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Jürgen Becker kommt ins Parktheater im Kurhaus nach Augsburg/ Göggingen- Ein Interview zum bevorstehenden Auftritt mit dem Moderator der WDR Mitternachtsspitzen

Jürgen Becker (Foto: Simin Kianmehr)
 
Jürgen Becker (Foto: Simin Kianmehr)
Jürgen Becker hat sich einen Namen vor allem als Moderator der Mitternachtsspitzen im WDR gemacht. " Wenn es heißt" Dann machen wir uns mal einen schönen Abend", sind im Rheinland die Hallen ausverkauft. Am 26. September kommt um 19.30 Uhr der Kabarettist ins Parktheater im Kurhaus nach Augsburg/ Göggingen. Was die Besucher erwartet und über die Mitternachtsspitzen habe ich mit Jürgen Becker ein Interview geführt. TICKETS FÜR DIE VERANSTALTUNG GIBT ES HIER


Thomas Rank
: Sie kommen mit dem Programm „ Volksbegehren“ ins Parktheater nach Augsburg / Göggingen. Wie kam der Titel dieses Programms zu Stande?



Jürgen Becker:Spätestens seit der Me too-Debatte ist vielen bewusst, wie sehr das Begehren unser Verhalten bestimmt. Nach neuesten Forschungen denken z.B. Männer 60% des Tages an Sex. 60%! das wundert viele. Das heißt, nur 40% an Fußball.


Thomas Rank: Arbeiten sie Permanent an dem Programm?



Jürgen Becker:Ja, schließlich halten einem die Machos an den Schaltstellen der Macht weltweit in Atem.


Thomas Rank: Es ist ja umschrieben mit der „ Kulturgeschichte der Fortpflanzung“. Was muss man sich darunter vorstellen?


Jürgen Becker:Im Sex kommt das Tierhafte in uns zum Vorschein, wir spüren, wir sind Tiere und werden es immer bleiben. Und das beschämt uns, stehen wir doch eigentlich über dem Tier, wir sind doch die Krone der Schöpfung, die sich eben nicht durch Natur, sondern durch Kultur auszeichnet. Doch viele Brüche in der Kulturgeschichte hängen mit dem Begehren zusammen.



Thomas Rank: Sie bitten zum Blick durch das Schlüsselloch. Was werden die Besucher dort sehen?



Jürgen Becker:Etwas, was vielleicht einige Zuschauerinnen schonmal erlebt haben. Es kommt ja schon mal vor, dass die Frau abends spät nach Hause kommt und mitkriegt: Der Mann sitzt noch vorm Computer und ist auf einer Seite mit abstoßendem und ekligem Inhalt. Sie wissen, was ich meine: Er ist auf der Website der AfD.
Oder auf einer Pornoseite. Das ist nicht unwahrscheinlich. Denn über ein Drittel des gesamten Datenverkehrs im Netz hat pornographischen Inhalt. Allein in Deutschland werde pro Sekunde 30000 Pornographische Filme heruntergeladen. 10% der Frauen und 60% der Männer konsumieren mindestens einmal die Woche Pornos im Netz! Und jetzt kommt: 70% der pornographischen Daten werden an Werktagen zwischen 9 und 17 Uhr herunter geladen. Da wundert man sich doch, dass in Deutschen Büros überhaupt noch gearbeitet wird. Der Begriff Gleitzeit bekommt eine völlig neue Bedeutung.




Thomas Rank:Sie haben eine Ausbildung als Grafischer Zeichner bei 4711 eine Ausbildung gemacht, und einen zweiten Bildungsweg , ein Fachhochschulstudium der Sozialarbeit eingeschlagen. Wie kam es, dass sie Kabarettist geworden sind?



Jürgen Becker:Bei 4711 war ich für Tosca zuständig. „Mit Tosca kam die Zärtlichkeit“ - das ist von mir. Und das war ja damals schon Kabarett. Mit Tosca kommt ja nicht die Zärtlichkeit, das ist ja eher ein Verhütungsmittel.


Thomas Rank: Was sagen sie zur Politik, wenn jeder Politiker alles kann?



Jürgen Becker:Politiker sind wie Kabarettisten: Autodidakten.


Thomas Rank: Sie Moderieren seit fast 30 Jahren die Mitternachtsspitzen im WDR. Sind sie lieber im Fernsehen oder auf der Bühne?


Jürgen Becker:Das eine schließt ja das andere nicht aus. Auch das Programm „Volksbegehren“ wurde in der ARD übertragen. Aber auf Tour bin ich sehr gerne, gebe dem Publikum hinterher Freibier aus und höre zu, was sie mir zu erzählen habe. Das möchte ich auf keinen Fall missen.


Thomas Rank: Können sie etwas über die Sendung erzählen?

Jürgen Becker:Die Mitternachtsspitzen sind die älteste Kabarettsendung im Deutschen Fernsehen, gemeinsam mit Wilfried Schicker, Susanne Pätzold und Uwe Lyko machen wir uns monatlich mit unserem treuen Publikum einen“schönen Abend“. Der WDR lässt uns alle Freiheiten und das kosten wir genüsslich aus.


Thomas Rank: Wie viele Auftritte haben sie jährlich?

Jürgen Becker:Ca. 100

Thomas Rank: Sind sie schon mal im Parktheater aufgetreten? Wenn ja, wie hat es Ihnen gefallen?

Jürgen Becker:Nein, und das gefällt mir. Ich lerne immer gerne etwas Neues kennen.

Thomas Rank: Auf was dürfen sich die Besucher freuen?

Jürgen Becker:
Auf die Erkenntnis, dass die Wörter „Lust“ und „Lustig“ denselben Stamm haben.
Und eine Antwort auf die Frage, was das alles mit der aktuellen Politik zu tun hat.

Thomas Rank: Was möchten sie den Menschen mit auf den Weg geben?

Jürgen Becker:Die ernsten Dinge humorvoll zu betrachten und die den Humor ernst zu nehmen. Dann kommt man am besten zurecht.

Thomas Rank: Warum sollte man sie unbedingt Live erleben?

Jürgen Becker:Weil das Fernsehen nur ein Hilfsmittel sein kann, wenn man etwas sehen möchte, was in der Ferne passiert.
Das authentischere Erlebnis ist immer das, was man vor Ort live serviert bekommt. Das erklärt gefüllte Fußballstadien genauso wie tausende Kabarettveranstaltungen in Deutschland. Darin sind wir Deutsche übrigens Weltmeister: In keinem Land der Erde gibt es soviele Comedy-und Kabarett-Live-Events wie bei uns. Das hätte uns doch noch vor 80 Jahren niemand zugetraut.
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