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Warum das Wandern auf der Sagenhaften Schächerbachtour so reizvoll ist.

Eingebautes Erlebnis: Der bach muss auf Trittsteinen überwunden werden!
 
Das Jungfernloch: Schauplatz einer von vielen schaurigen Sagen an der Schächerbachtour.
 
Das steinige Bachbett des Schächerbaches.
Homberg (Ohm): Café Roco | Der von den Wanderfreunden Hatzbachtal 1982 e.V. als Permanenter Wanderweg mit Wertung für das Internationale Volkssportabzeichen betriebene Premiumwanderweg „Sagenhafte Schächerbachtour“ in Homberg (Ohm) wurde als zweitschönster Wanderweg des Deutschen Volkssportverbandes (DVV) ausgezeichnet. Insgesamt gibt es bundesweit rund 350 Permanente Wanderwege zwischen Flensburg und Oberaudorf am Inn. In dem 2012 erstmals ausgerichteten Wettbewerb „Deutschlands schönster DVV-Wanderweg“ wurde nur der Permanente Wanderweg „Erlebnis - Panorama - Natur pur“, der über den Schauinsland im Schwarzwald führt, besser bewertet. Platz 3 belegt der Permanente Wanderweg „Auf den Pfaden der alten Druiden“ in Kirchen an der Sieg.
Die „Sagenhafte Schächerbachtour“ ist seit 2010 ein Premiumwanderweg mit Zertifikat des Deutschen Wanderinstituts. Um ein solches Zertifikat „Premiumwanderweg“ zu erhalten, muss ein Wanderweg strenge Kriterien erfüllen. Dadurch werden der besondere Reiz und die Qualität des Wanderweges verbürgt. Das Deutsche Wanderinstitut beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem Thema Wandern und begutachtet Wanderwege anhand eines umfangreichen Kriterienkataloges, der es ermöglicht, die Stärken und Schwächen eines Wanderweges möglichst genau und objektiv zu erfassen. Er enthält Qualitätskriterien für eine erlebnisreiche Wanderinfrastruktur, welche die Wanderwege sowie ihr Umfeld betreffen. Sie bewerten nicht nur die schönen, sondern vorbehaltlos auch die kritischen Seiten eines Weges. Die Kriterien wurden aufgrund einer empirischen Studie entwickelt, bei der mehr als 18.000 Wanderer befragt wurden, worauf sie bei Wanderwegen besonders Wert legen.
Anhand der Qualitätskriterien wird jeder Kilometer der Wanderstrecke gesondert betrachtet. Dabei werden Punkte vergeben und Punktabzüge vorgenommen und am Ende eine Gesamtpunktzahl errechnet, die Auskunft über die Qualität des Wanderweges gibt. So gibt es Punkte für Stille und Vogelgezwitscher, Erlebnispunkte für federnden Waldboden und „Formationswechsel“. Nur 800 Meter Asphalt am Stück sind erlaubt, sonst werden Punkte abgezogen. Auch eine gute Ausschilderung wird verlangt. Die Zertifizierer achten darauf, dass die Marken seitlich an den Bäumen hängen, damit man darauf zuläuft. Und bei Ausblicken spielen Faktoren eine Rolle wie Reliefunterschiede und Dominanzpunkte, z.B. Kirchtürme und Berge, die dem Auge Halt geben. Am Ende braucht eine Tour Mindestens 40 Punkte, um zum Premiumweg geadelt zu werden.
Die Schächerbachtour wurde bereits 2010 einer solchen akribischen Untersuchung unterzogen und hat hervorragend gut abgeschnitten. Mit 72 Punkten zählt die „Schächerbachtour“ zu den am besten bewerteten Wanderwegen in Deutschland. „Die Schächerbachtour überzeugt durch eine sehr abwechslungsreiche Führung durch Wald und Offenland, herrliche Gewässer und tolle Aussichten“, heißt es einleitend in der Bewertung des Deutschen Wanderinstituts. Das Potential der Landschaft wird hier optimal in Szene gesetzt. Die abwechslungsreiche Natur bietet viele reizvolle Aspekte“, heißt es an anderer Stelle.
Der Gründer des Deutschen Wanderinstituts und Entwickler des Kriterienkatalogs für Premiumwanderwege, Prof. Rainer Brämer, bezeichnet die „Sagenhafte Schächerbachtour“ als einen seiner Lieblingswege. In dem Artikel „Wandern nach Drehbuch“ von Agnes Fazekas in Heft 09/2012 der Zeitschrift „natur“ wird berichtet, warum dies so ist. In der Reportage wird über die „Sagenhafte Schächerbachtour“ als Musterbeispiel eines hervorragend inszenierten Premiumwanderweges berichtet. Die „Schächerbachtour“ sei eigentlich eine „extrem sanfte und unscheinbare Wanderung“, der Witz ist die Abwechslung“, sagt Brämer, der häufig auch als deutscher Wanderpapst bezeichnet wird. „Unsere Wanderwege sind radikal auf den Geschmack der Masse zugeschnitten“, meint der deutsche Wanderpapst und will damit sagen, dass die Premiumwanderwege möglichst viele Ansprüche des durchschnittlichen Wanderers an einen schönen Wanderweg bieten.
Prof. Brämer kann auch wissenschaftlich erklären, warum sich die Ansprüche der Wanderer so ähneln. „Schon unsere Vorfahren liebten den Waldrand, den freien Blick und die Möglichkeit zur Flucht, wenn der Bär kommt. Lichte Wälder, am Wegrand Bäume, wie große Brüder, an die man sich anlehnen kann. Sicherheit gleich Wohlgefühl – darum empfinden wir als schön, was wir als sicher empfinden“, weiß Brämer zu berichten. „Und Wasser mussten unsere Vorfahren haben. Darum lieben wir Wasser.“ Und alles das bietet die „Sagenhafte Schächerbachtour“. Das ist kein Zufall.
„Wer glaubt, wir kämen rein zufällig zu genau diesem Zeitpunkt an dem Eisenbahnviadukt vorbei oder an der weiten Wiese mit dem Blick auf das Fachwerk von Homberg, der irrt gewaltig. Premiumwege sind erlebnisoptimiert und folgen der Dramaturgie, die sich der Erschließer, viele Stunden über Karten gebeugt, ausgedacht hat. Sie sind konzipiert wie ein Drehbuch und setzen in Szene, was die Landschaft hergibt“, heißt es in dem Artikel „Wandern nach Drehbuch“ zur „Sagenhaften Schächerbachtour“. Um möglichst viele „Erlebnisse“ zu bieten, wurde für die „Sagenhafte Schächerbachtour“ nicht nur das schon bestehende Wegenetz optimal ausgenutzt, sondern auch extra neue Wanderpfade angelegt. Mit „Erlebnissen“ meint Prof. Brämer „Die Kombination aus Landschaft und einem Touch Abenteuer“. Die Prise Spannung kann ein verschlängelter Pfad bieten, dessen Ende nicht einsehbar ist. Solche Szenen wurden bei der „Sagenhaften Schächerbachtour“ immer wieder eingebaut. Der Schächerbach und die Ohm werden jeweils einmal nur auf Trittsteinen überquert, auch dies ist ein bewusst eingebautes Abenteuer, denn es gibt selbstverständlich in unmittelbarer Nähe Brücken über die Gewässer, die der Wanderer alternativ benutzen kann. Für den Wanderpapst kommen diese „Alternativen“ aber nicht in Frage.
Die „Sagenhafte Schächerbachtour“ verspricht ein weiteres kleines Abenteuer. Der Name des Schächerbaches kommt von dem mittelhochdeutschen Wort „schachere“ und bedeutet räubern. Und so wundert es auch nicht, dass sich um die zahlreichen Quellen und Teiche rund um das Schächerbachtal uralte Sagen ranken, die auf fünf Informationstafeln am Wanderweg zu lesen sind. Auf der 10 km langen Tour durch das sagenhafte Schächerbachtal lässt sich in kurzer Zeit viel erleben. Ein ständiger Wechsel der Landschaftsformen sowie zahlreiche naturbelassene Pfade durch Wald, Flur und Bachtäler lassen die Wanderung zu einem besonderen Erlebnis werden. Herrliche Weitblicke wechseln sich mit abwechslungsreichen Waldgebieten ab. Das steinige Bachbett des Schächerbachs begleitet mit seinem plätschernden Wasser den Wanderweg.
Der Permanente Wanderweg „Sagenhafte Schächerbachtour" ist bis auf den gut 250 Meter langen Hin- und Rückweg vom Startlokal Café Roco mit dem Premiumweg identisch. Die „Sagenhafte Schächerbachtour“ ist von der Autobahn A 5 über die Ausfahrt Homberg (Ohm) nur gut 10 km entfernt. Startkarten für den Permanenten Wanderweg gibt es im Café Roco im Seniorenzentrum Goldborn, Mühltal 9, 35315 Homberg (Ohm). Hier erhält man auch eine ausführliche Streckenbeschreibung mit Wanderkarte. Nach nur 250 Metern ist man auf dem eigentlichen Premiumweg. Das Café Roco hat täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen zu dem Wanderweg und eine ausführliche Streckenbeschreibung mit Karte gibt es als PDF-Datei zum runter laden und ausdrucken auf http://www.wanderfreundehatzbachtal.de. Der Artikel „Wandern nach Drehbuch“ kann auf der Seite http://www.wanderforschung.de/files/wandern-nach-d... abgerufen werden.
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Weiterveröffentlichungen:

Oberhessische Presse | Erschienen am 24.11.2012
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1 Kommentar
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 15.12.2012 | 12:38  
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