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Alte Bauernhäuser erzählen von längst vergangenen Tagen – Wo Hannover noch Dorf ist Teil 2

  • Alter Speicher aus Eystrup im Hermann-Löns-Park.
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Wülferode ist etwas ganz besonderes unter den hannoverschen Stadtteilen. Hier findet sich die einzige Ecke in der ganzen Landeshauptstadt, die wirklich noch ein richtiges Dorfbild vermittelt. Bei unserem historischem Streifzug zu den verbliebenen Bauernhäusern im Südosten Hannovers darf dann auch der Ort hinter dem Kronsberg nicht fehlen. Schließlich gilt der ganze alte Ortskern als denkmalpflegerischer Interessenbereich.

Wülferode wurde wohl schon im 10. oder 11. Jahrhundert gegründet, aber erst 1404 erstmals urkundlich erwähnt. Der Stadtteil besitzt den wohl geschlossesten und besterhaltenen Dorfkern von Hannover. Kein Wunder, hat doch die Neubauentwicklung in dem erst 1974 eingemeindeten Dorf erst relativ spät eingesetzt. Vor allem die geschichtsträchtigen Fachwerkhäuser rund um die hübsche Fachwerkkapelle prägen Wülferode. Das älteste Gebäude ist die ehemalige Brinksitzerstelle am Wülferoder Platz 5. Der Vierständerbau wurde schon 1744 als Wirtschaftsteil eines Gehöftes gezimmert. Der Wohnteil stammt aus dem Jahr 1797. Dagegen ist die Scheune auf dem benachbarten Halbmeierhof mit dem Baujahr 1812 noch jung zu nennen. Viele Stürme hat auch die Scheune am Wülferoder Platz 1 überstehen müssen. Sie wurde 1775 als typische Wülferoder Scheune mit Längsteinfahrt gebaut.

Bemerode auf der anderen Seite am Fuß des Kronsberges war dem Einfluss der Großstadt schon viel länger ausgesetzt. Trotzdem, rund um die Brabeckstraße gibt es noch eine Reihe von alten Bauernhäusern, etwa die Wirtschaftsgebäude auf den beiden ehemaligen Rittergütern. So gilt dann auch dieser ehemalige Dorfbereich nicht zuletzt wegen der Zimmermannskunst unserer Vorfahren als denkmalpflegerisches Interessengebiet.

Wülferode und Bemerode sind sehr alte Orte. In Kleefeld siedelten hingegen die ersten Bauern erst im 18. Jahrhundert. Die Stadt Hannover hatte 1776 im heutigen Kleefeld eine Feldmark erworben. Um das Gelände bewirtschaften zu können, ließ die Stadt hier drei Erbzinshöfe errichten. Der Wittesche Hof – einst östlich der Ebellstraße gelegen –sollte sogar zu einem Rittergut aufsteigen. Doch die drei Gehöfte sind inzwischen schon lange wieder verschwunden. Und dennoch: auch in Kleefeld muss niemand auf romantisches bäuerliches Fachwerk verzichten. Im Hermann-Löns-Park entstand in den 30ger Jahren des 20. Jahrhunderts eine Art „Mini-Freilichtmuseum“. Neben der hölzernen Bockwindmühle wurde ein Hallenhaus aus Wettmar aus dem Jahr 1720 in die Leinemetropole geholt; der Speicher nebenan datiert ins Jahr 1637 und stammt aus Eystrup von einem Hof, der Johann Duve (einen bekannten hannoverschen Unternehmer des 17. Jahrhunderts) gehört haben soll. Ergänzt5 wird das Ensemble von einem Hude- oder Weidestein. Die Grenzmarke wurde 1750 erschaffen und stand einst in Groß-Buchholz.

Die Serie „Geschichtliches aus der Südstadt“ ist beendet. Doch nicht nur im Südstädter Maschseekurier bin ich der Stadtteil-Geschichte nachgegangen. Außer dem Maschseekurier und dem heute noch existierenden Maschseeboten (für den hannoverschen Stadtbezirk Döhren-Wülfel) erschien im selben Verlag zeitweise unter anderem der Tiergarten-Blick. In einigen Ausgaben schrieb ich Beiträge zur Historie der jeweiligen Stadtteile. Die einzelnen Hefte sind natürlich schon lange vergriffen und vergessen. Auch wenn diese damaligen Artikel keine zusammenhängende Geschichte der Stadtteile ergeben, sondern nur einige wenige Aspekte schlaglichtartig beleuchten, sollen nun diese Geschichten in loser Folge nach und nach bei myheimat veröffentlicht werden. Bestimmt interessieren sie ja den einen oder anderen myheimat-User. Denn Heimatgeschichte ist immer aktuell und nie von gestern. Nachgeprüft, ob alle seinerzeit beschriebenen Bauwerke noch existieren, habe ich allerdings nicht. Der Artikel gibt den Zustand des ursprünglichen Erscheinungsdatums wieder. Dieser Beitrag erschien im Tiergarten-Blick Ausgabe Nr. 2/1994.

  • Alter Speicher aus Eystrup im Hermann-Löns-Park.
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  • Fachwerkromantik in Wülferode.
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  • Der alte Hudestein im Hermann-Löns-Park stand einst in Groß-Buchholz.
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  • Dieses Hallenhaus wurde aus Wettmar nach Hannover geholt.
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  • Im Hermann-Löns-Park entstand eine Art Mini-Freilichtmuseum.
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  • Noch dörflich: Wülferode.
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1 Kommentar

Interessant...

Tja, leider wuchert Hannover auch in Richtung Wülferode...

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