist als Überparteilicher Landrat für OA-lle in 3 Amts-Perioden bis 2038 seinen Einzug ins Sonthofener Landratsamt plant.
Durchaus offenbart das Gespräch aber auch andere Facetten, welche das Oberallgäu noch vor dem Gang zur Wahlurne kennen sollte.

Ich muss es nicht werden, doch ich wäre ein guter Landrat, ist seine erste, geradezu schon entwaffnende Botschaft. Dann mache ich halt etwas anderes Gutes, denn ich mache nur Gutes, fügt er in grenzenlosem Selbstbewusstsein nach.
Nun ja: Stationen gibt es viele, nur wirklich hinterlassene Spuren finden sich keine.
Für einen Moment verlasen meine Gedanken das Allgäu, schweife über die Hockeyplätze dieser Welt, wo ich im früheren Leben solche Charaktere dann ausgemacht habe, wenn sie –eine Besonderheit dieser Sportart – die Strafecke selbst hereingeben, stoppen und auch noch auf’s Tor schießen wollten. Durchaus Könner, absolut von sich überzeugt, doch für’s Team, für ein Mannschaftsgefüge eher eine Belastung. Als Mitspieler wurde ich nie mit ihnen warm, als Trainer habe ich mich von ihnen getrennt.
Ob er Gedanken lesen kann, der Peter Rist?
Wissen Sie, die Bevölkerung ist einfach gestrickt, da gibt es Viele, die sitzen nur auf dem Wagen, den ich lenke, sind eben dabei und einige Wenige müssen ihn halt ziehen, holt er mich aus meiner gedanklichen Abschweifung punktgenau wieder ins Geschehen zurück.

Mit e-Mail vom 31. Januar hatte ich eine politische Coop- und Unterstützungsanfrage zum Endspurt im Kommunalwahlkampf an ihn gerichtet und dazu grundsätzlich meine gegenwärtigen Schwerpunkte skizziert.
Mit besonderem Focus und Lokalbezug auf Korrespondenzkopien mit dem Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, FW, als auch dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, CSU, verwiesen.
Deren schweigendes Wegducken und die zu Grunde liegenden Versäumnisse beim Landratsamt Oberallgäu, wie auch dem noch Amtsinhaber dabei gerne als Munition für seine Kandidatur eingebracht und zum wechselseitigen Nutzen umgesetzt.

Das war die Ausgangsbasis zum Gespräch, der unvermittelt die Basis entzogen wurde.
Ich werde keine Attacken gegen Landrat Klotz unternehmen, denn er ist ein netter Kerl, mag den CSU-Bewerber Hörmann nicht und unterstützt deswegen mich, war die unvermittelt erfolgende und durchaus überraschende Ansage.
Ihr begegnete ich mit Schweigen: mal sehen was noch kommt.
Und sie kam auch wieder durch: die absolute Überzeugung mit einem Hang zur Selbstüberschätzung. Wissen Sie, mich hätten ja alle Parteien auch die CSU als Kandidaten gewollt. Während ich mir noch überlege, wie das zusammengeht, da doch die Parteifreiheit so hochgehalten wird und weshalb dann die Alternative des Kandidaten eines schlagkräftigen Mehr-Parteienbündnisses keine Option war, führt Peter Rist – ohnehin mehr am Mono- als am Dialog interessiert – zu seiner Handhabung von Politik weiter aus, dass er nie im Plenum, sondern immer auf dem Podium war.
Schauen Sie, ich bin ein Macher, dazu will ich Ihnen ein Beispiel geben! Und da ist sie dann auch gleich wieder, die ihm eigene Einschätzung der Wählerschaft.
Wir brauchen eine Busspur nach Oberstdorf. Der Autofahrer wird renitent, wenn wir ihm dazu eine Spur wegnehmen. Ich mache das anders, richte eine Baustelle ein. Der Mensch ist dumm und eine Gewohnheitstier. Wenn die Baustelle dann eines Tages fertig ist, hat er sich an die Einspurigkeit längst gewöhnt, findet sie sogar gut und die Busspur besteht.
Ist es das, was auch auf Wahlveranstaltungen und seinen Huigarte so thematisiert wird und deshalb Zuspruch bringt?

Dieser Gedankenpause ohne Rückfrage greift Peter Rist auf, indem er meint: ja und zu Ihren Themen ist es einfach so: die sind für die Bevölkerung viel zu kompliziert, ich muss ganz behutsam darauf achten, was ich in den Wahlkampf einbringe und was nicht.
Bemerkenswert: rigides und höchst fragwürdiges Vorgehen gegen zahlreiche bäuerliche Existenzen im Zusammenhang mit Rinder Tbc und Blauzungenkrankheit bei verbleibenden Verbraucherrisiken, ein gegen gesetzliche Regelungen und Kriterien der Wirtschaftlichkeit verstoßendes Bauprojekt in Blaichach, sowie Defizite bei NATO-Freigaben Center Parcs, sind also allesamt ohne Bedeutung, setzen die Handhabung der bisherigen Amtsführung also einfach nur fort?

Ehe mir – befinde mich mit Kurzzeit-Ministerpräsidenten aus Thüringen wohl in bester Gesellschaft – auch dazu eine Ersteinschätzung gelingt, schließt sich eine Frage von Peter Rist an und beendet letztlich dann das Gespräch.
Er habe gerade ein YouTube Video eingestellt, indem er sich äußere, dass er als Kandidat natürlich weiter für ehrenamtliche Tätigkeiten an der Basis zur Verfügung stehe, die 2 – 3 Stunden im Monat gehen schließlich immer. Ob die Zuschauer den Sprung zu einem CSU Bewerber Hörmann schaffen, der einen unverantwortbaren Großteil seiner Zeit in Frankfurt am Main als weiterhin Sportfunktionär verbringen will, stellt Rist dabei in Frage.
Zu Lobbyismus soll sein nächster Beitrag gehen und ob ich ihm dazu Material geben könne, welcher CSU-Parlamentarier in welchen Aufsichtsräten sitze?
So gar nicht im Rist-Focus dabei die Überlegung, dass Alfons Hörmann ein Landrat auf Abruf sein könnte, also nach 2 – 3 Monaten zu Gunsten seiner sportlichen Funktion zurücktritt und den Weg für Christof Endreß frei macht, der nicht nur als CSU-Landratskandidat schon im Gespräch war, sondern als 1. Bürgermeister von Blaichach den dortigen Bau-Skandal in erster Linie zu verantworten hat? Aber Halt: das ist ja aus der befremdlichen Rist-Sicht für die Wählerschaft zu kompliziert!

Am gleichen Abend noch gebe ich Peter Rist per e-Mail Lobbyisten-Quellen und bestätige den Gesprächsverlauf.

Nachdem dies ohne Reaktion bleibt, erfolgt am 24. Februar eine Rückfrage zu seiner Sicht, weshalb es kein Verrat an Bevölkerung und Region, sowie inbesonders einer ihrer tragendsten Säulen: der Bauernschaft sein soll, welche zudem in größtem Vertrauen in seine Person den Wahlkampf unterstützen?

In der spontanen Antwort-Mail verlor Peter Rist seine Contenance und zeigte in seiner Demaskierung, dass durchaus auch am Rosenmontag schon Kehraus sein kann: “wundere mich sehr und bin aufs Äußertste irritiert über Ihre Art und Vorgehensweise. Und benutzen und erpressen (womit, wozu?) lasse ich mich schon gar nicht – auch nicht von Ihnen! … Ein GUTES Miteinander sowie Herz & Verstand scheint Ihnen weitaus weniger als mir und uns ein großes Anliegen zu sein. Dies finde ich bedauernswert und verzichte daher mangels gebotener Wertschätzung und notwendiger Vertrauensbasis sehr gerne auf weitere Kontakte zu Ihnen.

Entgegen jeder journalistischen Gepflogenheit verzichte ich auf Kommentierung, Reim darauf kann sich Jede(r) selbst machen: spätestens am Wahltag!

Erich Neumann, freier investigativer Journalist
über DFJ Deutsche-Foto-Journalisten e. V. www.dfj-ev.de
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© Bild: www.kreisbote.de CC – Peter Rist bläst das Alphorn
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