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Hitzige Diskussionen bei VDK Großveranstaltung im Günzburger Forum-VDK Präsidentin Ulrike Mascher hielt die Hauptrede- Podiumsdiskussion-Viele Buhrufe

Viel Einstecken mußten die Politiker nach dem Vortrag von Ulrike Mascher. Von links: Dr. Karl-Heinz Brunner ,Ekin Deligöz, Ulrike Mascher ,Stephan Stracke, Stephan Thomae, Moderator Dominik Schott
 
Großes Interesse gab es bei der Diskussion im Günzburger Forum am Hofgarten
Heiss war es nicht nur ausserhalb des Forums am Hofgarten. Auch innen wurde es richtig heiss.

Trotz des schönen Wetters waren kürzlich an einem Samstag Nachmittag rund 600 Besucher laut Pressesprecherin Dr. Bettina Schubarth zu einer Großveranstaltung mit der VDK-Präsidentin Ulrike Mascher in das Günzburger Forum am Hofgarten gekommen. Das Thema war " Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Und wie spürbar sich das auf den Otto Normalbürger auswirkt, das war spätestens bei der anschließenden Diskussion mit 4 Politikern von denen drei bereits im Bundestag sitzen, gezeigt.Dazu später mehr. Zu Beginn der knapp zweieinhalbstündigen hielt die Präsidentin des VDK Ulrike Mascher zum Thema " Soziale Spaltung Stoppen" Armut jetzt bekämpfen. Sie ging in Ihrer Rede unter anderem auf die Mütterrente ein. Im Blick auf die Politiker sagte die Präsidentin: Die Mütterrente muß aus Steuermittel finanziert werden, sie kann nicht von den Beitragszahlern finanziert werden. " Die Rentenanpassung von 0,25% die sie ansprach, erntete sehr viele Buhrufe. Mascher wörtlich:" Vier Nullrunden sind keine Dämpfung ( wie das von der Regierung behauptet wird) sondern eine Vollbremsung". Die Grundsicherung, so die Präsidentin die auch einige Jahre dem Bundestag angehört, ist keine Hängematte. In Augsburg beispielsweise beträgt die Armutsquote 19 Prozent das sind 6 Prozent mehr als im Bayerndurchschnitt. 56522 Personen erhielten nach Angaben des statistischen Landesamtes in Bayern 2011 Grundsicherung im Alter. Gegenüber 2010 ist die Gruppe der Grundsicherungsbezieger um 7% gestiegen. Unter den Beziehern von Grundsicherungsleistungen stellen Frauen ab 65 die deutlich größere Gruppe.
Es ist doch nur Zynisch, wenn die Politiker sagen:Viele Rentner freuen sich doch, wenn sie noch einen Mini Job haben. 812.000 Menschen über 65 hatten Ende 2012 einen Mini Job. Mehr als 128.000 waren von Ihnen sogar schon über 74 Jahre alt.Ein weiteres Thema waren die Reha Maßnahmen. Hier sagte die Präsidentin, das alle Parteien der Meinung waren, daß die Reha Deckelung weg muß. Bis heute war aber keine Partei in der Lage dies durchzusetzen. Der Kopfpauschale erteilte Mascher eine Absage.Desweiteren bemänglte sie das Menschen mit Behinderung teilweise "gebaute"Barrieren überwinden müssen um eine Einstellung in einem Betrieb zu erreichen. Ihr knapp 50 Minütiger Beitrag erntete viel Applaus. Im Anschluß an den Vortrag fand eine Diskussion mit drei Bundestagsmitgliedern und einem Kandidaten statt.Dabei waren die Bundestagsmitglieder Stephan Stracke ( CSU) Stephan Thomae( FDP) Ekin Deligöz ( Bündnis 90/Grüne) sowie der Kandidat Dr. Karl Heinz Brunner. Die Bürger konnten den Bundestagsabgeordnetet kräftig auf den Zahn fühlen. Das taten sie auch Zahlreich.
Und wie die Bürger auf diese Politik zu sprechen sind, daß wurde spätestens bei der Diskussionsrunde klar. Viele gingen mit der Politik hart ins Gericht. Es wird mit der Bevölkerung viel Augenwischerei betrieben. Ein großes Raunen ging durch die Reihen als der Abgeordnete Thomae darauf hinwies, daß der Bundestag Nullrunden mitgemacht hätten. Der Mindestlohn liegt der Grünen Abgeordnetet Deligöz am Herzen:" Wir brauchen für die Menschen die 6,50€ verdienen einen Mindestlohn." Desweiteren forderte die Politikerin daß alle in die Rentenkassen zahlen müssen, und daß es keine Sonderkassen geben dürfe. " Viel Unmut brachte das Thema Rentenerhöhung: Ein Besucher sagte die 0,25% seien das Papier nicht wert auf dem es steht. Im Bezug auf die Reichen sagte die Grünen Politikerin :10% besitzen 53 % des Vermögens. Die CSU und die FDP Politiker Stracke und Thomae versuchten ihre Leistungen anzupreisen, was wieder sehr viel Unmut auslöste. Stracke sprach von Fairen Löhnen auch hier war der Unmut deutlich zu vernehmen .In seinem Schlußwort sagte der Landesgeschäftsführer des Sozialverbandes Michael Pausder wörtlich: Wer die Rentner die ihr Leben lang gearbeitet haben mit 0,25% abspeist, der tritt die Lebensleistung dieser Menschen mit Füßen. Der Landesvorsitzende kündigte Wiederstand im Falle nicht eingelöster Wahlversprechen an. Pausder wörtlich" Wahlversprechen, die nicht eingehalten werden, werden wir den Politikern nicht durchgehen lassen." Die Frage nach den zu Hohen Kosten und Sinn und Zweck der Ausgaben sollten die Politiker eher bei Projekten wie der Drone Euro Hawk, dem Eurofighter und neuen Kampf Hubschraubern die zig Millionen Euro verschlingen. Wer so viel Geld wie die Bundesregierung für Euro-und Bankenrettung übrig hat, der wird wohl auch Geld für seinen Rentnerinnen und Rentner übrig haben.
Zum Schluß kündigte der Landesvorsitzende an " Wenn die älteren Mütter wieder auf den St. Nimmerleinstag vertröstet werden, dann wäre das für uns, nach 10 Jahten wieder einmal auf die Straße zu gehen und zu einer Großdemonstration in München oder Berlin aufzurufen," so der Vorsitzende. Sollte dies der Fall sein wird der VDK im Frühjahr 2014 dazu aufrufen.
Fazit: Eine solche Veranstaltung war dringend nötig. Das zeigt auch der große Zuspruch. 5 Busse brachten die Besucher der auch Landrat Hubert Hafner beiwohnte ins Forum am Hofgarten. Nur war es nicht ganz in Ordnung, daß der Moderator Dominik Schott die Diskussion nach knapp einer Stunde abzubrechen. Klar kann man nicht jede Frage beantworten, und die Diskussionen auf ewig ausdenen.doch einige Fragen hätten doch noch auf den Tisch kommen müssen. Trotzdem eine Besuchenswerte Veranstaltung.Bleibt zu Hoffen, das dies nicht die letzte Veranstaltung war, denn in Wirklichkeit ist die Kluft zwischen Arm und Reich schon viel größer als viele Denken, und das gehört einer breiten Öffentlichkeit bewußt gemacht. Eine tolle Leistung diese Diskussionen in allen Regierungsbezirken durchzuführen. Diese Veranstaltung ruft nach mehr und das auch nach der Wahl. Denn nach der Wahl ist vor der Wahl.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 17.08.2013
1 Kommentar
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die bei myheimat schreibt aus Lößnitz | 21.07.2013 | 10:00  
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