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Wolfgang Schäuble, "Deutschlands schwarze Null"

Die schwarze Null
 
Noch größere Sauerei verbirgt sich nur hinter Türen mit diesem Zeichen
Jüngsten Nachrichten zufolge hat unsere Bundesregierung Steuereinnahmen die über jede Erwartung und Prognose hinausgehen. Mit mehr als 55 Milliarden Euro über den Vorrausberechnungen des Bundesfinanzministers protzt dieser nun anlässlich des fetten Kontostandes.
Von Anfang seiner Amtszeit an, hatte Schäuble nur ein erklärtes Ziel: als "schwarze Null" in die Geschichte einzugehen, als der Finanzminister der die Republik ohne Neuverschuldung durchs Jahr bringt. Ein sehr eigennütziges Bestreben und zugleich eine Frechheit ohne Beispiel. Nicht nur, dass die exorbitant hohen Steuer- und Abgabelasten unzählige kleine und mittelständige Unternehmen in Schieflage gebracht und Ihre Konkurrenzfähigkeit vor ausländischen Mitstreitern beschnitten haben, nein, viele zum Teil namenhafte, alteingesessene und substanziell gut dastehende Unternehmen, mussten ganz ihre Werkstore schliessen. Insolvenz.
Nie gab es eine so hohe Anzahl Insolvenzen in unserem Land, niemals vorher musste soviel Arbeitszeit und Arbeitskraft aufgewendet werden, um den gewohnten Standard aufrecht zu erhalten. Erst seit diese Regierung unser Land (versucht) zu führen, können ein hoher Prozentsatz Arbeitnehmer nicht mehr von Ihrer Hände Arbeit angemessen leben. Schande, aber nicht diesen Arbeitnehmern !
Eines der unrühmlichen Resultate: ständig anwachsende depressive Erkrankungen, Burnout u.ä. In der Freizeit muss die Familie zurückstecken, Geld muss eingespart werden, ein seelischer Ausgleich zur Arbeit fehlt. Ging man früher an Wochenenden zumindest, auf ein Bier in die Stammkneipe, muss das heutzutage ausfallen. In unserer kleinen Stadt gibt es noch weniger als die Hälfte an Gaststätten, wie noch vor 10 oder 15 Jahren. Und das ist überall in Deutschland so. Ein Bekannter aus Jugendjahren sagte kürzlich zu mir: "Früher gingen wir in die Kneipe, hatten Spass und tranken aus Lust, heute trinken wir auch einen, aber viele eher aus Frust."
Zurück zur Finanzsituation unseres Landes. Ich halte es für eine dreiste und egomane Kampagne, sich mit so hohen Steuereinnahmen zu brüsten, während gleichzeitig, nur um die schwarze Null zu erreichen, an Investitionen gespart wird, die mehr als dringlich sind. Verantwortung sieht anders aus.
"Wohin mit dem ganzen Geld", das war heute das Schlagwort in TV und Rundfunk. Sagt mal ehrlich, gehts noch?
In Deutschland sind die Strassen so marode wie in keinem anderen Land unserer Hemisphäre, beschädigte Brücken stellen eine stets heruntergespielte Gefahr dar, zahllose Städte und Gemeinden stehen längst vor der Pleite, öffentliche Einrichtungen, Schwimmbäder, Schulen und vor allem auch kommunale Freizeiteinrichtungen wurden wegen baulicher Mängel kurzerhand geschlossen. Nicht zu sprechen von Investitionen in die Bildung, die nicht stattfindet, so wie es nötig wäre. Da stellst sich die Frage nach einem wohin mit dem Geld sicher nicht ! Ärmere Länder sind in vielen Bereichen weitaus besser aufgestellt. Fahrt mal nach Italien. Der exzellente Zustand der Strassen in Italien treibt bundesdeutschen Reisenden die schamesröte ins Gesicht. Und dann kommt dieser Sparguru Europas, unser Finanzmininster und traut sich grinsend sich seines Erfolges zu rühmen, während unser Land unter den Investitionsschranken ächzt ? Das ist eine nicht mehr zu überbietende, selbstherrliche Dreistigkeit die ihres Gleichen kaum findet. Für eine Industrienation und Wirtschaftsmacht sind unsere Defiziete im Land eine himmelschreiende Sauerei. Erst die Bevölkerung zur Kasse bitten (mehr als in jedem anderen europäischen Land und vor allem mehr als nötig) und dann den Überschuss nicht wieder zum Allgemeinwohl, Sicherheit und Bildung investieren? Armes reiches Land !
Nein, wir wollen nicht vor dem Rest der Welt dastehen wie ein Volk von depressiven Frustsäufern die nichtmal genug für ein ordentliches Besäufnis verdienen, und täglich in vom Volksautohersteller manipulierten umweltschädigenden Giftschleudern über unwegsame feldwegähnliche Verkehrswege rumpeln um ihren am Hungertuch nagenden Arbeitnehmer zu erreichen und ihm exorbitant hohe Lohnnebenkosten zu produzieren die wiederum die Produktionskosten in die Höhe treiben, sodass die Produkte so teuer werden, dass sie sogar mit zwei Familieneinkommen nicht mehr zu kaufen sind. Hauptsache: wir haben die schwarze Null. Wir sind nicht NULL, wir sind sogar schonmal Papst gewesen!
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Martina Ginter aus Gladenbach | 12.05.2017 | 16:57  
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