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Alles Hokuspokus

Donald Trump (Foto: Wikipedia, gemeinfrei)
 
Hokuspokus; Brockhaus, Handbuch des Wissens, Ausgabe 1926
Bei  Wikipedia sind unter "Hokuspokus" zahlreiche Einträge zu finden.

In der 14. Duden-Ausgabe von 1958 steht als Worterklärung kurz und knapp "Zauberformel, Gaukelei".
Man versteht darunter auch Unfug, unnützes und überflüssiges Zeug. In diesem Sinne ist
der Hokuspokus (singular, nominativ) vorwiegend negativ besetzt.

Die Zeitgenossen des Jahres 2017 können dem Wort Hokuspokus durchaus das Synonym "(Donald)Trump" beimessen.
Der US-Amerikanische Präsident kann zwar nicht zaubern, hat aber eine ganze Menge  negative Eigenschaften, die bei Duden-Online unter dem Wort Hokuspokus  aufgeführt sind. Hier einige Zitate:
Albernheit, Bluff, Dummheit, Faxen, Narrheit, Unsinn, Verrücktheit, Kokolores, Mätzchen, Bockmist, Quatsch, Blödsinn, Firlefanz, Käse, Kohl, Mumpitz, Pipifax, Schwachsinn, Stuss, Tinnef, Quark, Unfug, Schmarren, Posse.

In der Zauberei ist Hokuspokus gleichzusetzen mit Abrakadabra und Simsalabim. Zaubersprüche lauten dann beispielsweise "Hokuspokus Fidibus, dreimal schwarzer
Kater", "Hokuspokus Verschwindibus".

Laut Brockhaus von 1926 ist das Wort dem englischen Werk "Hocus Pocus junior, the anatomic of legerdemain" von 1634 entlehnt. Die deutsche Übersetzung "Hocus-Pocus junior oder Taschenspielkunst" erschien im Jahre 1667.
Das Wort kam aber bereits 1664 über Holland als "Ocks-Bocks", "Ockes-Bockes" "Okes-Bokes" ins römisch-deutsche Reich.
Unter diesen Bezeichnungen war nach heutigem Sprachgebrauch zu verstehen: Blendwerk, Bluff, Gaukelei, Hexenwerk, Magie, Täuschungsmanöver, Trick, Trug, Vorspiegelung, Zauberei.
Das lateinische "hocus" heißt im englischen "hoax" und bedeutet Ulk, Schabernack, Scherz. Daraus erklären sich die oben genannten Formen sowie "hocas pocas" und "Hockesbockes".


Folgt man Barbara Stollberg Rilinger (siehe dort, Maria Thersia, S. 616), dann müsste das Wort vorreformatorisch schon in Gebrauch gewesen sein, nämlich zu einer Zeit, als die Messen ausschließlich in Latein zelebriert wurden. Die vom Priester gemurmelte Konsekrationsformel (Einsetzungsworte) "hoc est corpus meum" (dies ist mein Leib) wurden von den meisten Gläubigen weder vom Sinngehalt noch von der Akustik her verstanden. Sie nahmen das priesterliche Gemurmel akustisch als "Hokuspokus" wahr.

Auf den Schöpfer der deutschen Schriftsprache, Dr. Martin Luther (1483 - 1546), dürfte das Wortgebilde nicht zurückzuführen sein. Eine Verballhornung (siehe Wikipedia "Hokuspokus") durch die frühen Reformatoren ist nicht anzunehmen. Obwohl sie die lateinische Messe durch die Landessprache ersetzen wollten, ist auszuschließen, dass unter dem christusgläubigen Luther eine Verballhornung des Leibes Christi stattgefunden hat.

Laut etymologischem Wörterbuch von Pfeifer könnte Hokusopokus auf die Zauberformel "Hax, pax, max, deus adimax", kurz "Haxpaxmax" aus dem 14. Jahrhundert, sicher bezeugt seit 1563, zurückzuführen sein.

Was für ein Durcheinander, was für ein Tohuwabohu (aber das ist hebräisch und steht auf einem anderen Blatt).
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3 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 20.08.2017 | 00:25  
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Wilhelm Heise aus Ilsede | 20.08.2017 | 08:04  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 23.08.2017 | 16:30  
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