Am Boden zerstört aber trotzdem im Vertrauen

Figur Jesus am Ölberg

Vor vielen Jahren habe ich auf dem Dachboden von St. Jakobus eine alte Figur entdeckt, die Jesus am Ölberg darstellt. Dieses Bild geht auf die Erzählung der Evangelien zurück, dass Jesus nach dem Abendmahl zum Ölberg gegangen ist und dort auf den Boden geworfen in seiner Angst vor dem Tod gebetet hat. Es geht mir selber immer wieder so unter die Haut, wie sehr Jesus unsere Ängste, seelischen Dunkelheiten und Schmerzen mit uns geteilt hat. Diese alte Darstellung bringt das auch in aller Zerschlagenheit ins Bild. Ich habe dazu schon vor längerer Zeit ein Gebet verfasst und dieses für die heutige Situation ergänzt. Vielleicht kann dieses Gebet eine Hilfe sein und vielleicht sprechen einzelne Gedanken an...

Jesus, ganz zerschlagen siehst Du aus, am Boden zerstört. Du bist seelisch am Ende, weil Du Angst hast vor dem Leiden und vor dem Tod. In Deinem Elend wendest Du Dich an den Vater. Du bittest ihn um Bewahrung vor dem Leid und darum, dass sein Wille geschehen soll.

Am Ölberg bist Du, Jesus, uns Menschen so nahe. Denn wir verstehen auch nicht immer, was alles auf uns zukommt und ringen deshalb mit Gott. Dabei dürfen wir Dich als Bruder und Freund an unserer Seite wissen. Für diese Nähe danken wir Dir und preisen Dich.

In einem großen Vertrauen darf auch ich jetzt zu Dir kommen. Ich denke im Gebet an alle Menschen, die heute durch Trauer, Krankheit und Not am Boden sind. Ich vertraue Dir auch alle an, die in meinem eigenen Herzen einen besonderen Platz haben. Schließlich bete ich aber auch für mich selber, wo ich mich zurzeit zerschlagen fühle und manchmal am Ende bin.

Jesus, in dieser Zeit bete ich aber besonders für alle, die unter der Corona-Pandemie leiden. Ich bete für alle, die schwer krank geworden sind und vertraue Dir alle an, die Angst und Sorge haben um ihre Angehörigen, um ihre Familien und um sich selber. Ebenso vertraue ich Dir alle an, die vor großen finanziellen und wirtschaftlichen Problemen stehen. Und ich denke auch an die Menschen, die an diesem Virus gestorben sind.

Stärke alle, die sich in den Krankenhäusern und den Pflegeeinrichtungen oft bis zur Erschöpfung für ihre Mitmenschen einsetzen. Und segne alle, die in den unterschiedlichen Berufszweigen auch in schlimmen Zeiten für uns da sind.

Mit vielen Menschen vertraue ich darauf, dass wir im Gebet für unsere Welt und auch für uns selber Trost, Heilung und Hoffnung finden dürfen.

Jesus, ich danke Dir, dass ich im Gebet alles vor Dir aussprechen kann und ich bitte Dich gleichzeitig um Stärkung im Vertrauen, dass Du immer da bist und dass der Glaube uns auch durch schwere Zeiten trägt. Amen

Pfarrer Ralf Gössl

Bürgerreporter:in:

Ralf Gössl aus Gersthofen

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