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Wuide Hetz entschlüsselt Rauhnächte und viel mehr!

Christian Ludwig Mayer und Winfried Frey
 
Logo Wuide Hetz (Foto: © Bild: www.muenchenticket.de CC)
Fürstenfeldbruck: Veranstaltungsforum Fürstenfeld |

Zwei Kranke ergeben keinen Gesunden, sagt der Volksmund. Um die Mysterien der Rauhnächte zu entschlüsseln und den Finger in die Wunden der Krankheiten unserer gegenwärtigen Zeit Gesellschaft zu legen, sowie ebenso einfache, als zutreffende Lösung zu präsentieren jedenfalls hatten sich zwei gigantisch Gesunde zusammengetan.

Winfried Frey, der beliebte und renommierte Schauspieler (Buch | Regie) und Christian Ludwig Mayer der auf kein musikalisches Genre festzulegende Multiengagierte (Komposition | Musikalische Leitung) stehen für glaubwürdige traditionelle bayerische Bodenständigkeit, wie wohl kaum Jemand sonst und legten mit Wuide Hetz – einer Fürstenfelder Rauhnachts-Geschichte eine Produktion der Extraklasse auf die Bühne des Fürstenfeldbrucker Stadtsaales.

Ob es ein Wagnis des Veranstaltungsforum Fürstenfeld www.fürstenfeld.de war, sich mit diesem Stoff an eine Eigenproduktion zu wagen ist zumindest nach der zu Recht umjubelten Uraufführung vom 16. Dezember vor ausverkauftem Haus keine Frage mehr.
Mit den Protagonisten Frey www.winfriedfrey.de und Mayer www.clm-musik.com war das Risiko jedenfalls schon auf ein Minimum reduziert und auch alle übrigen Akteure gaben absolut ihr Bestes.

Es fällt schwer und wäre ungerecht, wie absolut unnötig hier besondere Hervorhebungen zu machen, doch an zweien kommt man – ohne allen anderen Beteiligten auch nur den geringsten Abbruch zu tun nicht vorbei.
Das ist einmal die Höchstleistung der jungen Hauptdarstellerin Jasmin Hallbauer als Emi und Beate Heinsius, welche für die Kostüme verantwortlich zeichnet.
Das vor Orchester und Chor platzierte, nicht wechselnde und zudem spartanisch gehaltene Bühnenbild gibt den Raum für die prächtigen und das gesamte Geschehen imposant prägenden Figuren, zu denen das Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl und der Trachtenverein Almfrieden aus Gröbenzell weitere Akzente setzen.

Christian Ludwig Mayer dirigiert das Auwald Consort und Mitglieder des Philharmonischen Chores Fürstenfeld e. V. bei bekannten wie Anlehnungen an bekannte Melodien, sowie stimmigen Eigenkompositionen in absoluter Harmonie zum Bühnengeschehen.
Egal, welche Altmeister herauszuhören waren: ein Jeder kann sich nur geehrt fühlen, so dabei gewesen zu sein!

Emi findet sich nach dem – über Videoeinspieler visualisierten – Besuch des Hl. Nikolaus und Knecht Ruprecht aus unerfindlichen Gründen im Wald wieder und wird mit den Geschehnissen der Rauhnächte konfrontiert.
Jenen allzu oft in Vergessenheit geratenen 12 Nächten, also der Zeit, welche dem Sonnenjahr zum Mondkalender fehlt.

Frau Holle von der schönen, bzw. wie sie zu ihrer gruseligen Seite auch genannt wird, Frau Perchta, lässt Emi wie viele andere sagenumwobene Begegnungen auch erkennen, dass Alles zwei Seiten hat und kaum Etwas so ist, wie es sich auf den ersten Blick zeigt.
Speziell zum Blick darauf schärft ihr Frau Holle das Windows Problem ein: Du siehst nur noch ins Fenster, aber nicht mehr aus diesem!.
Und genau hier setzt Winfried Frey in der für ihn charakteristischen Art und Weise absolut überzeugend und ohne jeden erhobenen Zeigefinger ein: die Wuide Hetz ist weniger das Geschehen der Rauhnacht, als jenes Diktat , dem wir uns im Alltag bis zur Kopflosigkeit unterwerfen, anstatt wieder mehr zur Ruhe zu kommen und auf das zu hören, was uns Natur und trotz ihrer viel zu häufigen Vergessenheit bewährte Traditionen zu sagen haben.

Mit den 3 gelösten der 5, ihr von der Naturhexe gestellten Fragen bringt Emi den Kopflosen wieder ins Leben zurück und der abschließende Videoeinspieler zeigt, dass auch Emi ihre Konsequenzen aus dem Erlebten/Geträumten zieht und ihren Elektronikkonsum reduziert.

Frenetischer Applaus war nicht nur die erste und hochverdiente Reaktion eines sichtlich bewegten Publikums, sondern ein konkretes Nachdenken über die eigenen Lebensgewohnheiten prägte zahlreiche Stimmen.
Besser kann die Rechnung zu diesem sehenswerten Stück nicht aufgehen: die (Vor-)Freude auf seine nächsten und sicher mehr, als bislang angekündigten Aufführungen am 15. und 16. Dezember 2018 besteht!


Erich Neumann, freier Journalist
über DFJ Deutsche-Foto-Journalisten e. V. www.dfj-ev.de
Postfach 11 11, 67501 Worms
GSM +49 160 962 86 676
e-Mail e.neumann@cmp-medien.de
www.cmp-medien.de

© Bild: www.cmp-medien.de CC – Christian Ludwig Mayer und Winfried Frey
© Bild: www.muenchenticket.de CC – Logo Wuide Hetz
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Perchtentreiben
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Ensemble beim Schlussapplaus
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Standing Ovations für Winfried Frey
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Christbaum vor der Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt Fürstenfeld
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