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Umfassendes Verkehrskonzept für Fürstenfeldbruck - mehr als notwendig!

Fürstenfeldbruck: Stadt | Ein wirkliches Verkehrskonzept für die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck mit auf die Stadtentwicklung zugeschnittenen Maßnahmen ist nicht erkennbar und fehlt leider seit Jahren. Stattdessen wurden in der Vergangenheit mit Blick auf irgendwelche Trassenlösungen auf die eine allseits seligmachende Lösung gewartet und dabei maximal kleinere, aber in sich isolierte Einzelmaßnahmen, umgesetzt. Mit der Ablehnung der Deichenstegtrasse beim Bürgerbegehren im Jahr 2009 ist nun die bisher letzte dieser möglichen „großen“ Lösungen vom Tisch. Dies eröffnete jetzt endlich die Chance, ein über alle Parteigrenzen hinweg getragenes Verkehrskonzept zu erstellen. Daher wurde, initiiert von mir in meiner Funktion Referent für Verkehr und von den Fraktionen von BBV, FDP, Grüne und SPD als gemeinsamen Antrag in den Stadtrat eingebracht, von allen Fraktionen einstimmig beschlossen, einen Arbeitskreis „Verkehr“ eingerichtet. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, zumal bei dem bisherigen zweimaligen Tagen des Arbeitskreises der Wille zum Anpacken doch deutlich zu spüren gewesen war.

Wie wenig allerdings von der Komplexität des Themas „Verkehr“ von einigen Stadträten verstanden wird, zeigte sich bei der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause. Unabhängig der moralischen Frage, ob es vertretbar ist, im gleichen Atemzug 1,7 Millionen Euro für 70 Stellpätze in einer Tiefgarage mit fraglichem Nutzen ausgeben zu wollen und anderseits die Kindergartengebühren für die Eltern zu erhöhen, nur um ca. stolze 31.000 Euro jährlich für die Stadt einzusparen, bedeutet jedoch jeder zusätzliche Stellplatz in der Innenstadt auch zusätzlichen Verkehr (PKW). Und im Fall der geplanten Tiefgarage „Viehmarktplatz Süd“ ist dies besonders kritisch, da hier die An- und Abfahrt jeweils nur über die Pucher Straße erfolgen kann und diese schon durch die neuen Tiefgaragenplätze des geplanten Geschäftshauses „Viehmarktplatz Nord“ belastet sein wird. „Wir sollten uns diese Chance, unter dem südlichen Platz eine Tiefgarage zu bauen, nicht entgehen lassen“, sagte Oberbürgermeister Sepp Kellerer in der Stadtratssitzung am 27.Juli. Diese Aussage bedeute aber nichts anderes als Bauen um des Bauens willens unabhängig von der Sinnhaftigkeit und ist damit untauglich für eine vernünftige Verkehrs- und Stadtentwicklung. Wie gefährlich sich die bisherigen isolierten Betrachtungen und eine damit einhergehende Abkoppelung der Stadt- von der Verkehrsinfrastrukturentwicklung darstellen, ist derzeit im Fürstenfeldbrucker Westen zu erleben. Denn der von allen ersehnte Aufschwung rund um den Geschwister-Scholl-Platz und damit das Entstehen eines quasi zweiten Stadtzentrums im Westen der Stadt „bezahlen“ die Anwohner des Sulzbogens, und mit ihnen noch viele weitere, mit einer enormen Zunahme des Verkehrs vor ihrer Haustüre.

Noch ist die Garage unter dem südlichen Viehmarktplatz nicht gebaut und mit den Tiefgaragenstellplätzen im Citypoint und im geplanten Geschäftshaus „Viehmarkt Nord“ sollten eigentlich genügend Stellplätze für diesen Innenstadtbereich zur Verfügung stehen. Weiterhin können in die Parkplatzkonzeptionen der Stadt die Stellplätze auf dem Volksfestplatz (eventuell Parkhaus) und ein in die Stadtteilentwicklung östlich des Marktplatzes zu integrierendes neues Parkhaus in die Überlegungen mit einbezogen werden. Eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt bei gleichzeitiger Verkehrsreduzierung und damit einhergehender Erhöhung der Aufenthaltsqualität sollte jedenfalls das grundsätzliche Ziel sein. Und dies zu erreichen, wird nicht möglich sein mit einem Festhalten an alten Denkschablonen, sondern nur mit einem integrierten Verkehrskonzept (für ganz Fürstenfeldbruck, nicht nur für die Innenstadt) und darauf abgestimmten Einzelmaßnahmen. Die Stadträte und die Verwaltung sind dringend aufgefordert, unter Einbeziehung fachplanerischer Unterstützung daran beschleunigt zu arbeiten.
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