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Positionspapier der V-Partei³ zum erhöhten Wildschweinabschuss aufgrund der Afrikanischen Schweinepest in östlich liegenden Nachbarländer

Am 19.12.2017, gab die Bayerische Staatsregierung, welche ausschließlich aus CSU-Landtagsabgeordneten besteht, bekannt, dass sie die Quoten für den Wildschweinabschuss wesentlich erhöhen möchte. Außerdem sollen 1,5 Millionen Euro für Abschüsse der Wildschweine zur Verfügung stehen, von denen der Jäger eine Prämie von 20 Euro pro erschossenem Tier erhält. Somit soll die Zahl der Wildschweine schnellstens allein in Bayern um 75.000 Tiere dezimiert werden. Die selben Vorgehensweisen wurden bereits in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein festgelegt.

Die Afrikanische Schweinepest ist ein fieberhafter Virus mit hoher Morbidität und Mortalität. Sie ist für Haus- und Wildschweine ansteckend, jedoch nicht auf andere Tiere übertragbar und somit auch ungefährlich für Mensch und Tier, selbst der Verzehr von kontanimiertem Fleisch ist Wissenschaftlern zu Folge unbedenklich. Es zwar ist verständlich, dass sich viele Landwirte mit Schweinhaltung Sorgen um ihre Nutztiere und der damit einhergehenden Lebensgrundlage machen, jedoch werden die über 3,4 Millionen gehaltenen Mastschweine in Bayern ohnehin nicht an frischer Luft sondern in Ställen gehalten. Der prozentuale Wert an ökologisch gehaltener Schweine liegt lediglich bei 28.000 Tieren (Stand 2013).

Marcel Tönsmann, stellvertretender Vorsitzender der V-Partei³ in Bayern, findet die Idee eines erhöhten Abschusses samt Prämien für Jäger völlig irreführend: „Die seit über 100 Jahren existierende Pest wird durch den Abschuss nur noch weiter verbreitet. Denn die Familienstrukturen der Wildschweine werden dadurch stärker gestört als zuvor, wodurch eine frühzeitige Geschlechtsreife der Jungtiere eintritt. Diese suchen sich anschließend neue Familien und tragen den Erreger evtl. sogar mit in die neue Gruppe ein.“

Die V-Partei³ fordert die derzeitigen Landesregierungen auf das Geld der Abschussprämien in tierversuchsfreie Forschungen zu investieren und so eine schnelle Lösung für Impfköder (Beispiel Tollwut) zu entwickeln.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 22.12.2017 | 05:05  
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