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Das Projekt Stolpersteine für Gersthofen nimmt Gestalt an Bürgerliches Engagement steht im Mittelpunkt - ein Fachbeirat beurteilt die Vorschläge

Nach dem Stadtratsbeschluss vom 25. April 2018 soll das Projekt Stolpersteine nun in Gersthofen in Angriff genommen werden. Dabei ist bürgerschaftliches Engagement ausdrücklich erwünscht und erforderlich. Die Verwaltung der Stadt Gersthofen versteht sich hierbei als Unterstützer engagierter Bürgerinnen und Bürger.

Das Engagement könnte z.B. in der Benennung von Opfern des NS-Regimes aus Gersthofen und in der Vorlage von Dokumenten bestehen. Bürgerinnen und Bürger können sich ebenso an der historischen Recherche beteiligen, eine Patenschaft für Stolpersteine übernehmen oder beim Aufbau einer Homepage mithelfen.

Interessierte Gersthofer Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich bis zum 21.06.2019 mit Vorschlägen und Ideen beim Kulturamt der Stadt Gersthofen zu melden (Bahnhofstr. 2, 86368 Gersthofen. E-Mail: stadthalle@gersthofen.de). Eine diskrete Behandlung von Hinweisen ist selbstverständlich.

Am 8. Mai hat sich der Fachbeirat, bestehend aus Dr. Bernhard Lehmann (Initiator des Projektes für Gersthofen), Josef Pröll (als Opfervertreter), Melina Weigl (Anna Pröll Mittelschule), Lukas Kleinle (Stadtarchivar) und Uwe Wagner (Leiter des Kulturamtes), für das Projekt zu seiner ersten Sitzung getroffen. Seine Aufgabe ist es, die Vorschläge aus der Gersthofer Bürgerschaft zu sortieren, Namen und Fakten auf Richtigkeit zu überprüfen und Kontakt mit den Angehörigen aufzunehmen. Nur mit ihrem Einverständnis wird eine Verlegung auch realisiert.

Die Gersthofer Stolpersteininitiative hat im Vorfeld bereits umfangreich recherchiert und beim Fachbeirat Anträge für etwa 20 Opfer eingereicht.

Durch den Stadtratsbeschluss fördert die Stadt Gersthofen das Gedenken an die Opfer des NS-Regimes durch die Verlegung von Stolpersteinen. Erinnert werden soll an alle Opfergruppen, unabhängig von ihrer politischen, weltanschaulichen, religiösen und sexuellen Orientierung, der ethnischen Herkunft, ihrem Geschlecht oder einer geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigung.

Das Projekt Stolpersteine wurde 1992 in Köln durch den Künstler Gunter Demnig begonnen. Die quadratischen Messingtafeln sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet. Sie wurden neben Deutschland auch in bisher 23 weiteren europäischen Ländern verlegt und sind somit das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Inzwischen sind über 70.000 Steine verlegt worden, davon rund 53.000 in 2.000 deutschen Kommunen. Die Steine werden bei der STIFTUNG SPUREN Gunter Demnig in Berlin beantragt. Die ersten Stolpersteine in neuen Städten werden immer in Anwesenheit des Künstlers angebracht. Momentan liegt die Wartezeit auf eine Verlegung mit dem Künstler bei ungefähr einem Dreivierteljahr.

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