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Kreuze als Glaubensbekenntnis

  Als Dank für den Erhalt und die Pflege der Bildstöcke, Feldkreuze und Kapellen durch Ehrenamtliche in seiner Heimatgemeinde Gundremmingen erfasste Hans Joas als Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins diese Zeugen des Glaubens. Bischöflich Geistlicher Rat Richard Harlacher steuerte als Ortsgeistlicher und begnadeter Fotograf die Bilder für eine neue sehenswerte 44-seitige Broschüre bei.

Neben der Pfarrkirche St. Martin gibt es in der Gemeinde mit dem Kernkraftwerk noch vier weitere Kapellen. Zwei, eine Ölbergkapelle auf dem Kreuzberg und die Herz-Jesu-Kapelle auf dem elterlichen Hof, gehen auf den Gründer der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Monsignore Anton Hauser zurück. Als jüngste Einrichtung steuerten Privatpersonen vor fünf Jahren am westlichen Ortseingang eine Franziskuskapelle bei. Daneben steht ein aus sieben schwarzen Granitblöcken zusammengesetztes dreidimensionales Kreuz.Vom vor dem Zweiten Weltkrieg abgegangen „Holzherrgöttle“ ist leider nur noch die Statue vom „Heiland in der Rast“ übrig geblieben und befindet sich in Privatbesitz. Auch darauf wird hingewiesen.

Der Heimatvereinsvorsitzende ging den Geschichte und den Gründen der Errichtung von Feldkreuzen und Bildstöcken nach. Dazu wurden auch die neuesten Schöpfungen aufgenommen. Durch den Ablauf der Ruhefrist und Wegzug von Angehörigen wurden Grabstätten um den ursprünglichen Friedhof um die Kirche aufgegeben. Nach der Umgestaltung sollten die hier Bestatteten jedoch nicht in Vergessenheit geraten. Ein vom im Ort wohnenden ungarischen Künstler Sándor Kecskeméti geschaffener in Richtung Himmel fliegender Bronze-Engel ziert nun den „Ort der Erinnerung“. Auf dem Sockel sind nun die Namen der bisher auf dem Kirchfriedhof Begrabenen verewigt.

Das Kreuz begleitet den Christen vom Tag der Taufe bis zu seinem Tod. Es ist das Zeichen des Glaubens, deshalb hat es seinen Platz in der Kirche, in der Wohnung und in der Natur, ja überall wo Christen leben. Wer über unsere Straßen fährt, begegnet dem Kreuz. Es steht am Wegrand und lädt zu einem Stoßgebet ein. Unsere Vorfahren gingen an keinem Kreuz vorüber, ohne es mit einem „Gelobt sei Jesus Christus“ zu grüßen. Die Kreuze an den Straßenrändern sind nicht weniger geworden, aber sie haben sich verändert. Es sind häufig Sterbekreuze, die an den Unfalltod von Verkehrsteilnehmern erinnern. Diese Kreuze sind Mahnmale, vorsichtig zu fahren und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Die Flurkreuze sind Zeichen des Segens, der für die Arbeit von Gott erfleht wird. Sie wollen den Landwirt zu Dank und Bitte gegenüber dem Geber aller guten Gaben anhalten. Kreuze sind aber mehr als nur Zimmerschmuck oder Mahnmale für Verkehrsopfer. Sie sind eine Bereicherung unserer Landschaft. „Sie geben Zeugnis von der Liebe Gottes und vom Glauben der Menschen“, so Hans Joas.

So manches Feldkreuz ist verschwunden oder wurde an einen anderen Ort verbracht – ohne einen Gedanken an den Grund der ursprünglichen Errichtung zu verschwenden. Die Dokumentation von Heimatverein und der kath. Pfarrgemeinde St. Martin soll Erinnerungen wach halten und eben auch ein Dank sein.
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Rosmarie Gumpp aus Ellgau | 06.11.2017 | 22:45  
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