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Sinti und Roma Schicksale in der NS-Zeit – und heute?

Vortragsthemen-Folie Verwaltet und verwertet – Die fiskalische Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus
 
Dr. Jörg Osterloh, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fritz Bauer Institut bei der Begrüßung
 
ZuhörerInnen eines beklemmenden Vortrages
Frankfurt am Main: Fritz Bauer Institut |

Das Fritz Bauer Institut hatte am 30. Oktober 2019, 18.15, im Casino-Gebäude, Raum 1.812 der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Dr. des. Josephine Ulbricht zu Gast mit dem Thema Verwaltet und verwertet – Die fiskalische Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus zu Gast.

Dr. Jörg Osterloh, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fritz Bauer Institut begrüßte die profunde Referentin und eine für Thema und gegenwärtiges Zeitgeschehen leider nur erschreckend geringe Zahl an Gästen. Irritierend dabei: ohne erkennbare Beteiligung aus den Reihen der Sinti und Roma selbst.

Dr. des. Josephine Ulbricht ist Historikerin und Mitarbeiterin der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig. 2020 erscheint ihre Dissertation unter dem Titel Das Vermögen der Reichsfeinde - staatliche Finanzverwaltung und Gegnerverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland.

In ihrem dreigegliederten Vortrag: 1) die fiskalische Diskriminierung vor 1943, 2) die Vermögenseinziehungen im Rahmen der Deportationen 1943, sowie 3) direkte und indirekte Profiteure zeichnete die Referentin, unterlegt von zahlreichen beklemmenden Originaldokumenten, ein Bild der Geschehnisse, welches die immer deutlicher werdenden Strömungen der Gegenwart in noch fürchterlicherem Licht erscheinen lassen, als dies wachen Geistern längst bewusst ist und wovon die Massen, wie leider gerade auch die Medien nach wie vor an Bequemlichkeit orientiert eher wegsehen, als wirksam entgegen treten!

Im Rahmen der Deportation von Sinti und Roma in die nationalsozialistischen Konzentrationslager griffen die Behörden – in zur Verfolgung der Juden ähnlicher und dabei bereits erprobter Weise – auf deren Vermögenswerte zu. Die Betroffenen durften nur wenige Wäsche- und Kleidungsstücke sowie einen Mundvorrat an Lebensmitteln mitnehmen.
Es wurden Vermögensverzeichnisse angelegt, alle auffindbaren Werte beschlagnahmt und zu Gunsten des Deutschen Reichs eingezogen.
Die Mitarbeiter der Reichsfinanzverwaltung verwerteten das gesamte Gut durch Verkauf oder öffentliche Versteigerung.
Der Vortrag widmete sich insbesondere dem Vorgehen der Behörden. Wer waren die beteiligten Akteure und Profiteure? Gab es Unterschiede oder Gemeinsamkeiten im Vergleich zur fiskalischen Verfolgung anderer Gruppen?

Und wer den Blick auf die Gegenwart richtet, bsw. die skandalösen Vorgänge in Bayern um die sog. Schrott.-Mafia im Focus hat, weiß, dass es nichts Wichtigeres gibt und geben kann, als den unübersehbaren Gegenwarts-Tendenzen entschiedenst entgegen zu treten, denn die Abläufe in Behörden, bei Justiz und Politik sind ebenso keinen Deut besser als zu Deutschlands dunkelster Zeit und die Schar der heutigen Mitläufer ebenfalls Nährboden wie damals!

Dem Fritz Bauer Institut – Geschichte und Wirkung des Holocaust ist für sein Engagement der allergrößte Respekt zu zollen, wie eine nachhaltigere Wahrnehmung dessen zu unser all,er Vorteil zu wünschen!

Das Fritz Bauer Institut ist eine unabhängige, zeitgeschichtlich ausgerichtete und interdisziplinär orientierte Forschungs- und Bildungseinrichtung. Es untersucht und dokumentiert die Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen – insbesondere des Holocaust – und deren Wirkung bis in die Gegenwart. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Vermittlung der einschlägigen deutschen und internationalen Forschung durch Publikationen, Vortragsveranstaltungen und Ausstellungen.
Das Institut trägt den Namen Fritz Bauers und ist seinem Andenken verpflichtet. Fritz Bauer (1903 – 1968), jüdischer Remigrant und seit 1956 hessischer Generalstaatsanwalt, kämpfte für die Rekonstruktion des Rechtssystems in der Bundesrepublik Deutschland und für die strafrechtliche Verfolgung von NS-Verbrechern.

Das Fritz Bauer Institut wurde 1995 vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem Förderverein Fritz Bauer Institut e. V. als Stiftung bürgerlichen Rechts ins Leben gerufen.
Als An-Institut ist es seit Herbst 2000 mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main assoziiert und hat seinen Sitz im IG Farben-Haus auf dem Campus Westend.
m Stiftungsrat des Instituts sind das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main, die Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Förderverein des Fritz Bauer Instituts e. V. vertreten.
Der Förderverein und der Wissenschaftliche Beirat unterstützen und begleiten seine Arbeit.
Im Jahr 2017 wurde der Lehrstuhl zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, der erste in der Bundesrepublik Deutschland zu diesem Themenfeld, geschaffen und am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main angesiedelt.
Der Lehrstuhl ist mit der Leitung des Fritz Bauer Instituts verbunden.

Erich Neumann, freier investigativer Journalist
über DFJ Deutsche-Foto-Journalisten e. V. www.dfj-ev.de
Medienunternehmer im Gesundheits- und Justizbereich
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© Bild: www.cmp-medien.de CC – Vortragsthemen-Folie Verwaltet und verwertet – Die fiskalische Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Dr. Jörg Osterloh, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fritz Bauer Institut bei der Begrüßung
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© Bild: www.cmp-medien.de CC – Feststellung Reichsministerium des Inneren vom 14. November 1941 der Zigeuner als volks- und staatsfeindlich
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Foto Deportation Frühjahr 1943 in Remscheid
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Auschwitz-Erlass des Reichsführers-SS vom 16. Dezember 1942
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Erlass zur Verhängung der Vorbeugehaft vom 29. Januar 1943
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Feststellung Reichsministerium des Inneren vom 26. Januar 1943 der Zigeuner als volks- und staats- bzw. reichsfeindlich
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Beschlagnahmeformular
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